10. Juli 2020

Gosen-Neu Zittau: Investor will eine Wohnsiedlung im Trinkwasserschutzgebiet errichten und dafür einen Wald abholzen. Bündnisgrüne kündigt Gegenstimme an.

Bild könnte enthalten: Pflanze, Baum, Himmel, Gras, im Freien und Natur
Kirchenacker Wald in Neu Zittau

Ein Investor plant im Waldgebiet „Kirchenacker“ in Neu Zittau (Landkreis Oder-Spree) eine neue Wohnsiedlung zu errichten. Das mitten im Trinkwasserschutzgebiet gelegene Areal, müsste für das Vorhaben großflächig abgeholzt werden. Dafür braucht es allerdings einen Bebauungsplan, deren Aufstellung die Gemeinde beschließen müsste. Auf der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Verkehr der Gemeindevertretung Gosen-Neu Zittau stellte der Investor Jesus Comesaña von der BBF Projekt GmbH am Donnerstagabend nun erstmalig öffentlich seine Pläne vor. Comesaña und seine Firma wollen etwa 40 bis 44 sogenannte Stadthäuser und etwa 18 Wohnungen errichten. Dazu sollen noch Grundstücke zum weiteren Verkauf entwickelt werden. Den Wald habe der Investor bereits von einer Gesellschaft gekauft. „Mich hat die Darstellung nicht überzeugt“, sagte die bündnisgrüne Gemeindevertreterin Anja Grabs im Anschluss: „Der Wald gehört als Naherholungsgebiet zu Neu Zittau. Das kann man nicht so einfach hergeben, nur weil ein Investor Rendite auf unsere Kosten wünscht."
Der redegewandte Comesaña lobte sein Projekt und versprach der Gemeinde Vorteile durch den Bau der neuen Wohnsiedlung für etwa 170 Personen. So soll sich später einmal das Satellitenbild von Gosen-Neu Zittau verbessern. Was die Anwohner davon konkret haben, blieb an dem Abend offen. Auch ein Ärztehaus, ein Haus für Senioren und ein Kinderspielplatz wurde versprochen. Konkreter wurde Comesaña an diesem Abend nicht. Dafür wurde der Investor nicht müde den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan durch die Gemeinde anzumahnen. Erst wenn der Beschluss da wäre, könne er Details sagen. Auch so mancher Vorteil – in der Sprache des Investors „Benefit“ genannt – entpuppte sich im Nachhinein als Luftnummer. So gibt es bereits schon heute einen Umweltpfad durch den Wald, der von den Schülern der angrenzenden Schule zur Umweltbildung genutzt wird.  Den wolle man abreißen und dann wieder neu bauen, wurde an dem Abend deutlich.

Auf Nachfrage von Anja Grabs musste der Investor eingestehen, dass es auch noch kein hydrogeologisches Gutachten für die Bautätigkeit im Trinkwasserschutzgebiet gibt. Die Untersuchung wolle Comesaña erst nach dem Aufstellungsbeschluss erstellen. „Mich hat verstört, dass er von der Aufwertung des Waldes zu einem Mischwald sprach. Er ließ sogar verlauten, dass die Artenvielfalt in einem Wohngebiet höher, als in einem Wald ist. Das ist vollkommen absurd.“, sagt Grabs. Man könne nicht für eine Wohnsiedlung einen Wald abholzen, einzelne Bäume stehen lassen, und womöglich ein paar neue Bäume pflanzen wollen und dann von einem Waldumbau sprechen, so die Umweltexpertin der Grünen Oder-Spree. Bereits schon heute sieht man in dem Wald, dass der Waldumbau voll im Gange ist. Von Ahorn bis Eichen, die bereits schon mehrere Meter hoch sind, geht der Waldumbau seinen natürlichen Weg. „Es entwickelt sich dort aktuell gerade ein natürlicher Mischwald.“, gibt Grabs zu denken. Entlarvend war auch die Ansage von Comesaña auf die Frage von Anwohnern, warum er denn auch ohne den Bau der Siedlung Waldumbau betreibt: Er könne seine dreißig Mitarbeiter nicht mit Holz bezahlen, erklärte der Investor.

„Ich werde dem Aufstellungsbeschluss nicht zustimmen“, sagt Grabs: „Damit werden unwiederbringlich Fakten geschaffen. Wenn wir in Gosen-Neu Zittau den Wald als unsere Naherholungsoase erhalten wollen, müssen wir von Anfang an dem Vorhaben einen Riegel vorschieben. Jegliche Verharmlosungen, dass wir in einer späteren Phase jederzeit das Projekt abblasen können und wir lediglich über den Aufstellungsbeschluss entscheiden, sind verheerend. Ohne Bebauungsplan, bleibt uns der Wald erhalten. Dafür werde ich mich einsetzen und ich hoffe, dass die anderen Gemeindevertreter, die in ihren Wahlprogrammen versprochen haben, sich für Natur und Umwelt einzusetzen, sich ebenfalls so entscheiden“, kündigt Grabs an.


24. Juni 2020

Kreisverwaltung räumt Fehler bei Rodung einer Vogelschutzhecke ein

PALMNICKEN: Unverhältnismäßiger vier Meter breiter Kahlschlag inmitten der Brutzeit. Die Mitarbeiter haben nicht vor der Grundstücksgrenze halt gemacht und teilweise auf fremdem Eigentum gefällt. Es handelt sich bei dem anliegenden Grundstück um eine Gartennutzung mit Permakultur und Terra preta. Permakultureller Anbau ist die Nutzungsweise mit der höchstmöglichen Schaffung von Artenvielfalt.
(Foto: Anja Grabs)

Nach Kritik der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kreistag Oder-Spree, räumte ein Beigeordneter der Kreisverwaltung ein, dass bei der Rodung einer Vogelschutzhecke am Bildungscampus Palmnicken in Fürstenwalde, Fehler gemacht wurden. „Es wurde in der Brutzeit gerodet, das ist verboten. Das ist uns durchgegangen“, meinte er. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass auch mindestens ein Baum gesetzeswidrig gerodet wurde.
Ziel der Rodung war die Freilegung und der Ersatz eines alten, maroden Zauns, der noch aus DDR-Zeiten stamme, so die Kreisverwaltung. „Teilweise ging es hier um einen Stacheldrahtzaun, das ist an einem Bildungsstandort nicht mehr zeitgemäß.“ Laut Verwaltung, wurden Kommunikationswege nicht eingehalten. „Der Sachverhalt wird jetzt aufgearbeitet. Am Standort wird es einen Ausgleich geben. Ein neuer Gehölzstreifen wird hergestellt.“

Fraktionsvorsitzende Anja Grabs meint hierzu: „Am Oberstufenzentrum in Fürstenwalde – Palmnicken werden jährlich unverhältnismäßige Rodungen durchgeführt. Die Vogelschutzhecke inmitten der Brutzeit zu fällen, ist hier nur ein Beispiel. Dabei wurde eine vier Meter breite Schneise geschaffen, um einen einfachen Metallzaun aufzustellen. Nachdem sich der anliegende Pächter bei der Kreisverwaltung beschwert hat, wird diesem nun vorgeschlagen, doch etwaige Gelege (wie zerstörte Vogeleier) der Kreisverwaltung vorzulegen, weil die Mitarbeiter des Landkreises solche nicht vor Ort gefunden hätten. Fakt ist, dass dieses Jahr, zum ersten mal seit Jahrzehnten, keine Fledermäuse am Standort zu beobachten sind. Die Mitarbeiter haben dem Pächter gegenüber gesagt, dass sie dort alles „sauber“ gemacht hätten. Diese Einstellung ist ein Grund der aktuellen Artenarmut. Die Natur muss nicht „gesäubert“ werden, es handelt sich bei der Natur nicht um ein Wohnzimmer. Der Campus Palmnicken verfügt über zahlreiche Grünflächen mit auffällig wenigen Bäumen. Die Flächen werden andauernd gemäht, um mit großem Einsatz von Zeit und Geld, das Statussymbol „Golfrasen“ zur Schau zu stellen. Von Blumenwiesen keine Spur. Es wird höchste Zeit, dass der Landkreis naturverträglicher mit seinen Flächen umgeht. Wir GRÜNE werden einen entsprechenden Antrag einbringen.“

4. Juni 2020

Müll sammeln im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See - Alle Termine für 2020

Anja Grabs im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See - April 2020

Weil Arbeitseinsätze in Gruppen nicht erlaubt sind, gilt #alleinsammeln bzw. sammeln mit der Familie. Daher ist auch keine feste Uhrzeit festgelegt sondern der ganze Tag. Wir treffen uns nicht und wenn, dann halten wir Abstand zueinander. Das Naturschutzgebiet ist groß!
Ablauf: Am Termin nachschauen, ob noch ein oder mehr Müllsäcke in die eigene Mülltonne reinpassen. Am nächsten Tag werden die Mülltonnen in Gosen-Neu Zittau abgeholt. Wir entsorgen den Müll also privat in unseren eigenen Mülltonnen.
Was wird benötigt: Handschuhe und/oder Greifer, Müllsäcke, Gummistiefel.
Achtung: Nicht in "Matsch" treten. Das ist Moorbereich und man bleibt leicht stecken.
Außerdem keine Dachpappe anfassen (Asbest)!
Fotos in der Facebookgruppe "Die Aufheber in Gosen- Neu Zittau" oder an kontakt@anja-grabs.de sind willkommen.
Ich freue mich über tatkräftige Unterstützung. 
Parallel laufen derzeit Anfragen meinerseits, um die Verantwortlichen für das Naturschutzgebiet in die Pflicht zu rufen und sie aufzufordern die starke Umweltverschmutzung zu beseitigen. Eigentum verpflichtet und Naturschutzgebiete müssen ausreichendes Management erhalten. Bis es soweit ist, müssen wir selbst aktiv werden. Ich werde regelmäßig über Neuigkeiten berichten.

Termine:

5. Juni 2020
2. Juli 2020
30. Juli 2020
27. August 2020
24. September 2020
22. Oktober 2020
19. November 2020
17. Dezember 2020

Zum Weiterlesen
DDR Müll im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See


15. Mai 2020

Gosen-Neu Zittau investiert in Baumschutz

Am 13. Mai 2020 hat die Gemeinde Gosen-Neu Zittau, aufgrund der Initiative von Anja Grabs (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), 12.000 Euro für Baumpflanzungen in den Haushalt des laufenden Jahres gestellt. "Dies ist die höchste Summe aller Zeiten, die von der Gemeinde Gosen-Neu Zittau, in Baumpflanzungen innerhalb eines Jahres investiert wird. Damit können wir den Alleenschutz, zum Beispiel in der Eichwalder Straße in Gosen, voran treiben. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und werde für den Haushalt im nächsten Jahr 20.000 Euro für Baumpflanzungen beantragen.", freute sich Gemeindevertreterin Anja Grabs.

Ideen für Standorte und einheimischen Baumarten für Neupflanzungen in der gesamten Gemeinde Gosen-Neu Zittau, können jederzeit an kontakt@anja-grabs.de gesendet werden. Ideen der Bürgerinnen und Bürger werden gerne berücksichtigt.

Besuch im Wald "Kirchenacker" in Neu Zittau

Der Gemeindevertretung liegt eine Beschlussvorlage vor, dass das Waldgebiet Kirchenacker in Neu Zittau, in ein Wohngebiet umgewandelt werden soll.

Gerne hätte ich eine gemeinsame Begehung mit Neu Zittauern und der Gemeindevertretung organisiert, aber leider darf man sich derzeit nicht in Gruppen treffen. Daher hoffe ich, dass es jeder Gemeindevertreter selbst in den Kirchenacker schafft, um sich vor Ort einen Einblick zu verschaffen und keine Entscheidungen vom "Schreibtisch/Sitzung" zu treffen. Als Gosenerin ist es bei mir schon einige Zeit her, als ich das letzte mal dort war, so dass ich mir daher heute ein Bild vor Ort gemacht habe. Es handelt sich nicht um eine Kiefernmonokultur sondern um ein sich überlassenes Gebiet, dass mit altem Kiefernbestand dominiert wird, aber einen wenig bis hohen aufkommenden natürlich Laubmischwald zeigt. Ich konnte dort einige Arten entdecken. 

Neu Zittau ist sehr stark mit Feinstaub belastet. Diese Problematik wird weiterhin durch zunehmenden Verkehr noch größer werden. Der Kirchenacker dient der Berliner Straße als "grüne Lunge" und weist selbstverständlich die ganzen bekannten Vorteile eines Waldgebietes auf: 

- Klimaschutz
- Trinkwasserschutz 
- Naturschutz
- Bodenschutz
- Sicht- und Lärmschutz
- gesundheitliche Aspekte
- Waldpädagogik

und viele mehr. Für mich persönlich gelten der Klimaschutz, der Artenschutz sowie die Nachhaltigkeit als stärkste Argumente. Wollen wir unseren Kindern und Enkelkindern in Neu Zittau eine lebenswerte Umwelt hinterlassen, muss der Wald dringend erhalten werden. Im Laufe der Jahrzehnte würde er so mit hoher Wahrscheinlichkeit zum naturnahen Mischwald umgebaut werden und um jedes Jahr seinen Nutzen für den Klimaschutz (durch die älter werdenden Laubbäume) und den Artenschutz (durch neu einwandernde Arten) erhöhen. Ein Wald lässt sich nicht vernünftig durch Ausgleichsmaßnahmen ersetzen.

Wir werden im kommenden Bau-Ausschuss weitere Informationen erhalten. Das Gebiet befindet sich im Außenbereich und ist im Flächennutzungsplan als Waldfläche dargestellt. Bebauung im Außenbereich führt zu einer Zersiedelung der Landschaft und entspricht nicht einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung. Ich werde gegen die Aufstellung eines Bebauungsplanes stimmen. 

Bild könnte enthalten: Pflanze, Baum, Himmel, Gras, im Freien und Natur
Hier entsteht ein natürlicher Mischwald.

Bild könnte enthalten: Blume, Pflanze, Natur und im Freien
Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyha)

Bild könnte enthalten: Baum, Himmel, Pflanze, im Freien und Natur
Aufwachsen in der Natur: Selbstgebauter Naturspielplatz. 
Bild könnte enthalten: Blume, Pflanze, Himmel, Natur und im Freien
Schlafende männliche Sandbiene (Andrena sp.) auf Löwenzahn.


Bild könnte enthalten: Baum, Himmel, Pflanze, Gras, Wolken, im Freien und Natur
Der geschützte Trockenrasen grenzt direkt an das Waldgebiet. Seltene Tierarten benötigen oftmals zwei unterschiedliche, nebeneinander existierende Biotope.

Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, im Freien und Natur
Einjähriges Silberblatt (Lunaria annua)

Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, Natur und im Freien
Späte Traubenkirsche (Prunus serotina)
Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, Himmel, Natur und im Freien
Eine von zahlreichen jungen Stieleichen.


Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, Natur und im Freien
Schöllkraut (Chelidonium majus)

Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, Natur und im Freien
Maiglöckchen

Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, Natur und im Freien
Rupprechtskraut (Geranium robertianum)

Bild könnte enthalten: Pflanze, Baum, im Freien und Natur
Eibe

Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, im Freien und Natur
Zypressen Wolfsmilch dient dem immer seltener werden Wolfsmilchschwärmer als Futterpflanze.

Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, im Freien und Natur
Zwergmispel

7. Mai 2020

Neu Zittau - Mühlenberg ist Ambrosiafrei

Archivbild Ambrosia
(Foto: Anja Grabs)



Mai 2020
Es gibt in diesem Jahr kein Ambrosia auf dem Mühlenberg. Grund: Die Neu Zittauer haben es eigenständig entfernt. Mehrere tausend Quadratmeter! Ich habe seit mindestens 10 Jahren dort Arbeitseinsätze durchgeführt und diese immer öffentlich gemacht. Wir konnten aber nie alles entfernen. Ich habe einen Anwohner heute dazu befragt: Direkte Anwohner des Mühlenberges haben dieses Jahr schon sehr früh angefangen, die Pflanzen rauszuziehen. Mit viel Fleiß und Erfolg, denn ich konnte dieses Jahr kein Ambrosiavorkommen dort finden. Daher muss zum ersten Mal kein Arbeitseinsatz aufwendig geplant und durchgeführt werden (bisher hat immer die Gemeinde die Pflanzen entsorgt). Vielen Dank an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Neu Zittau! Jetzt heißt es dranbleiben, denn die vielen Samen im Boden, werden weiterhin keimen. Ich werde weiterhin jährlich nachschauen, ob Arbeitseinsätze geplant werden müssen.


Hier geht es zur Pressemitteilung aus dem letzten Jahr 2019:


Voller Erfolg - Ambrosia Arbeitseinsatz in Neu Zittau 2019
In einem über zweistündigen Arbeitseinsatz konnten Helferinnen und Helfer aus Neu Zittau, Gosen und Umgebung am Internationalen Ambrosiatag, den 22. Juni 2019, einen großen Teil des Ambrosiavorkommens auf dem Mühlenberg in Neu Zittau bekämpfen.


Die Pflanzen der Ambrosia psilostachya (Ausdauerndes Traubenkraut) wurden mitsamt der Wurzel rausgerissen und in einem Transporter der Gemeinde gesammelt und fachgerecht entsorgt.

Ambrosia gehört zu den stärksten Allergie-Auslösern und kann zu Asthma führen. Auf dem Mühlenberg hat sich die Pflanze vor allem durch illegal entsorgte Gartenabfälle, die Vogelfutter mit Ambrosiasamen beinhalteten, auf weit über 4.000 Quadratmeter ausgebreitet. Das Ambrosiavorkommen verdrängt den Magerrasen auf dem Mühlenberg, der ein Rückzugsgebiet für gefährdete Tier- und Pflanzenarten darstellt.

Die Organisatorin und bündnisgrüne Kreistagsabgeordnete Anja Grabs ist zufrieden mit dem Ergebnis: „Mein Dank gilt den Helferinnen und Helfern sowie Bürgermeister Schwedowski. Wichtig ist die Bürgerinnen und Bürger darauf zu sensibilisieren, wie sehr illegal entsorgte Gartenabfälle die Natur zerstören können, sie gehören zu den stärksten von den Menschen selbst verursachten Problemen in der freien Naturlandschaft. Diese Aktion ist sehr nachhaltig, einige Freiwillige werden hier auf eigene Faust zurückkehren und einen sehr wichtigen Beitrag für den Natur- und Artenschutz leisten. Ich werde mich darüber hinaus dafür einsetzen, dass die Gemeinde dauerhaft jedes Jahr im Juni auf diesem selten gewordenen Magerrasen aktiv wird.“

5. Mai 2020

Wildbienenschutz - Mein Leserbrief an die Märkische Oderzeitung

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), Weibchen beim Pollensammeln an Kuhblume (Taraxacum)
Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) muss nicht künstlich angesiedelt werden. Sie ist eine häufige Art und kann problemlos mit Hilfe von Nisthilfen gefördert werden - sofern keine Pestizide eingesetzt werden. Die künstliche Ansiedlung von Wildtieren sollte dringend, bei ungefährdeten Arten, unterlassen werden. 
(Foto: Fritz Geller-Grimm)
Eine der vielen Obstplantagen in Frankfurt/Oder. Dort wo gespritzt wurde, ist alles tot.
(Foto: Ranger Nico)
Laut Mathias Hausding von der Märkischen Oderzeitung, leisten Landwirte einen Beitrag zur Artenvielfalt, wenn sie Pestizide einsetzen, um sich dann Wildbienen einzukaufen (weil ihnen die Bestäuber fehlen).

Der Kauf von Wildbienen und dessen gewollte Wildbienenzucht leistet jedoch definitiv KEINEN Beitrag zur Artenvielfalt. 

Zum Kommentar von Mathias Hausding: Kommentar

Sehr geehrter Herr Hausding,

wenn beim Obstbau Pestizide eingesetzt werden, dezimiert man damit mehrere hundert Arten an natürlich vorkommenden Insekten. Die meisten Arten davon sind keine sogenannten Schädlinge. Dazu gehören zum Beispiel viele Schmetterlingsarten, Käferarten und selbstverständlich auch alle natürlich vorkommenden Wildbienenarten, wovon über die Hälfte von ihnen in ihrer Art bedroht sind. Wenn man also diese vielen hundert Arten an Ort und Stelle mit Pflanzenschutzmitteln vernichtet und dann eine Wildbienenart einkauft, weil man Bestäuber benötigt, dann kann nicht davon die Rede sein, dass "Landwirte einmal mehr einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.", wie Sie schreiben. Vielmehr handelt es sich um eine Vernichtung hundert lokal vorkommender Arten. Der Insektenbestand von Null auf eine einzige eingekaufte Wildart trägt nicht zur Artenvielfalt bei, sondern spiegelt eine reine Symptombehandlung wieder: Ich vernichte alle Arten und weil mir die Bestäuber fehlen, kaufe ich eine Art ein. Das ist dann eher ein Beitrag für die große aktuelle Artenarmut. Die Monokultur muss hier grundsätzlich hinterfragt werden. Wenn keine Pestizide eingesetzt werden, kann man die lokal vorkommenden Arten wunderbar selbst unterstützen. So wie man das bei Streuobstwiesen bereits tut, die eine sehr hohe Artenvielfalt aufweisen und komplett ohne Pestizide auskommen.

Der Leserbrief wurde nicht in der Märkischen Oderzeitung abgedruckt. Laut Hausding handelt es sich bei meinen Aussagen um unbewiesene Behauptungen in einer aufgeheizten Debatte. Darauf habe ich ihm u. a. mit folgendem Satz geantwortet: "Dass das Bienensterben unmittelbar auch mit dem weltweiten Einsatz von Pestiziden in Zusammenhang steht, ist allgemeiner Konsens und kann in zahlreichen Fachartikeln nachgelesen werden."