Gosen-Neu Zittau

30. August 2015

Magischer Spreewald

Impressionen aus dem Spreewald zwischen Lübbenau und Lehde. Einmal pro Jahr muss man einfach dorthin und es geht doch nichts über die witzigen Sprüche der Fährmänner! <3





Stehende tote Bäume muss man nicht immer fällen. Man kann sie auch stehen lassen und somit etwas für den Artenschutz tun. Wenn man sie der Ästhetik wegen mit Farbe anstreicht, warum nicht.

Gurkenfass

Die Deutsche Post beliefert per Kahn.


Traditioneller Heuschober



12. August 2015

Ein dutzend Füchse stirbt jedes Jahr umsonst im Landkreis Oder-Spree


Weil man Füchse unter anderem aufgrund des lebensgefährlichen Fuchsbandwurmes nicht verzehren darf, dienen sie einzig und allein der Pelzgewinnung.

Was man im Jahr 2015 von Pelzen hält und ob diese ethisch vertretbar und tragbar sind, dazu braucht man sich nicht streiten, denn mittlerweile ist das Tragen von Pelzen im allgemeinen in der deutschen Gesellschaft verpönt.

Wozu sollte man also Füchse erlegen? Der einzige plausible Grund liegt in der Tollwutuntersuchung. Damit der Landkreis weiterhin als Tollwutfrei eingestuft wird, muss er pro 100 Quadratkilometer vier Füchse pro Jahr auf Tollwut untersuchen. Im Landkreis Oder-Spree beläuft sich das auf 90 zu erlegenden Füchsen pro Jahr.

Da Füchse das ganze Jahr über geschossen werden dürfen, bittet der Kreis die Verantwortlichen der Jagdgebiete zu Beginn jedes Jahres, erlegte Füchse zur Kontrolluntersuchung auf Tollwut einzusenden. Wurde die SOLL-Zahl von 90 erlegten Füchsen eingesendet ist es dem Kreis „nicht möglich innerhalb kürzester Frist alle Jäger darüber zu informieren“. Dies kam bei einer Kleinen Anfrage der bündnisgrünen Kreistagsabgeordneten Anja Grabs heraus.

Zusätzlich zu diesem Kommunikationsvakuum werden weitere Füchse auf Tollwut untersucht, die Bissverletzungen mit Hunden oder auch Personenkontakt hatten. In den Jahren 2002 bis 2014 belief sich die Zahl der Füchse, die zusätzlich zum SOLL erlegt wurden auf durchschnittlich 12 Füchsen pro Jahr, wobei man davon ausgehen kann, dass die meisten dieser dutzend Füchse erlegt wurden, aufgrund der nichtvorhandenen Information seitens der Jäger.

Jäger haben weder den Bestand der Füchse im Blick noch können sie die Fuchspopulation regulieren. Füchse sind nachtaktiv, leben oft in urbanen Gebieten und passen die Anzahl der Jungen der Sterblichkeitsrate an. Werden viele Füchse in einem Territorium erlegt, werden umso mehr Fuchswelpen im kommenden Jahr geboren. Dadurch kann man von einer stabilen Fuchspopulation zu allen Zeiten trotz Jagd ausgehen.

Durch die Fuchsjagd kann der für den Menschen gefährliche Fuchsbandwurm nicht dezimiert werden, da dieser nicht nur über Zwischenwirte, wie zum Beispiel Mäusen in der Natur verbleibt sondern zusätzlich auch sehr resistente Eier in die Umwelt abgibt, die dort ohne Probleme überwintern können. Der Fuchsbandwurm kann nur mit Hilfe von Entwurmungsködern bekämpft werden.

Der größten Gefahr sich mit dem Fuchsbandwurm anzustecken sind Jäger ausgesetzt, die sich nicht richtig davor schützen. Laut dem Informationszentrum für Landwirtschaft proplanta® muss im Umgang mit erlegten Füchsen folgende Ausrüstung benutzt werden: „Korbbrille, Feinstaubmaske FFP3, Schutzanzug (z. B. Einweg-Overall Typ 4B), Einweg-Schutzhandschuhe aus Nitril mit verlängertem Schaft und geschlossene, leicht zu reinigende, desinfizierbare Stiefel. (SVLFG)“

„Das System der Kommunikation im Landkreis muss so weit verbessert werden, dass kein einziger Fuchs umsonst erlegt werden muss. Darüber hinaus sollte sich jeder Jäger die Frage stellen, inwieweit das Erlegen von Füchsen in Zeiten, in denen das Tragen von Pelzen ethisch nicht vertretbar ist, für sie infrage kommt. Zumal sie sich dabei einem der für den Menschen gefährlichsten Parasiten unnötig aussetzen.“, so Anja Grabs.

11. August 2015

Der Fuchsbandwurm im Landkreis Oder-Spree


Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Anja Grabs, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen & Piraten im Kreistag Oder-Spree


1.    Wie hat sich die Lage des Befalls von Füchsen mit dem Fuchsbandwurm in den letzten 10  Jahren im Landkreis Oder-Spree entwickelt? Differenziert nach Regionen
In den Jahren 1991 bis 2012 wurden im Rahmen  eines Monitoringprogramm des Landes Brandenburg  stichprobenweise Füchse auf den Befall mit Echinococcus granulosus (Fuchsbandwurm) untersucht. Dazu wurden von den zur Untersuchung auf Tollwut an das Landeslabor Ffo. eingesandten Füchsen untersuchungswürdige Dünndarmabschnitte an das FLI in Wusterhausen eingesendet und dort auf Befall mit Echinococcus granulosus untersucht. Einsendekriterium war in der Regel der Zustand des Tierkörpers, insbesondere die Untersuchungswürdigkeit der entsprechenden Darmabschnitte.
Die Ergebnisse wurden den VLÜÄ übermittelt, aufgrund der geringen Untersuchungs-zahl und der nicht für die gesamte Fläche des Landkreises ausgelegten Stichprobenumfänge ist eine repräsentative Aussage für den Landkreis nicht möglich, schon gar nicht nach Regionen.
Im Jahr 2008 wurden vier positive Befund mitgeteilt, 2009 – zwei , 2010 – einer,
2011 – zwei, 2012 einer, 2013 – 2015 keine positiven Befunde, aber seit Beendigung des Jagdjahres 2013 auch keine Untersuchungen, da das FLI in Wusterhausen geschlossen wurde und dem Land Brandenburg keine finanziellen Mittel zur Weiterführung des Monitorings zur Verfügung standen.

Nach den Angaben in der FLI-Datenbank zu den Untersuchungen des FLI in Brandenburg liegen für den Landkreis Oder-Spree folgende Untersuchungszahlen vor:

Jahr
Proben
positiv
Prävalenz %
95% Konfidenzintervall
2010
79
1
1,3
0-3,7
2011
76
2
2,6
0-6,1
2012
78
1
1,3
0-4,0
2013
0



2014
0



2015
0




Kumulativ Brandenburg 2000-2012 – 882 Proben untersucht davon 25 positiv, Prävalenz 2,8%, 95% Konfidenzintervall 1,7 – 3,9%.

2.    Woher kommen die untersuchten Füchse? Werden sie dafür gezielt gejagt?
Es  wurden von zur Untersuchung auf Tollwut an das Landeslabor Ffo. eingesandten Füchsen Dünndarmabschnitte an das FLI in Wusterhausen eingesendet.

3.    Wird der Fuchsbandwurm vom Kreis bekämpft? Falls ja, wie wird er bekämpft und welche Kosten entstehen dadurch?
Nein. Die Bekämpfung des Fuchsbandwurmes in kleinen Territorien von der Größe der Landkreise ist bei der Verbreitung über große traditionelle Endemiegebiete wenig erfolgversprechend.

4.    Welche Zahlen liegen zu Echinokokkoseerkrankungen im Raum Landkreis Oder-Spree vor?
Nach Auskunft der Amtsärztin liegen dem Gesundheitsamt des Landkreises keine Meldungen über Erkrankungen an Echinococcose vor.

5.    Seit 01.Januar 2001 gilt der Landkreis als tollwutfrei. Wieviele Füchse müssen mindestens jährlich auf Tollwut untersucht werden, um diesen Status aufrecht zu erhalten und wieviele Füchse werden tatsächlich jährlich im Landkreis für eine solche Untersuchung erlegt ?

Jahr
SOLL
IST
2002
180 = 8/100km²
190
2003
180 = 8/100km²
205
2004
180 = 8/100km²
201
2005
180 = 8/100km²
175
2006
180 = 8/100km²
150
2007
180 = 8/100km²
195
2008
180 = 8/100km²
184
2009
180 = 8/100km²
183
2010
180 = 8/100km²
215
2011
180 = 8/100km²
209
2012
180 = 8/100km²
202
2013
90 = 4/100km²
104
2014
90 = 4/100km²
106
2015
90 = 4/100km²
90 per 30.06.15


6.    Welche Kosten entstehen dem Kreis bei einer Untersuchung auf den Fuchsbandwurm und kann diese Untersuchung parallel an erlegten Füchsen erfolgen, die auf Tollwut untersucht werden.
Bislang keine, da aus Landesmitteln finanziert, die Untersuchungen erfolgten bei Füchsen, die auf Tollwut untersucht wurden.
Die Gebühren des Landeslabores Berlin-Brandenburg für eine Sektion liegen bei 94,40€, für eine parasitologische Untersuchung auf Fuchsbandwurn bei 42,85€.

Begründung:
In den Jahren 2008 bis 2010 waren 1,5% der untersuchten Füchse im Landkreis mit dem Fuchsbandwurm befallen.
Die Auswertung der vorliegenden Befunde des FLI für Brandenburg in Form von Prävalenzschätzungen machen die Einstufung des Nord-Westens Brandenburgs in ein Gebiet mit relativ hoher Prävalenz sichtbar, der Osten Brandenburgs galt und gilt als Gebiet mit niedriger Parävalenz.
In der Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel , die als traditionelle Endemiegebiete gelten, wurde in den Jahren 1996 bis 1998 versuchsweise Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt, die danach in Brandenburg nicht weiter verfolgt wurden.

Wird der Fuchsbandwurm nicht durch Entwurmungsköder bekämpft, ist mit einer weiteren Ausbreitung zu rechnen. Steckt sich der Mensch mit diesem Parasiten an, führt dies unbehandelt meistens zum Tod.
Die Erkrankung an Echinococcose beim Menschen ist nach Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, Deutschlandweit werden jährlich zwischen 20 – 35 Fällen von Erkrankungen gemeldet, damit ist diese Erkrankung als sehr selten eingestuft.
Für exponierte Personenkreise wurde und wird über entsprechende Schutzmechanismen zur Verhinderung von Infektionen informiert.

i.V. Senger
DVM Maczek(VD), Amtstierarzt

Zusätzliche Frage an den Amtstierarzt Maczek von Anja Grabs nach Erhalt der Antworten:

Warum werden in den meisten Jahren mehr Füchse für die Untersuchung auf Tollwut erlegt, als notwendig?
Wir schreiben zu Beginn jeden Jahres alle Verantwortlichen der Jagdgebiete des Landkreises an mit der Bitte, uns erlegte Füchse zur Kontrolluntersuchung auf Tollwut einzusenden.
Wenn die SOLL Zahl erreicht ist, ist es nicht möglich, innerhalb kürzester Frist alle Jäger darüber zu informieren, es werden zudem immer Füchse geschossen.
Außerdem gibt es immer begründete Fälle, in denen die Tollwutdiagnostik anzuordnen ist, z. Bsp. Bißverletzungen mit Hunden, aufgefundene Füchse mit Personenkontakt etc.
Diese Tiere werden bei der Abfrage nach Tollwutuntersuchungen Fuchs mit gezählt.