11. Juni 2022

Warum die Wildschweinjagd als Prävention gegen die Afrikanische Schweinepest nicht wirkt - und Zäune eigentlich auch nicht

Herbst 2020 (Updates s. unten)
Die Afrikanische Schweinepest verbreitet sich mit Hilfe von Wildschweinen in einer Geschwindigkeit von 200 km pro Jahr. Demnach müsste sie im Landkreis Oder-Spree nächstes oder übernächstes Jahr aus Polen eindringen, wenn es keine Zäune zur Abwehr von Wildschweinen gäbe. Theoretisch.

Zäune
Der Landkreis Oder-Spree kontrolliert täglich 42 Kilometer lange Zäune, um Wildschweine aus Polen daran zu hindern in den Landkreis einzudringen. Diese Zäune sind eine gute ethische Lösung, um das Virus von Wildschweinen in Deutschland fernzuhalten.

Doch wie sicher sind diese Zäune? Schauen wir uns hierzu die Grenzübergänge an. Wenn nachts wenig Zugverkehr herrscht, schaffen es die Wildschweine über die Eisenbahnschienen nach Deutschland. Wildschweine aus Polen könnten den Weg somit in diese Richtungen wandern:

Tantow - Szczecin-Gumience
Küstrin-Kietz - Kostrzyn
Frankfurt (O) - Kunowice
Guben - Gubin
Forst - Zasieki

Schaffen es die Wildschweine nicht über die Schiene nach Deutschland, könnten sie dafür die Straße wählen. Dafür stehen ihnen zahlreiche Grenzübergänge alleine zwischen Brandenburg und Polen zur Verfügung:

Rosow
Mescherin 
Schwedt/Oder
Hohenwutzen
Küstrin/Kietz
Frankfurt Oder Stadtbrücke
Frankfurt Oder Autobahn
Neißemünde, Ortsteil Coschen, Grenzbrücke Neißewelle
Guben Stadtbrücke
Guben, Gubinchen
Forst
Forst Autobahn

Die Sinnhaftigkeit dieser Brücke aus EU-Geldern wurde heiß diskutiert: Die wenig befahrene Brücke von Coschen nach Polen. Auf deutscher Seite idyllisches Dorf. Auf polnischer Seite Natur. Ein bequemer Übergang für Wildschweine.
(Foto: Andreas Lippold)







Die Jagd auf gesunde Populationen, so wie sie im Landkreis Oder-Spree durchgeführt wird, ist unwirksam als Prävention gegen die Afrikanische Schweinepest. Dadurch werden die Ressourcen in vermeintlich wildschweinfreien Zonen freigegeben, die zu überdurchschnittlichen Vermehrungsraten führen. Solche Gebiete werden schneller von Wildschweinen neu besiedelt, als ein Jäger schießen kann. Um ein von der Afrikanischen Schweinepest betroffenes Gebiet vom Virus zu befreien, muss es für 190 Tage durchgehend wildschweinfrei bleiben. 
Um diese subjektive Ohnmacht zu überwinden, dass der Mensch nicht mehr mit der Jagd hinterherkommt, denkt man sich immer neue Jagdmethoden aus. Aktuell werden Lebendfallen im Landkreis als neuestes Mittel eingesetzt werden, um noch mehr Wildschweine zu töten. 

Warum die Wildschweinpopulation in den vergangenen Jahren so rasant gestiegen ist, hat mehrere Ursachen:

1. Im Jahr 2019 nahm der Maisanbau in Brandenburg um 7 % im Vergleich zum Vorjahr zu. Es wurden 228.600 ha Mais angebaut. Ich denke mehr muss man über dieses Lieblingsfutter von Schweinen überhaupt nicht sagen. Vielleicht noch eins: Im Mais finden die Wildschweine ideale Rückzugsorte. Sie sind dort für den Jäger fast unsichtbar. 

2. Die Jagd wird vor allem mit Hilfe von Kirrungen (Lockfütterungen) durchgeführt. Theoretisch dienen Kirrungen nur als Lockmittel. Praktisch fressen Jungtiere davon und werden dadurch ein ganzes Jahr zu früh geschlechtsreif. Daher entsteht der Teufelskreis: vermehrte Jagd - vermehrte Kirrungen - verfrühte Geschlechtsreife - höhere Wildschweinvorkommen.

3. Wird durch die Jagd ein Revier frei, reagieren Wildschweine mit erhöhter Fruchtbarkeit. Sie bringen dann mehr Jungtiere zur Welt. Ein weiterer Teufelskreis entsteht: freie Reviere - erhöhte Fruchtbarkeit - mehr Jungtiere - höhere Wildschweinvorkommen.

4. Klimawandel: Durch die immer häufiger aussetzenden und milder werdenden Winter, erhalten Wildschweine optimale Nahrungs- und Deckungsmöglichkeiten. Eichen- und Buchenmastjahre treten klimabedingt immer häufiger auf. 

Die Liste könnte man hier noch viel weiter fortführen. Fakt ist, dass sich aktuell Wildschweine, aufgrund der menschengemachten Bedingungen, optimal ausbreiten können. Ein Ende der Ausbreitung ist derzeit nicht in Sicht. Subjektiv wird das aktuelle Vorkommen von Wildschweinen zumeist als zu hoch eingestuft. Die Landwirte klagen über Ernteausfälle. Gärtner über umgegrabene Gemüsebeete. 

Muss der Jäger die Wildschweinpopulation eindämmen?
Ganz klar: Nein! Die Natur reguliert sich von selbst. Wenn der Jäger nicht eingreift, wird es zu einer natürlichen Regulierung kommen. Die Anzahl der Wildschweine wird sinken, wenn sinnvolle präventive Maßnahmen stattfinden. 

Aktuelle präventive Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Wildschweinen:

1. Jagd. (seit Jahrzehnten ohne Erfolg)

2. Zäune an der Grenze zu Polen. (ohne Erfolg)

Als Prävention gegen die Afrikanische Schweinepest im Landkreis Oder-Spree sind stattdessen folgende Maßnahmen sinnvoll:


- die Jagd muss auf ein absolutes Minimum reduziert werden, um gesunde Populationen zu erhalten, die durch den fehlenden Jagddruck an weniger Stress leiden und somit ein gutes Immunsystem aufbauen können. Grundsätzlich gilt, das Überlebende von Seuchen den genetischen Widerstand gegen ein Virus erhöhen. Durch ein geschwächtes Immunsystem jedoch, können sich die Tiere leichter infizieren. 

- Kirrungen sind im Landkreis komplett einzustellen oder zumindest nur auf einer Höhe von 70cm vorzunehmen (Bachentisch), so dass Frischlinge keinen Zugang dazu haben.

- Tests: bei Fall- und Unfallwild

- Aufklärung: Aufklärungsmaterial zum Thema: "Entsorgung von Schweinefleisch" für den Download im Online-Bereich des Landes und der Landkreise. 

- Aufklärende Beschilderung an Autobahnparkplätzen, damit Wildschweine nicht an infizierte Essensreste gelangen

- Elektrozäune beim Maisanbau

- Risikoampel der Universität Vechta: Regelmäßige Werbung bei Schweine-Betrieben dieses Hilfsmittel zu nutzen, um präventiv arbeiten zu können.

- Förderung der natürlichen Fressfeinde in Deutschland:
Wolf
Fuchs
Uhu
Wildkatze
Luchs

Impfstoff
Aktuell liefern sich einige Länder, darunter vor allem China und die USA ein Kopf-an-Kopf Rennen in der Impfstoffforschung. Erste Erfolge können in der Forschung zur Kenntnis genommen werden. Bis es zu einem kommerziellen Impfstoff kommt, werden noch einige Jahre vergehen. 

Zum Weiterlesen
Eine weiteres Epidemiethema, zu dem ich ein Buch veröffentlicht habe:
Der Fuchsbandwurm in Deutschland und wie wir ihn ausrotten können von Anja Grabs

Pressebericht vom 27.04.2020
MOZ: Oder-Spree setzt auf Lebendfallen zur Wildschweinjagd

Update am 5. Mai 2020
Bei Ratzdorf sind Wildschweinrotten unterwegs. Zwischen Kraftwerk und Mülldeponie in Fürstenberg, kommen Wildschweine über die Oder. Fürstenberg ist nicht eingezäunt in Richtung Oder. Dort wird aktuell mit Vergrämung gearbeitet. 

Update am 9. September 2020
Der 1. Fall der Afrikanischen Schweinepest wurde im Landkreis Spree-Neiße festgestellt. Am 10. September 2020 wird der Landkreis Oder-Spree eine Krisensitzung halten.

Update am 21. April 2021
Die ASP existiert im Landkreis Oder-Spree seit 224 Tagen. Es wurden 528 Ausbrüche im Landkreis amtlich bestätigt. 230 Quadratkilometer wurden in vier Gebieten eingezäunt. Im Land Brandenburg gelten 2.400 Quadratkilometer als gefährdetes Gebiet. 2021 wurden 32 Mio. Euro im Haushalt des Landes für Zäune und Unterstützung der betroffenen Landwirte eingestellt. Im Landkreis Oder-Spree gibt es 99 Schweinehalter mit 27.700 Tieren. Das Veterinäramt im Kreis Oder-Spree zeigt sich optimistisch und hofft auf eine Stagnation der Ausbreitung mit Hilfe von Zäunen, Jagd und Fallwildsuche. 

Update am 1. Juni 2022
Auf einem Sonderkreistag zum Thema Landwirtschaft des Landkreises Oder-Spree, meldeten sich ausschließlich konventionelle Landwirte zu Wort. Sie verwiesen überwiegend auf die globale Landwirtschaft ohne anzuerkennen, dass sich die Nachfrage nach Regionalität und Biolandwirtschaft in einem Dauertrend im starken Wachstum befinden. 

20. Mai 2022

Kirchenacker in Neu Zittau kommt im August 2022 in die Gemeindevertretung

Kirchenacker
(Foto: Anja Grabs)


11. Mai 2022
Über den Aufstellungsbeschluss zum Thema Kirchenacker wird im August 2022 in der Gemeindevertretung abgestimmt. Er wird im kommenden Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr sowie im Ortsbeirat Neu Zittau vorbesprochen. Die Fläche "Kirchenacker" in Neu Zittau soll zu 40 % bebaut werden. Das Gebiet ist u.a. Landschaftsschutz- sowie Trinkwasserschutzgebiet. 

4. Oktober 2021
Aufgrund vieler Gegenstimmen aus der Gemeindevertretung, hat die Firma BBF Projekt GmbH heute im Ausschuss für Bauen/Umwelt/Verkehr einen Kompromiss vorgeschlagen. Es sollen nun nicht mehr 10 Hektar, sondern 4 Hektar der Fläche bebaut werden. Dabei sollen 22 Baugrundstücke zwischen 765 und 1.387 Quadratmetern entstehen, sowie 7 straßenbegleitende Stadtvillen und 3 große potentielle Schulgebäude (anliegend am Schulgelände).
"Damit würde weiterhin fast die Hälfte des Waldes verschwinden, so dass ich mich erneut gegen solch ein Vorhaben ausgesprochen habe. Aus meiner Sicht wäre ein Kompromiss nur dann möglich, wenn wir ausschließlich das Schulgelände um ein bis zwei Gebäude erweitern, um den Schulstandort Neu Zittau qualitativ weiterzuentwickeln. Damit würde fast der komplette Wald als Erholungsort für die Neu Zittauer bestehen bleiben.", so Grabs.

Gosen-Neu Zittau: Investor will eine Wohnsiedlung im Trinkwasserschutzgebiet errichten und dafür einen Wald abholzen. Bündnisgrüne kündigt Gegenstimme an.
10. Juli 2020
Ein Investor plant im Waldgebiet „Kirchenacker“ in Neu Zittau (Landkreis Oder-Spree) eine neue Wohnsiedlung zu errichten. Das mitten im Trinkwasserschutzgebiet gelegene Areal, müsste für das Vorhaben großflächig abgeholzt werden. Dafür braucht es allerdings einen Bebauungsplan, deren Aufstellung die Gemeinde beschließen müsste. Auf der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Verkehr der Gemeindevertretung Gosen-Neu Zittau stellte der Investor Jesus Comesaña von der BBF Projekt GmbH am Donnerstagabend nun erstmalig öffentlich seine Pläne vor. Comesaña und seine Firma wollen etwa 40 bis 44 sogenannte Stadthäuser und etwa 18 Wohnungen errichten. Dazu sollen noch Grundstücke zum weiteren Verkauf entwickelt werden. Den Wald habe der Investor bereits von einer Gesellschaft gekauft. „Mich hat die Darstellung nicht überzeugt“, sagte die bündnisgrüne Gemeindevertreterin Anja Grabs im Anschluss: „Der Wald gehört als Naherholungsgebiet zu Neu Zittau. Das kann man nicht so einfach hergeben, nur weil ein Investor Rendite auf unsere Kosten wünscht."
Der redegewandte Comesaña lobte sein Projekt und versprach der Gemeinde Vorteile durch den Bau der neuen Wohnsiedlung für etwa 170 Personen. So soll sich später einmal das Satellitenbild von Gosen-Neu Zittau verbessern. Was die Anwohner davon konkret haben, blieb an dem Abend offen. Auch ein Ärztehaus, ein Haus für Senioren und ein Kinderspielplatz wurde versprochen. Konkreter wurde Comesaña an diesem Abend nicht. Dafür wurde der Investor nicht müde den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan durch die Gemeinde anzumahnen. Erst wenn der Beschluss da wäre, könne er Details sagen. Auch so mancher Vorteil – in der Sprache des Investors „Benefit“ genannt – entpuppte sich im Nachhinein als Luftnummer. So gibt es bereits schon heute einen Umweltpfad durch den Wald, der von den Schülern der angrenzenden Schule zur Umweltbildung genutzt wird.  Den wolle man abreißen und dann wieder neu bauen, wurde an dem Abend deutlich.

Auf Nachfrage von Anja Grabs musste der Investor eingestehen, dass es auch noch kein hydrogeologisches Gutachten für die Bautätigkeit im Trinkwasserschutzgebiet gibt. Die Untersuchung wolle Comesaña erst nach dem Aufstellungsbeschluss erstellen. „Mich hat verstört, dass er von der Aufwertung des Waldes zu einem Mischwald sprach. Er ließ sogar verlauten, dass die Artenvielfalt in einem Wohngebiet höher, als in einem Wald ist. Das ist vollkommen absurd.“, sagt Grabs. Man könne nicht für eine Wohnsiedlung einen Wald abholzen, einzelne Bäume stehen lassen, und womöglich ein paar neue Bäume pflanzen wollen und dann von einem Waldumbau sprechen, so die Umweltexpertin der Grünen Oder-Spree. Bereits schon heute sieht man in dem Wald, dass der Waldumbau voll im Gange ist. Von Ahorn bis Eichen, die bereits schon mehrere Meter hoch sind, geht der Waldumbau seinen natürlichen Weg. „Es entwickelt sich dort aktuell gerade ein natürlicher Mischwald.“, gibt Grabs zu denken. Entlarvend war auch die Ansage von Comesaña auf die Frage von Anwohnern, warum er denn auch ohne den Bau der Siedlung Waldumbau betreibt: Er könne seine dreißig Mitarbeiter nicht mit Holz bezahlen, erklärte der Investor.

„Ich werde dem Aufstellungsbeschluss nicht zustimmen“, sagt Grabs: „Damit werden unwiederbringlich Fakten geschaffen. Wenn wir in Gosen-Neu Zittau den Wald als unsere Naherholungsoase erhalten wollen, müssen wir von Anfang an dem Vorhaben einen Riegel vorschieben. Jegliche Verharmlosungen, dass wir in einer späteren Phase jederzeit das Projekt abblasen können und wir lediglich über den Aufstellungsbeschluss entscheiden, sind verheerend. Ohne Bebauungsplan, bleibt uns der Wald erhalten. Dafür werde ich mich einsetzen und ich hoffe, dass die anderen Gemeindevertreter, die in ihren Wahlprogrammen versprochen haben, sich für Natur und Umwelt einzusetzen, sich ebenfalls so entscheiden“, kündigt Grabs an.

Misteln - Eine Gefahr für die Bäume?

 

Bekämpft man Misteln, vernichtet man damit auch alle Arten, die unmittelbar von ihnen abhängig sind. Zum Beispiel den Mistel-Glasflügler (Syanthedon loranthi).
(Foto: Siga)


Der NABU Münster ließ verlauten, dass Misteln zunehmend die Streuobstbestände bedrohen und so kam auch im Landkreis Oder-Spree die Frage auf, ob es bei uns einen Handlungsbedarf gibt. Laut dem NABU Bundesfachausschuss Streuobst, gibt es in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland Pfalz massenhafte Ausbreitungen. Lokal kommen flächendeckende Befalle vor, welche die Streuobstwiesen in ihrem Bestand gefährden sollen. Und auch im Land Brandenburg beobachtet man eine zunehmende Verbreitung der Mistel, die vor wenigen Jahrzehnten noch seltener anzutreffen war. 

Ökologie der Misteln

Zunächst gilt es festzustellen, dass Misteln nicht jeden Baum zum absterben bringen. Sie ist ein Halbschmarotzer und gilt als Parasit. Parasiten verfolgen nicht das Ziel ihre Wirte zu töten, weil dies einem Suizid gleichkäme. Dies passiert eher ausversehen, weil die Bäume eh geschwächt sind. Es wäre also abzuklären, wie alt die Streuobstbestände, von denen berichtet wird, bereits sind. Handelt es sich um über 100 Jahre alte Apfelbäume, dann haben diese Bäume bereits ihr "Rentenalter" erreicht, da sie unter guten Bedingungen ca. 150 Jahre alt werden können. Streuobstbestände zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie Bäume unterschiedlichen Alters haben. 

Blick auf die Misteln

Der Mensch sieht sich als hierarchisch höchstes Wesen an, welches die Natur einerseits beherrscht und andererseits die Natur auch beherrschen WILL. Dies geht soweit, dass er denkt, er muss die Natur vor der Natur selbst schützen. Bekämpft also die Natur (die Mistel) die Natur (den Baum), dann wird nach Lösungen gesucht. Diese Herangehensweise ist falsch. Der Mensch muss die Natur nicht vor der Natur bewahren oder retten. Das schafft die Natur auch ohne den Menschen. Wir gehen ja auch nicht nach Afrika, sperren alle Löwen in Käfige ein und füttern sie mit veganem Fleischersatz. Die Natur DARF die Natur bekämpfen und die Menschen müssen das aushalten (lernen). Somit sollten wir bei den Misteln niemals von einer "Plage" reden oder von einer "Gefahr". Wer Streuobstbestände pflegt, muss nun keine Ängste haben, dass seine ganzen Bestände jetzt von Misteln vernichtet werden. 

Misteln werden für viel Geld auf Weihnachtsmärkten verkauft. Da kostet ein einzelner Zweig gerne fünf bis zehn Euro. Warum nicht die Misteln verkaufen und sich damit Geld verdienen? Dieses saisonale Weihnachtsgeschäft könnte das Erntegeschäft von Obst im Sommer und im Herbst ergänzen. Es ist alles nur eine Frage der Ansicht. 

Bekämpfung

Eine Bekämpfung von Misteln ist nur dann notwendig, wenn es um finanzielle Einbußen geht. Beispiel: Lebt jemand von dem Verkauf von Obst, ist also finanziell davon abhängig und verfolgt das Ziel soviel Ernte-Erträge wie möglich zu haben, dann kann eine Bekämpfung der Mistel erfolgen (oder man sucht nach Alternativen). Die Bekämpfung ist äußerst einfach: Im Winter, wenn die Obstbäume beschnitten werden (meist Januar oder Februar), werden die Misteln einfach am Stamm abgebrochen. Danach treibt die Mistel neu aus, bildet aber in diesem Jahr noch keine Beeren und kann sich somit nicht auf andere Bäume ausbreiten. Dieser Vorgang muss jährlich wiederholt werden und wird die Mistel stark schwächen. Ein Zurückschneiden ins Holz, wie es oftmals empfohlen wird, schwächt den Baum vermutlich genauso stark, wie der Mistelbefall selbst. Zumal dem Baum dann ein Ast fehlt, der mit Obst abgeerntet werden könnte. 

Handelt es sich jedoch um eine Streuobstwiese, die ein Verein unterhält, um Artenschutz zu betreiben und dem es nicht so wichtig ist, wieviele Kilogramm Obst er jedes Jahr verkauft, dann ist die Bekämpfung unangebracht. Wird nämlich eine Streuobstwiese aus Artenschutzgründen angelegt, dann gehört die Mistel zum Artenerhalt dazu und sollte damit auch nicht bekämpft werden. Die Mistel ist ja nicht nur eine Art, sondern sie unterhält viele weitere Arten: die Vögel ernähren sich von ihren Beeren im Winter (während Obstbäume keine Nahrung mehr bieten) und die Insekten profitieren von ihrem Nektar. Zahlreiche Insektenarten, darunter eine Rüsselkäferart: der Mistel-Spitzmausrüssler, sind ausschließlich von Misteln abhängig und können daher in der Biodiversität der Misteln dazugerechnet werden. 

Zukunft

Die Natur ist nicht statisch. Wenn Obstbäume ständig und immer wieder von Misteln befallen werden, werden sie sich über die nächsten Jahrhunderte diesbezüglich etwas einfallen lassen. So sind bereits heute europäische Eichen und Rotbuchen "mistelfest" und können von diesen nicht befallen werden. Auch Birnen lassen sich nicht so gut von ihnen parasitieren, so dass bei Streuobstwiesen, die stark von Misteln befallen sind, vermehrt Birnenbäume zum Einsatz kommen könnten, um den Arbeitsaufwand des Mistelentfernens im Winter zu reduzieren.

5. Mai 2022

Kurzbericht vom Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr in Gosen-Neu Zittau

Autoreifen auf dem Spielplatz werden abgeschafft.
(Foto: Anja Grabs)


Waschbär im alten Gebäude der Kita Neu Zittau sorgt für Bauschäden und Gestank: Gemeinde wird sich darum kümmern.

Heimatmuseum in Neu Zittau weiterhin in desolatem Zustand: Geld für Sanierung ist da. Gemeinde kümmert sich.

Das Naturschutzgebiet Gosener Wiesen ist von Umweltverschmutzung betroffen. Verpackungsmüll von Baumaßnahmen und sonstiger Plastikmüll fliegt mit dem Wind im Bereich der Siedlung beim Fußballplatz in Gosen in das Naturschutzgebiet. Dazu kommen Zigarettenkippen, die dort überall rumliegen.

Am 24.5.22 findet ein Online Seminar zu Kinder- und Jugendbeteiligung statt.

29.6.22 um 19 Uhr findet eine Infoveranstaltung im Gemeindesaal Gosen statt: Umland im Dialog: BER Dialogforum: Emissionen, Lärmschutz etc. / Gäste sind willkommen.

Antrag der Gemeinde Gosen- Neu Zittau für Tempo 30 der ortsdurchführenden L 30 und L 39 vom Ortseingang Gosen aus Richtung Berlin-Müggelheim bis zum Ortsausgang Neu Zittau in Richtung Ortsausgang Erkner (ausgenommen ist die Strecke zwischen Gosen und Neu Zittau: dort befindet sich ein gesicherter Radweg).

Antrag der Gemeinde Gosen –Neu Zittau zur Herstellung eines sicheren Überweges im Bereich der L 39 Am Müggelpark in Höhe des Sportplatzes SV Müggelpark Gosen e.V. und der Hausnummer 9B in Richtung Einmündung Eichenweg sowie im Bereich des neu errichteten Wohngebietes auf Höhe des Autohauses” König”. Beantragt wird eine Bedarfsampel (beim Kappweg) sowie ein Fußgängerschutzweg (auf der Höhe des Autohauses „König“).

Spielplatz in Gosen:
Konzept wird erarbeitet und in einer der nächsten Gemeindevertretersitzungen beschlossen.
- alle Altersstufen sollen bedient werden (davon profitieren vor allem Familien mit mehreren Kindern)
- Idee: Seilrutsche wird um 90 Grad gedreht (frühestens im Herbst 2022), dann könnte dort ein eingezäunter Bereich zum Bolzen und Volleyball entstehen (Basketballkörbe kann man jederzeit nachrüsten), der abends bis 20 Uhr auch beleuchtet wird. Für die Finanzierung sind Sponsoring und Fördermittel angedacht.
- Autoreifen an kleiner Rutsche und Seilrutsche sollen abgeschafft werden (aufgrund von Unfallgefahr, Bodenverschmutzung und Ästhetik)

Paasche AG will den Spielplatz am Bergpark vergrößern.

Hinweis an Raucher*innen: Zigarettenkippen sind nicht biologisch abbaubar und haben daher nichts in der Natur zu suchen. Sie belasten den Boden und unser Grundwasser. Eine einzelne Kippe kann bis zu 60 Liter Grundwasser verunreinigen und das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen. Bitte gehen Sie verantwortungsbewusst mit unserer Natur um. Als Lösung bieten sich beispielsweise Taschenaschenbecher an.

Ortsränder von Gosen sind von Umweltverschmutzung betroffen (Naturschutzgebiet Gosener Wiesen an der Siedlung am Fußballplatz, hinter Aldi und Autowaschanlage sowie Naturschutzgebiet Wernsdorfer See). Ehrenamtliche Anwohner*innen sammeln bei Arbeitseinsätzen und auch immer wieder individuell Müll ein. Vielen Dank dafür!

Baumschutz in Gosen-Neu Zittau: Ideen für Baumpflanzungen werden laufend gesammelt. Bitte Vorschläge über das Kontaktformular an mich senden. Vielen Dank!

Baumschutz in Gosen-Neu Zittau

Seit meinem Eintritt in die Gemeindevertretung konnte ich erreichen, dass wir jedes Jahr Straßenbäume (im Wert von 8.000 bis 12.000 Euro) pflanzen. Dies ist ein großer Erfolg für den Natur- und Klimaschutz in der Gemeinde! Ich bitte um Mithilfe: Gibt es in ihrer Straße Baumlücken oder gemeindeeigene Grünflächen, die sich für Straßenbäume eignen? Dann senden Sie mir eine E-mail (kontakt@anja-grabs.de) mit folgenden Angaben: Straßenname, Anzahl und Art der evtl. bereits vorkommenen Bäume, Anzahl der Baumlücken bzw. Anzahl der möglichen Baumpflanzungen, Möchten Sie Baumpate/Baumpatin werden? Wenn ja, für wie viele Bäume? 

Gosen:

Eichwalder Straße: Vom Ortskern bis zur Kurve.
Vorschlag: Sträucher in vorhandenen Baumscheiben entfernen und mit Bergahorn bepflanzen. (wurde 2020 aufgrund von Elektroleitungen von Laternen u.ä. abgelehnt)

Köpenicker Straße: Baumlücken in vorhandener vitaler alter Linden-Baumreihe
Vorschlag: Baumlücken bepflanzen mit Winterlinden (Tilia cordata). Pflanzabstand: 5m.

Busplatz Gosen, Eiche:
Vorschlag: Am Tag des Baumes (25. April 2022) eine selbstgezogene Eiche (Mutterbaum: Gosener Eiche) links neben der Physiotherapie als Solitärbaum öffentlichkeitswirksam pflanzen. Der Baum ist die Spende eines sachk. Einwohners im Umweltausschuss. Status Quo: Pflanzdatum 25.04.22 wurde vom Spender abgelehnt. Der Baum wurde am 5. Mai 2022 gepflanzt.

Storkower Straße:
Aktueller Bestand: Überwiegend von Anwohnern gepflanzte Vogelbeeren.
Vorschlag: Vogelbeeren (Sorbus aucuparia) in die restlichen Baumscheiben und Grünstreifen pflanzen. Es gibt dort Baumscheiben sowie breite und schmale Grünstreifen. Weil Vogelbeeren sehr klein sind und gut an Straßen wachsen, eignen sich nicht nur die breiten, sondern auch die schmalen Grünstreifen zum bepflanzen. Pflanzabstand: 3m.

Storkower Str. / Ecke Lindenweg (Abbiegen zwischen Storkower Str. 33 und 37) / Grünstreifen rechts:
Viel Platz für Bäume und Sträucher vorhanden. 
Vorschlag: Pflanzung von weißen, roten und schwarzen Maulbeeren.

Lindenweg:
Aktueller Bestand: Sehr vitale Linden mit zahlreichen Baumlücken. 
Vorschlag: Lücken bepflanzen mit Winterlinden (Tilia cordata). Pflanzabstand: 5m.

Gosener Friedhof:
Mein Vorschlag: Die Lücken der alten Lindenallee schließen. Status Quo: Im November 2012 wurden große Linden gepflanzt, die erfolgreich angewachsen sind: Sommerlinden auf dem Gosener Friedhof Die Allee ist nach der Bepflanzung besonders ästhetisch. 
Bei der letzten Friedhofsbegehung im November 2021 wurde angeregt die Linden wieder zu schneiteln (Baumkrone zurückschneiden). Ich möchte dazu aus folgenden Gründen abraten:
Der Kosten/Nutzenfaktor ist nicht vorhanden. Die Allee besteht aus jungen und alten Bäumen. Die jungen Bäume eignen sich nicht so gut zum schneiteln (Sommerlinden). Die alten Linden wurden sehr lange nicht geschneitelt und sehen dennoch sehr ästhetisch aus. Baumschnitt müsste vorgenommen und entsorgt/verarbeitet werden: unnötige Kosten würden dadurch entstehen. 
Junger natürlicher Baumbestand auf der Südseite des Friedhofs mit Efeubewuchs: Vorschlag bei der letzten Friedhofsbegehung (November 2021) war den Efeu zurückzuschneiden. Auch hiervon würde ich abraten, weil der Kosten/Nutzenfaktor nicht vorhanden ist. Dabei wurde gesagt, dass Efeu die Bäume "erwürgt" und zum Eingehen bringt. Dies sind Ammenmärchen. Bei Bäumen diesen Alters schützt der Efeu sogar die Stämme vor Hitze/Kälte. Er "erwürgt" keine Bäume, weil er keine Schling- sondern eine Kletterpflanze ist. Mein Vorschlag: In diesem wertvollen Biotop muss ausschließlich die Verkehrssicherheit erhalten bleiben, mehr nicht. 

Seestraße:
Vorschlag: Entsiegelung für kleine Baumscheiben. Diese könnten abwechselnd (s. Storkower Str.) in die Straße eingebracht werden und mit kleinen Bäumen, wie Vogelbeere, bepflanzt werden. Status Quo: Frage, ob Straße breit genug ist muss von Fachleuten geklärt werden.

Parkplatz, Müggelpark (Eigentümer: Müggelpark):
Zahlreiche Lücken vorhanden. Vorschläge zu Bepflanzungen von einheimischen Bäumen und Sträuchern bitte direkt an den Müggelpark richten: info(at)futuragmbh.de 

Neu Zittau:

Festplatz an der Remise:
Vorschlag: Mindestens 10 Bäume: 2x Esskastanie, 2x Wildbirne, 2x Wildapfel, 2x Elsbeere, 2x Vogelkirsche
Hecke: Schlehe, Weißdorn, Berberitze, Hainbuche, Wildrose / Heckenunterpflanzung: Echtes Salomonssiegel


Vorschlag einer Hecke: Rechts vom Zaun



(Fotos: W.H. und G.K)



Feldweg: 2 Antwohnerinnen stellen sich als Baumpatinnen zur Verfügung
Vorschlag: einseitige oder beidseitige Bepflanzung von Vogelkirschen. (wurde 2021 aufgrund von Elektroleitungen abgelehnt)

Karl-Liebknecht-Straße:
Zahlreiche Rosskastanien vorhanden. Vorschlag: Keine weiteren Rosskastanien anpflanzen (Die Pflege von Rosskastanien), stattdessen ermitteln ob Baumlücken vorhanden sind sowie alternative einheimische Baumart nachpflanzen.

Burig:

Waldstraße
Früher gab es hier einen guten Baumbestand, heute erinnert hier nichts mehr an einen Wald. Breite Flächen stehen für Baumpflanzungen zur Verfügung. Mindestens eine potentielle Baumpatin vorhanden.
Vorschlag: Pflanzung von Vogelkirschen (Prunus avium): Rote Liste Art in Brandenburg. Sehr ästhetische Bäume. Gute Bienenweide. Pflanzabstand: 12m.

9. April 2022

DDR Müll im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See

Die Natur gewinnt immer. Wenn der Mensch sie zunichte gemacht hat, wird sie sich das zurückholen, was ihr zugesteht. Weil der Mensch das nicht versteht, begibt er sich in einen ständigen Kampf mit der Natur.

Die Natur einfach mal machen lassen, dafür wurden Naturschutzgebiete erfunden und ihre Existenz ist so wichtig. 

Schauen wir uns kurz die Geschichte des Naturschutzgebietes Wernsdorfer See an:

Vor 1931
Hier gab es früher keine Bäume, die Gegend war sandig und mit Wanderdünen versehen. Wenn man sich in Gosen Trampelpfade ansieht, dann sieht man wie sandig der Boden hier überall einmal ausgesehen hat. 
So hat der Mensch an der heutigen Wernsdorfer Deponie erstmal Sand und Kies abgebaut. Bis zu einem tödlichen Unfall, danach wurde der Betrieb 1931 eingestellt.

1931 
In die Sandgrube warfen die Leute ihren Müll. Aus heutiger Sicht ist dieses Verhalten befremdlich, aber damals wusste man es nicht besser. Im Jahr 1967 wurde das Gebiet zum Naturschutzgebiet ernannt. Dieser Schutzstatus schützte den Boden allerdings nicht vor weiterer Vermüllung. Der Müllberg wuchs weiter an. 

nach 1945
Der Wernsdorfer See wird mit Trümmern, Müll und Asche zugekippt. Der See verkleinert sich dadurch um 25 %. 

1982
Die Deponie erhielt den Status "geordnete Deponie". Dennoch wurden im großen Maße Müllablagerungen im umgebenen Naturschutzgebiet vorgenommen. Der Müll befindet sich bis heute dort. 

2005
Die Abfalllagerung wurde eingestellt. 

2009 bis 2013
Die Mülldeponie wird renaturiert. Die hohen Kosten dafür müssen die Berliner mit ihren Müllgebühren bezahlen. Ein kleiner Teil der Renaturierungskosten (eine halbe Million Euro) wird mit dem Gewinn bezahlt, der aus Gas zur Stromerzeugung direkt auf der Deponie gewonnen wird.

2020
Das Naturschutzgebiet war immer sumpfig gewesen, doch seit diesem Jahr steht das Wasser noch höher als sonst. Der See holt sich das zurück was ihm gehört. Die ersten Bäume ersaufen und kippen um. Der Wernsdorfer See ist ein Niedermoor. Der Anblick der umgekippten Bäume lässt das Herz eines jeden Moorschützers höher schlagen. Das Moor durchlebt eine autogene Regenerierung. Es erholt sich quasi von selbst. Ohne, dass der Mensch eine technisch gesteuerte Renaturierung durchgeführt hat. Durch diesen Prozess, bei dem das Wasser nach oben aus den Boden gedrückt wird, kommt der ganze Müll zum Vorschein, der dort seit über 31 Jahren gelegen hat. Die Ausmaße sind immens. 

bis 2043
Die Mülldeponie Wernsdorfer See ist eingezäunt. Sie befindet sich in der Nachsorge und wird ständig überwacht. Aktuell wurde ein zusätzlicher Elektrozaun angebracht, um Wildschweine fernzuhalten. Das Betreten der Deponie ist verboten. Für die Öffentlichkeit werden unregelmäßige Führungen angeboten. 

Bitte um Mithilfe
Im FFH Managementplan steht fälschlicherweise nichts von Umweltverschmutzung drin. Hier besteht also Handlungsbedarf. Solche Aufrufe sind wichtig, denn Eigentum verpflichtet nicht ohne Grund. Wir Bürgerinnen und Bürger sind offiziell nicht dafür zuständig den Müll auf anderen Grundstücken oder Naturschutzgebieten zu beseitigen. Daher empfehle ich parallel zur Müllsammlung immer eine Anfrage an das Ordnungsamt, wer für die Fläche verantwortlich ist und dass der Eigentümer handeln muss. Es gibt dennoch Flächen, wie z. b. bei Erbengemeinschaften, wo der Aufwand jeden Eigentümer zu ermitteln und anzufragen größer ist, als den Müll selbst einfach regelmäßig wegzuräumen. Oder eben dieses Naturschutzgebiet, zu dem ich alle zuständigen Behörden bereits abgefragt habe. Seit über 40 Jahren kümmern sich die Behörden nicht um die Müllbeseitigung, die nur händisch mit Manpower zu bewältigen ist. 

Es machen also Arbeitseinsätze Sinn, um die Abfälle einzusammeln bevor sie vom Moor verschluckt werden. 

Ich habe die Gruppe "Die Aufheber in Gosen-Neu Zittau" gegründet. Inspiriert von der deutschlandweiten Facebookgruppe "Die Aufheber", werden hier die persönlichen Müllsammelaktionen porträtiert. Die Seite lädt zum gemeinsamen Austausch ein und soll zum Mitmachen motivieren. Es könnte gut sein, dass gerade die Müllablagerungen im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See zu den interessantesten Müllablagerungen in Deutschland gehören. Hier finden sich Dinge an, die ehemalige DDR Bürger an früher erinnern und die Generation nach 1989 in Staunen versetzen. 

Wer beim nächsten Arbeitseinsatz dabei sein möchte, kann mich gerne über das Kontaktformular kontaktieren. Wir führen ein bis zwei Arbeitseinsätze pro Jahr durch. 

Ich würde mich sehr über Erfahrungsberichte von Zeitzeugen freuen, die die Deponie noch zur aktiven Zeit erlebt haben und auch wissen, wie die Müllverbreitung im Gebiet ausgesehen hat. Vielleicht sogar mit alten Fotos? kontakt@anja-grabs.de 

DDR Müllablagerungen im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See

Naturschutzgebiet Wernsdorfer See

Anja Grabs

Tropfen auf dem heißen Stein. Müllsammlung im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See.

Makrelen Filet. Die Farben sehen so aus, als wäre die Verpackung eine Woche alt und nicht über 31 Jahre.

DDR Trink-Vollmilch Verpackung. Die Farben sind verblasst, das Plastik hat nach über 31 Jahren einige Löcher.

Leuchtende Farben nach über 31 Jahren in der Erde.

Heringsfilet für 1 Mark und 35 Pfennig.

Alkoholhaltiges Erfrischungsgetränk Vipa.

100 ml blanka Effekt Wäschesteife für 95 Pfennig.

Gewürz Salz mit englischer Übersetzung? Exportierte die DDR dieses Produkt?

Fotos vom Arbeitseinsatz am 9. April 2022. Vielen Dank an die Helferinnen!















Presseberichte




6. April 2022

Arbeitseinsatz am 9.4.22: DDR Müll einsammeln im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See

Wann: 9. April 2022

Start: 10 Uhr

Ende: 11 Uhr

Wir sammeln Müll im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See ein. Treffpunkt und Begrüßung: am Ende der Seestraße in Gosen. Bitte mitbringen: Müllsäcke, Handschuhe und/oder Greifer, Gummistiefel sind empfohlen: wir gehen ins Moor. Wir sammeln dort Müll aus DDR Zeiten ein, der im Moor konserviert wurde und wie neu aussieht.

Weitere Informationen zu der Ursache der Umweltverschmutzung: DDR Müll im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See