19. Januar 2022

Gosen bekommt Arztpraxis

 Infos:

- Einbruch im Januar 2022 in der Schule Neu Zittau (Presse hat berichtet):
     Fluchtauto landete im Wasser. Diebe kamen ins Krankenhaus wegen Unterkühlung.
    18 Laptops und 1 Tresor geklaut
    2 Diebe wurden gefasst / einer wird noch gesucht

- Fahrradweg zwischen Burig und Neu Zittau: aktuell wird eine Machbarkeitsuntersuchung durchgeführt 

- Impfaktion der Gemeinde war erfolgreich

In der Gemeindevertretersitzung am 19. Januar 2022 wurde Folgendes beschlossen:

- Ortsteile Gosen und Neu Zittau erhalten jeweils jährlich ein Ortsteilbudget über 3.500,00 Euro / Ideen für Investitionen können Bürger*innen an die jeweiligen Ortsbeiräte herantragen (Bsp.: Parkbänke, Baumpflanzungen, Spielplatzgestaltung o.ä.)

- ehemalige Kita Schlumpfenland in Gosen wird zur Hausarztpraxis umgebaut und könnte Ende des Jahres 2022 fertig werden. Potentielle Ärztin wurde bereits gefunden. 





13. Dezember 2021

Rote Listen: Warum der Artenschutz in Deutschland so schwierig ist

Die Großtrappe ist in Brandenburg vom Aussterben bedroht. Um sie zu retten, hat sich u.a. der Verein Großtrappenschutz gegründet. 
(Foto: Администрация Волгоградской области)


Um Artenschutz zu betreiben, muss man erstmal überhaupt wissen, welche Arten bedroht sind. Dafür gibt es Rote Listen, in denen vollständige Artenlisten eines Gebietes in folgende Kategorien eingeteilt werden:

Kategorie 0: Ausgestorben oder verschollen
Kategorie 1: Vom Aussterben bedroht
Kategorie 2: Stark gefährdet
Kategorie 3: Gefährdet
Vorwarnstufe
G: gefährdet ohne Kategorie
R: extrem selten
D: Daten unzureichend
*: Ungefährdet
Nicht bewertet


Je niedriger die Zahl der Kategorie, desto höher ist die Gefährdung. Bei der Kategorie 0 ist die Art bereits ausgestorben oder verschollen. Hier muss man schauen, wann diese Arten ausgestorben/verschollen sind. Ist der Zeitpunkt nicht sehr lange her, kann sich eine Wiederansiedelung lohnen, um die Art in die Kategorie 1 aufnehmen zu können. Dies kann auch ohne menschliches Zutun passieren, wenn eine Art plötzlich wieder in einem Gebiet auftaucht (Beispiel: Wolf). Die Vorwarnstufe soll darauf hinweisen, dass eine Art bereits einen starken Artenschwund aufweist und womöglich in den nächsten Jahren in die Kategorie 3 aufgenommen werden müsste. Bei der Kategorie G ist eine Gefährdung vorhanden. Die gesammelten Daten reichen jedoch nicht aus, um die Art in eine Kategorie einzuordnen. In der Kategorie R "extrem selten", ist die Art zwar nicht gefährdet, zeigt aber eine hohe Anfälligkeit für eine Gefährdung auf, weil sie z.B. nur sehr lokal auftritt. 

Welche Arten sollen nun gerettet werden? Hier gilt die gleiche Regel, wie im Katastrophenschutz: Wer am meisten verletzt ist, wird zuerst behandelt. Das heißt, man kümmert sich ganz besonders um die Arten in der Kategorie 1, also jene Arten, die direkt vom Aussterben bedroht sind, damit eben genau das, also das Aussterben verhindert wird. 

Aber wer kümmert sich nun um den Artenschutz? 

Ehrenamtler
Teilweise sind sie in Naturschutzverbänden organisiert, um sich dort laufend selbst fortzubilden und sich Anregungen zu holen. Eine Mitgliedschaft in einem Verein ist aber nicht notwendig um Artenschützer zu werden.
Ehrenamtler haben einen besonders großen Einfluss auf den Artenschutz, weil sie direkt vor Ort praktischen Artenschutz betreiben. Da wird z.B. das eigene Kellerfenster geöffnet, um Fledermäuse eine Überwinterung zu bieten. Weil die meisten Fledermausarten bedroht sind, machen solche Projekte einen sehr großen positiven Unterschied in der Artenvielfalt. 

Umweltbehörden
Sie kümmern sich um Naturschutzgebiete, die für viele Arten letzte Rückzugsmöglichkeiten darstellen. Manche Umweltministerien kümmern sich um einzelne wenige Arten, um öffentlich sagen zu können, dass etwas für den Artenschutz getan wird. Weil die Lobby der Vogelschützer am größten ist, handelt es sich meistens um Vogelarten. Im Land Brandenburg sind das die Vogelarten Adler, Auerhuhn und Birkhuhn, für deren Artenschutz dann auch Geld in die Hand genommen wird. 

Was müssten Umweltministerien für den Artenschutz tun?
Sie müssten ihre Roten Listen regelmäßig (alle 10 Jahre) aktualisieren und kostenfrei als PDF Dateien auf ihren Webseiten zur Verfügung stellen, damit auch der letzte kleine Naturschützer sich unbürokratisch und kostenfrei darüber informieren kann, welche Arten vom Aussterben bedroht sind und was er dagegen tun kann. Das kann auch passiv sein, indem man z.B. einen bestimmten Verein unterstützt. In Roten Listen stehen grundsätzlich Handlungsempfehlungen drin, in denen ganz konkret erklärt wird, wie man eine bestimmte Art schützen kann. 
Das Bundesamt für Naturschutz lässt sich beispielsweise die Rote Liste der Pflanzen 58 Euro kosten. Das ist absurd. So wird eines der wichtigsten Bücher für den Artenschutz nur zugänglich gemacht für eine klitzekleine "Elite" an Artenschützern, die bereit sind soviel Geld für ein Buch auszugeben. 
Das Land Brandenburg schafft es lediglich die Rote Liste der Vögel alle paar Jahre zu aktualisieren, weil die Vogelschutzlobby am größten ist. Die anderen Roten Listen des Landes Brandenburg sind hingegen völlig veraltet. Auch das Land Brandenburg lässt sich die Roten Listen mit satten 10 Euro bezahlen, obwohl sie sie kostenfrei als PDF-Datei zur Verfügung stellen könnte. Nicht so bei der Roten Liste für Brutvögel, sie stehen kostenfrei als PDF-Download zur Verfügung (s. Hinweis Vogelschutzlobby). Ich habe als einzige Artenschützerin im Land Brandenburg die Rote Liste der Baumarten online zur Verfügung gestellt. So kann jeder Gartenbesitzer in Brandenburg kostenfrei und unkompliziert nachschauen, ob er nicht selbst Artenschutz betreiben möchte, indem er eine bedrohte Baumart pflanzt. 

Was müssten Umweltverbände für den Artenschutz tun?
Anstatt sich auf wenige attraktive Arten zu konzentrieren, sollten sie sich in der Politik dafür einsetzen, dass Rote Listen kostenfrei für Alle zugänglich gemacht werden. Sie könnten die Listen auch selbst öffentlich zugänglich machen, nicht im Copy/Paste-Verfahren, aber sicherlich so, wie ich es mit den Bäumen in Brandenburg gemacht habe. Regional sollten sie ihre Öffentlichkeitsarbeit und Engagement auf die Kategorie 1-Arten konzentrieren.


6. Dezember 2021

Baumschutz in Gosen-Neu Zittau

Seit meinem Eintritt in die Gemeindevertretung konnte ich erreichen, dass wir jedes Jahr Straßenbäume (im Wert von 8.000 Euro) pflanzen. Dies ist ein großer Erfolg für den Natur- und Klimaschutz in der Gemeinde! Ich bitte um Mithilfe: Gibt es in ihrer Straße Baumlücken oder gemeindeeigene Grünflächen, die sich für Straßenbäume eignen? Dann senden Sie mir eine E-mail (kontakt@anja-grabs.de) mit folgenden Angaben: Straßenname, Anzahl und Art der evtl. bereits vorkommenen Bäume, Anzahl der Baumlücken bzw. Anzahl der möglichen Baumpflanzungen, Möchten Sie Baumpate/Baumpatin werden? Wenn ja, für wie viele Bäume? 

Gosen:

Eichwalder Straße: Vom Ortskern bis zur Kurve.
Vorschlag: Sträucher in vorhandenen Baumscheiben entfernen und mit Bergahorn bepflanzen. (wurde 2020 aufgrund von Elektroleitungen von Laternen u.ä. abgelehnt)

Köpenicker Straße: Baumlücken in vorhandener vitaler alter Linden-Baumreihe
Vorschlag: Baumlücken bepflanzen mit Winterlinden (Tilia cordata). Pflanzabstand: 5m.

Busplatz Gosen, Eiche:
Vorschlag: Am Tag des Baumes (25. April 2022) eine selbstgezogene Eiche (Mutterbaum: Gosener Eiche) links neben der Physiotherapie als Solitärbaum öffentlichkeitswirksam pflanzen. Der Baum ist die Spende eines sachk. Einwohners im Umweltausschuss. Status Quo: Pflanzdatum 25.04.22 wurde vom Spender abgelehnt. Alternatives Pflanzdatum muss noch geklärt werden. 

Storkower Straße:
Aktueller Bestand: Überwiegend von Anwohnern gepflanzte Vogelbeeren.
Vorschlag: Vogelbeeren (Sorbus aucuparia) in die restlichen Baumscheiben und Grünstreifen pflanzen. Es gibt dort Baumscheiben sowie breite und schmale Grünstreifen. Weil Vogelbeeren sehr klein sind und gut an Straßen wachsen, eignen sich nicht nur die breiten, sondern auch die schmalen Grünstreifen zum bepflanzen. Pflanzabstand: 3m.

Lindenweg:
Aktueller Bestand: Sehr vitale Linden mit zahlreichen Baumlücken. 
Vorschlag: Lücken bepflanzen mit Winterlinden (Tilia cordata). Pflanzabstand: 5m.

Gosener Friedhof:
Mein Vorschlag: Die Lücken der alten Lindenallee schließen. Status Quo: Im November 2012 wurden große Linden gepflanzt, die erfolgreich angewachsen sind: Sommerlinden auf dem Gosener Friedhof Die Allee ist nach der Bepflanzung besonders ästhetisch. 
Bei der letzten Friedhofsbegehung im November 2021 wurde angeregt die Linden wieder zu schneiteln (Baumkrone zurückschneiden). Ich möchte dazu aus folgenden Gründen abraten:
Der Kosten/Nutzenfaktor ist nicht vorhanden. Die Allee besteht aus jungen und alten Bäumen. Die jungen Bäume eignen sich nicht so gut zum schneiteln (Sommerlinden). Die alten Linden wurden sehr lange nicht geschneitelt und sehen dennoch sehr ästhetisch aus. Baumschnitt müsste vorgenommen und entsorgt/verarbeitet werden: unnötige Kosten würden dadurch entstehen. 
Junger natürlicher Baumbestand auf der Südseite des Friedhofs mit Efeubewuchs: Vorschlag bei der letzten Friedhofsbegehung (November 2021) war den Efeu zurückzuschneiden. Auch hiervon würde ich abraten, weil der Kosten/Nutzenfaktor nicht vorhanden ist. Dabei wurde gesagt, dass Efeu die Bäume "erwürgt" und zum Eingehen bringt. Dies sind Ammenmärchen. Bei Bäumen diesen Alters schützt der Efeu sogar die Stämme vor Hitze/Kälte. Er "erwürgt" keine Bäume, weil er keine Schling- sondern eine Kletterpflanze ist. Mein Vorschlag: In diesem wertvollen Biotop muss ausschließlich die Verkehrssicherheit erhalten bleiben, mehr nicht. 

Seestraße:
Vorschlag: Entsiegelung für kleine Baumscheiben. Diese könnten abwechselnd (s. Storkower Str.) in die Straße eingebracht werden und mit kleinen Bäumen, wie Vogelbeere, bepflanzt werden. Status Quo: Frage, ob Straße breit genug ist muss von Fachleuten geklärt werden.

Parkplatz, Müggelpark (Eigentümer: Müggelpark):
Zahlreiche Lücken vorhanden. Vorschläge zu Bepflanzungen von einheimischen Bäumen und Sträuchern bitte direkt an den Müggelpark richten: info(at)futuragmbh.de 

Neu Zittau:

Festplatz an der Remise:
Vorschlag: Mindestens 10 Bäume: 2x Esskastanie, 2x Wildbirne, 2x Wildapfel, 2x Elsbeere, 2x Vogelkirsche
Hecke: Schlehe, Weißdorn, Berberitze, Hainbuche, Wildrose / Heckenunterpflanzung: Echtes Salomonssiegel


Vorschlag einer Hecke: Rechts vom Zaun



(Fotos: W.H. und G.K)



Feldweg: 2 Antwohnerinnen stellen sich als Baumpatinnen zur Verfügung
Vorschlag: einseitige oder beidseitige Bepflanzung von Vogelkirschen. (wurde 2021 aufgrund von Elektroleitungen abgelehnt)

Karl-Liebknecht-Straße:
Zahlreiche Rosskastanien vorhanden. Vorschlag: Keine weiteren Rosskastanien anpflanzen (Die Pflege von Rosskastanien), stattdessen ermitteln ob Baumlücken vorhanden sind sowie alternative einheimische Baumart nachpflanzen.

Burig:

Waldstraße
Früher gab es hier einen guten Baumbestand, heute erinnert hier nichts mehr an einen Wald. Breite Flächen stehen für Baumpflanzungen zur Verfügung. Mindestens eine potentielle Baumpatin vorhanden.
Vorschlag: Pflanzung von Vogelkirschen (Prunus avium): Rote Liste Art in Brandenburg. Sehr ästhetische Bäume. Gute Bienenweide. Pflanzabstand: 12m.

4. November 2021

Videokonferenzen, Arbeitseinsätze und Begehungen zu den Themen "Natur- und Umweltschutz in Gosen-Neu Zittau"

Bonjour tristesse oder grüner Ort? Es gibt viele Gestaltungsmöglichkeiten, um den Natur- und Umweltschutz in der Gemeinde Gosen-Neu Zittau weiter zu entwickeln.
(Foto: Anja Grabs)

Bei Interesse an einer Teilnahme senden Sie bitte eine E-mail an kontakt@anja-grabs.de, um den Zugangslink zu erfragen. Gerne können Sie umweltrelevante Themen aus unserer Gemeinde vorschlagen.

Termine

Die Videokonferenzen starten jeweils um 17 Uhr und enden voraussichtlich gegen 18 Uhr

15. März 2021 Videokonferenz: geplante Bebauung des Kirchenackers in Neu Zittau, Pro und Contra

12. April 2021 Videokonferenz: Wildbienenschutz in Gosen-Neu Zittau

3. Mai 2021 Videokonferenz: Bearbeitung der Baumschutzssatzung der Gemeinde Gosen-Neu Zittau

7. Juni 2021 Videokonferenz: Finanzielle Anreize für Gärten mit Biodiversität

8. September 2021: Ortsbegehung Feldweg Neu Zittau: Im Feldweg wünschen sich Anwohnerinnen Straßenbäume und sind bereit diese regelmäßig zu gießen (Dies kann notwendig sein, bis die Bäume angewachsen sind). Erörterung von geeigneten Baumarten und Standorten im Feldweg.

4. Oktober 2021 um 18 Uhr, Videokonferenz: Thema "Schottergärten in der Gemeinde (Teil 1)"

6. November 2021 Arbeitseinsatz von 10 bis 11 Uhr: Wir sammeln Müll im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See ein. Treffpunkt und Begrüßung: am Ende der Seestraße in Gosen. Bitte mitbringen: Müllsäcke, Handschuhe und/oder Greifer, Gummistiefel sind empfohlen: wir gehen ins Moor. Um 11 Uhr wird der Müll mit einem gemeindeeigenen Fahrzeug abgeholt. 

6. Dezember 2021 Videokonferenz: Schottergärten (Teil 2) in der Gemeinde und Ladeinfrastruktur in Gosen-Neu Zittau

7. Februar 2022 Videokonferenz: Sind ökologische Willkommenspakete beim Häuser-/Grundstückskauf in Gosen-Neu Zittau sinnvoll und machbar?

19. März 2022 Videokonferenz: Förderung beantragen für Klimaschutzprojekt in Gosen-Neu Zittau? Bitte vor der Videokonferenz die aktuelle Kommunalrichtlinie auf https://www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen durchlesen, um konkrete Ideen einbringen zu können.

4. April 2022 Arbeitseinsatz von 10 bis 11 Uhr: Wir sammeln Müll im Naturschutzgebiet Wernsdorfer See ein. Treffpunkt und Begrüßung: am Ende der Seestraße in Gosen. Bitte mitbringen: Müllsäcke, Handschuhe und/oder Greifer, Gummistiefel sind empfohlen: wir gehen ins Moor. 

2. Mai 2022 Videokonferenz: Afrikanische Schweinepest im Landkreis Oder-Spree

6. Juni 2022 Videokonferenz: Mähtod (Rehkitze und andere Wildtiere) durch Mähdrescher

5. September 2022 Videokonferenz: Gewässerschutz in der Gemeinde


4. Oktober 2021

Kirchenacker in Neu Zittau: Investor bietet Kompromiss an

Kirchenacker
(Foto: Anja Grabs)


4. Oktober 2021
Aufgrund vieler Gegenstimmen aus der Gemeindevertretung, hat die Firma BBF Projekt GmbH heute im Ausschuss für Bauen/Umwelt/Verkehr einen Kompromiss vorgeschlagen. Es sollen nun nicht mehr 10 Hektar, sondern 4 Hektar der Fläche bebaut werden. Dabei sollen 22 Baugrundstücke zwischen 765 und 1.387 Quadratmetern entstehen, sowie 7 straßenbegleitende Stadtvillen und 3 große potentielle Schulgebäude (anliegend am Schulgelände).
"Damit würde weiterhin fast die Hälfte des Waldes verschwinden, so dass ich mich erneut gegen solch ein Vorhaben ausgesprochen habe. Aus meiner Sicht wäre ein Kompromiss nur dann möglich, wenn wir ausschließlich das Schulgelände um ein bis zwei Gebäude erweitern, um den Schulstandort Neu Zittau qualitativ weiterzuentwickeln. Damit würde fast der komplette Wald als Erholungsort für die Neu Zittauer bestehen bleiben.", so Grabs.

Gosen-Neu Zittau: Investor will eine Wohnsiedlung im Trinkwasserschutzgebiet errichten und dafür einen Wald abholzen. Bündnisgrüne kündigt Gegenstimme an.
10. Juli 2020
Ein Investor plant im Waldgebiet „Kirchenacker“ in Neu Zittau (Landkreis Oder-Spree) eine neue Wohnsiedlung zu errichten. Das mitten im Trinkwasserschutzgebiet gelegene Areal, müsste für das Vorhaben großflächig abgeholzt werden. Dafür braucht es allerdings einen Bebauungsplan, deren Aufstellung die Gemeinde beschließen müsste. Auf der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Verkehr der Gemeindevertretung Gosen-Neu Zittau stellte der Investor Jesus Comesaña von der BBF Projekt GmbH am Donnerstagabend nun erstmalig öffentlich seine Pläne vor. Comesaña und seine Firma wollen etwa 40 bis 44 sogenannte Stadthäuser und etwa 18 Wohnungen errichten. Dazu sollen noch Grundstücke zum weiteren Verkauf entwickelt werden. Den Wald habe der Investor bereits von einer Gesellschaft gekauft. „Mich hat die Darstellung nicht überzeugt“, sagte die bündnisgrüne Gemeindevertreterin Anja Grabs im Anschluss: „Der Wald gehört als Naherholungsgebiet zu Neu Zittau. Das kann man nicht so einfach hergeben, nur weil ein Investor Rendite auf unsere Kosten wünscht."
Der redegewandte Comesaña lobte sein Projekt und versprach der Gemeinde Vorteile durch den Bau der neuen Wohnsiedlung für etwa 170 Personen. So soll sich später einmal das Satellitenbild von Gosen-Neu Zittau verbessern. Was die Anwohner davon konkret haben, blieb an dem Abend offen. Auch ein Ärztehaus, ein Haus für Senioren und ein Kinderspielplatz wurde versprochen. Konkreter wurde Comesaña an diesem Abend nicht. Dafür wurde der Investor nicht müde den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan durch die Gemeinde anzumahnen. Erst wenn der Beschluss da wäre, könne er Details sagen. Auch so mancher Vorteil – in der Sprache des Investors „Benefit“ genannt – entpuppte sich im Nachhinein als Luftnummer. So gibt es bereits schon heute einen Umweltpfad durch den Wald, der von den Schülern der angrenzenden Schule zur Umweltbildung genutzt wird.  Den wolle man abreißen und dann wieder neu bauen, wurde an dem Abend deutlich.

Auf Nachfrage von Anja Grabs musste der Investor eingestehen, dass es auch noch kein hydrogeologisches Gutachten für die Bautätigkeit im Trinkwasserschutzgebiet gibt. Die Untersuchung wolle Comesaña erst nach dem Aufstellungsbeschluss erstellen. „Mich hat verstört, dass er von der Aufwertung des Waldes zu einem Mischwald sprach. Er ließ sogar verlauten, dass die Artenvielfalt in einem Wohngebiet höher, als in einem Wald ist. Das ist vollkommen absurd.“, sagt Grabs. Man könne nicht für eine Wohnsiedlung einen Wald abholzen, einzelne Bäume stehen lassen, und womöglich ein paar neue Bäume pflanzen wollen und dann von einem Waldumbau sprechen, so die Umweltexpertin der Grünen Oder-Spree. Bereits schon heute sieht man in dem Wald, dass der Waldumbau voll im Gange ist. Von Ahorn bis Eichen, die bereits schon mehrere Meter hoch sind, geht der Waldumbau seinen natürlichen Weg. „Es entwickelt sich dort aktuell gerade ein natürlicher Mischwald.“, gibt Grabs zu denken. Entlarvend war auch die Ansage von Comesaña auf die Frage von Anwohnern, warum er denn auch ohne den Bau der Siedlung Waldumbau betreibt: Er könne seine dreißig Mitarbeiter nicht mit Holz bezahlen, erklärte der Investor.

„Ich werde dem Aufstellungsbeschluss nicht zustimmen“, sagt Grabs: „Damit werden unwiederbringlich Fakten geschaffen. Wenn wir in Gosen-Neu Zittau den Wald als unsere Naherholungsoase erhalten wollen, müssen wir von Anfang an dem Vorhaben einen Riegel vorschieben. Jegliche Verharmlosungen, dass wir in einer späteren Phase jederzeit das Projekt abblasen können und wir lediglich über den Aufstellungsbeschluss entscheiden, sind verheerend. Ohne Bebauungsplan, bleibt uns der Wald erhalten. Dafür werde ich mich einsetzen und ich hoffe, dass die anderen Gemeindevertreter, die in ihren Wahlprogrammen versprochen haben, sich für Natur und Umwelt einzusetzen, sich ebenfalls so entscheiden“, kündigt Grabs an.

30. September 2021

Afrikanische Schweinepest: Meine Rede im Kreistag gegen neue Zäune

Drei Betrieben ist es in Deutschland nicht gelungen, sich vor einer Keulung zu schützen. Der Fokus muss auf die Biosicherheit der Betriebe gelegt werden und nicht auf Zäune und Jagd.

Am 29. September 2021 hat der Kreistag Oder-Spree über weitere Zäune von der A12 in Richtung Müncheberg bis zur Kreisgrenze Märkisch-Oderland abgestimmt. Dies war meine Rede hierzu:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die Afrikanische Schweinepest wird im Landkreis Oder-Spree nicht bekämpft sondern verwaltet. Die Seuche breitet sich seit 2007 in ganz Europa aus und in den meisten Ländern wird gleich reagiert: mit dem Aufstellen von Zäunen und mit einer Intensivierung der Jagd. Leider hat sich gezeigt, dass beide Methoden vollkommen unwirksam sind. Dieser Plan A: also die Zäune und die Jagd, den die meisten Länder und nun auch wir hier im Landkreis Oder-Spree verfolgen, funktioniert nicht. Weil es keinen Plan B gibt, wird Plan A weiterhin aufgestockt. Es soll noch mehr gejagt werden. Es müssen noch mehr Zäune gezogen werden. Unsere Verwaltung zeigt auch gerne mit den Fingern nach anderen Landkreisen und nach Polen: Dort hätte man mehr machen müssen! Dabei hat man dort fleißig den Plan A verfolgt. Polen wird dieses Jahr alleine über 16.000 Wildschweine erlegen. Die intensive Jagd hat Polen von Anfang an im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest durchgeführt. Und trotzdem hat sich die Seuche bis nach Deutschland ausgebreitet. Der Zaun an der Oder hat dabei überhaupt nicht gestört. Man kann natürlich noch mehr Zäune ziehen und noch größere Gebiete absperren, das stört aber die Wildschweine nicht. Ziehen wir heute hier einen Zaun, läuft das nächste infizierte Wildschwein bereits 30 km westlich rum. Wir können nicht den ganzen Landkreis einzäunen. Und warum auch? Wo ist der Kosten/Nutzen-Faktor, wenn die Krankheit für den Menschen ungefährlich ist, wir aber im Land Brandenburg über 30 Mio. Euro pro Jahr für Zäune und Jagd ausgeben? 

Dieses Geld sollte man lieber in die Biosicherheit der Schweine-Betriebe stecken sowie in Präventionsmethoden und in die Impfstoffe. Solange hier kein einziges Maisfeld mit einem Elektrozaun eingezäunt ist, dürfen wir uns nicht wundern, warum die Wildschweine sich hier wie Ratten verbreiten.

Was unsere Verwaltung tun muss, ist einen Plan B aufzustellen und sich die Fragen zu stellen: Wieviele Jahre müssen noch vergehen? Wieviele Zäune müssen wir noch ziehen? Wieviele Wildschweine müssen wir noch erlegen bis wir feststellen, was wir eigentlich schon wissen müssten: dass die Seuche hier längst einheimisch ist und ohne Impfstoff nicht zu bekämpfen ist. Wir könnten hier weltweit führend im Monitoring und in der Forschung werden: Auch das wäre ein Plan B.

Die Erkenntnis, dass Zäune nicht funktionieren, im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest,  lässt es überhaupt nicht zu, solch einem Beschluss zuzustimmen. Daher wird er von mir abgelehnt.



26. September 2021

Wahlgewinne der GRÜNEN in Gosen-Neu Zittau zur Bundestagswahl 2021



Vielen Dank an alle Wählerinnen und Wähler, die den GRÜNEN ihre Stimmen gegeben haben.

Im Vergleich zu 2017 haben DIE GRÜNEN in Gosen-Neu Zittau bei den Erststimmen 2,3 % Gewinn sowie bei den Zweitstimmen 1,7 % Gewinn gemacht. Herzlichen Dank dafür!

Herzlichen Glückwunsch Mathias Papendieck (SPD), für den Erhalt des Direktmandats im Bundestag!