Gosen-Neu Zittau

12. August 2012

Rückblick Olympia 2012


Schön war‘s! Die olympischen Spiele in London dieses Jahr, haben uns bei schönstem Wetter vor unsere Fernseher verbannt, um zu verfolgen wer, wie, wann, welche Medaille mit nach Hause holt. Wir haben gelernt, dass Taekwondo und BMX-Fahren offensichtlich olympische Sportarten sind. Wir haben darüber diskutiert, ob wir pro oder contra Sippenhaftung sind und ob es uns etwas angeht, wenn eine Sportlerin einen Freund mit einer rechten Ideologie hat. Was ist wichtiger: Die sportliche Leistung einer Mannschaft oder die internationale Bekanntheit der einzelnen olympischen Sportler, für deren Privatleben sich die Journalisten interessieren. Wer hat hier Schuld: Die Medien oder der Sportverband?

Mein persönliches Fazit ist bei allen olympischen Spielen das gleiche, denn meine Lieblingssportart, das Synchronschwimmen, wird alle vier Jahre im Fernsehen für genau 30 Minuten ausgestrahlt, immer mit der Hoffnung, dass es nicht von anderen Sportarten unterbrochen wird. Ich komme seit Tagen nicht aus dem Kopfschütteln heraus. Warum zeigt uns das Fernsehen über eine Stunde lang das „Gehen“, bei dem das Spektalulärste die Wasser- oder Schwammaufnahme der Geher ist oder Kameras, die durch Wasserduschen hindurch fahren. Da hätte man doch in locker 20 Minuten den Zieleinlauf zusammenfassen können? Das Synchronschwimmen ist ein leider viel zu unterschätzter Hochleistungssport, bei dem die Schwimmerinnen zehn Stunden täglich trainieren und mindestens acht Stunden davon im Wasser verbringen. Zwei von drei Minuten einer Kür verbringen sie mit Luft anhalten unter Wasser, unter größten körperlichen Schmerzen lächeln sie sobald sie auftauchen. Ihre Roboterhaftigkeit dabei verleiht der Sportart eine Kunst, die es mir kalt den Rücken hinunter laufen lässt. Vor lauter Respekt bleibt mir der Mund offen stehen. Diese Frauen werden zu Fischen! Die Spanierinnen haben dies untermauert, indem sie vor dem Sprung ins Wasser zwei Figuren von Fischen bildeten mit bewegenden Mäulern.

Wir verneigen uns vor Michael Phelps, der uns ebenfalls an einen Delfin erinnert. An Land hat er einen eher unbeholfenen Gang, aber wird er ins Wasser gelassen, lässt er die ganze Welt hinter sich, weil er übermenschliche Leistungen bringt.

Und so wird mein Lieblingssport jetzt wieder für vier Jahre im Fernsehen auf Eis gelegt. Vier Jahre in denen ich stolz erzähle, wie sehr ich Synchronschwimmen liebe. Vier Jahre in denen mir keine einzige Minute davon im Fernsehen vergönnt wird. Und 2016 werde ich 30 Minuten lang, vermutlich wieder nur die Top 3 Platzierungen anschauen können.

Und so sah die spanische Kür aus:

9. August 2012

Mietfrei (Glosse up for grabs)

Hier eine Geschäftsidee: Sie gründen eine Privatschule in Gosen-Neu Zittau und mieten von der Gemeinde ein Haus. Ein bisschen Renovierungsarbeiten zahlen Sie selbst, aber die Miete sparen Sie ein. Jahrhundertelang schenkt Ihnen die Gemeinde die Mietkosten. Miete wird heute eh überbewertet. Der Gemeinde geht es finanziell gut, sie schreibt schwarze Zahlen. Wozu also noch Mieten einnehmen? Das kostet dem Buchhalter mindestens drei Minuten Zeit im Jahr um die eingenommenen Euros in den Computer einzutippen. Gründe um die Miete nicht zu bezahlen denken Sie sich einfach aus. Ein kleiner Wasserfleck im Keller? Kein Problem: Sie kaufen einen Farbeimer, tun so als ob Sie den imaginären Fleck im Keller übermalen und das war‘s. Miete für weitere zwölf Monate eingespart. Die Gemeindevertreter fragen zwar wieso, weshalb und warum der Wasserfleck da ist. Aber der Amtsdirektor wird Ihnen Sicherheitsleute zur Verfügung stellen, die sich vor die Schule stellen, um neugierige Blicke abzuwenden. Das es keinen Wasserfleck gibt und eigentlich noch nicht mal einen Keller, das wird Niemand erfahren. Das ist die eingesparte Seite, aber was ist nun mit den Einnahmen? Das kann man kurz zusammenfassen: Es gibt Fördergelder pro Schüler. Es gibt Fördergelder pro Neubau. Es gibt Schulgelder von den Schülern. Damit die Schüler auch ihre Schule besuchen und nicht das staatliche Gymnasium, hier noch ein Tipp: Sagen Sie einfach sie haben ein Leitbild. Ein philosophisches Leitbild oder ein humanistisches Leitbild. Das hört sich wichtig an und niemand wird danach fragen, was dies denn nun eigentlich bedeutet.

SchUHHLfraih
Wär in den 60er und 70er Jaren in Neu Tzittau die Schulle besuchtt hatt, leidett hoite laider an einer Reschtschreibschweche, die vermuhtlisch mitt ainer Leseschwäsche einhergäht. Dies lahg damalsz an enem Doitschlährrer, dähr ausschließlisch auff dehm Pappier anwähsend wahr. In dähr Reallitäht abba, wahr ähr wahrrrscheinlisch teglisch wehrent dehn Schulstunten auff dähr Müggelsprä Booooht fahrin. 

1. August 2012

Blog des Monats beim Blickpunkt Verlag

Dieser Blog wurde "Blog des Monats" August, beim Blickpunkt Verlag Brandenburg. Zum Interview mit mir geht es: HIER