Gosen-Neu Zittau

31. Juli 2012

Hundecode 007 (Glosse up for grabs)

Was ist hässlicher: Absperrband oder Hundekot?
Hundekot auf Straßen und Plätzen unserer Gemeinde sind nach wie vor ein Dauerthema für viele Einwohner und Besucher. Bei Ortsbeirats- oder Gemeindevertretersitzungen wird im Schnitt mindestens einmal seitens der Bevölkerung das unzumutbare Problem der angeblich leeren gemeindeeigenen Tütenspender angesprochen. Eine Überprüfung seitens der Kappstromredaktion über mehrere Wochen zeigte jedoch in allen Fällen, dass Tüten vorhanden waren. Selbstverständlich kann es durchaus passieren, dass nachdem die letzte Tüte entnommen wurde, der Tütenspender plötzlich leer ist. Falls in diesem Moment gerade kein verantwortlicher Tütenauffüller daneben steht ändert sich an dieser Momentsituation nichts.

Im Winter entsteht zusätzlich das Problem der festgefrorenen Tüten, diese ebenfalls unzumutbare Situation entsteht dann bei Temperaturgraden unter Null. Es ist zu überlegen, ob es möglich ist eine automatische Temperaturmessstation in die Tütenbehälter einzubauen, die bei Minusgraden eine ebenfalls zusätzlich angebaute Heizung einschalten, um das Tiefkühltütenproblem zu dezimieren, so dass Tüten wieder entnehmbar sind. Wie die Stromversorgung dann jedoch erfolgen soll ist noch unklar, da die Behälter teilweise auf Wiesen, also außerhalb der Reichweite von Stromleitungen liegen. Das Mitführen einer eigenen Tüte wäre allerdings wohl auch möglich, es soll noch nicht vorgekommen sein, dass eine eigens mitgeführte Tüte unterwegs in der Hosentasche festgefroren ist.

Verunreinigungen müssen vom Halter des Tieres sofort beseitigt werden. Wer die Vorschriften verletzt, handelt ordnungswidrig und kann nach dem Ordnungsbehördengesetz mit Geldbußen bis zu 5.000 Euro belegt werden. Was bedeutet das jetzt für Kinder, die lediglich mal ihr Meerschweinchen mit auf die Wiese nehmen wollen? Wir vermuten, dass in diesem Fall die Gemeinde aus Kulanzgründen dann ebenfalls erlauben würde, sich einer solchen Hundetüte zu bedienen. Unklar ist, wie sich Pferdehalter und Kutschenfahrer verhalten sollen: Jedes mal absteigen, um die Pferdeäpfel zu beseitigen und unter Umständen so den Verkehr aufhalten und kilometerlange Staus verursachen? Eins ist sicher: Ein Pferdeapfelhaufen passt in keine Hundetüte, hier müssten größere Tüten herhalten, zum Beispiel Einkaufstüten von Aldi oder Real. Entdecken Sie vor Ihrem Grundstück Pferdeäpfel auf der Straße, die dort herrenlos herumliegen, empfehlen wir diese mit Hilfe von Spaten und Schubkarre einzusammeln und dann großzügig auf dem Erdbeerbeet oder anderen Flächen im Garten zu verteilen, die mal wieder etwas Dünger bräuchten.

Die Hundekothäufigkeit ist hier flächenmäßig ziemlich gering. Auch nach gezieltem Suchen, fand die Kappstromredaktion keine Hundehaufen in den letzten Wochen vor. Verglichen mit Berlin-Friedrichshain zum Beispiel, wo der Spaziergang einem Hürdenlauf gleicht, haben wir es hier hundekotmäßig noch gut getroffen.

Im Uferweg in Gosen wurden auch schon Absperrbänder großzügig vor den Grundstücken am Straßenrand aufgehängt mit Hinweisschildern nach dem Motto: Falls Hund kommt, schieß‘ ich. Auch in der Eichwalder Straße befindet sich außerhalb von einem Grundstückszaun ein Blumenbeet, welches zwar sehr gepflegt aussieht und auch wunderschön blüht, aber das schöne Bild davon wird zerstört mit einem Absperrband und einem Schild am Zaun auf dem steht: „Dies ist keine Hundetoilette!“. Aha!
Nach ästhetischen Gesichtspunkten sollte in solchen Fällen jedoch abgeklärt werden, ob das Absperrband hässlicher aussieht als ein Hundehaufen. Vor allem weil ein Hundehaufen relativ unschuldig aussieht, wohingegen ein rot-weißes Absperrband etwas Verbotenes darstellt, dass man nicht betreten sollte. So als ob dort vor ein paar Stunden eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg entdeckt wurde und man noch auf das Entschärfungsteam wartet oder als ob dort ein Mord stattfand und das Gebiet für Beweisstücke erstmal abgesichert wurde.

Fazit: Eins ist klar, wo Menschen leben, leben auch Hunde und wo Hunde leben wird es hier und da auch mal Hundekot auf den Straßen geben. Also bitte nicht hysterisch werden, falls Sie mal hineintreten sollten, es soll ja angeblich Glück bringen.

Vorortpiraten gegründet

WOLTERSDORF - Am 13. Juli 2012 gründete sich eine Crew der Piratenpartei für die Orte Gosen - Neu Zittau, Erkner, Grünheide, Woltersdorf und Schöneiche. Der Name der Crew lautet Vorortpiraten. Die Doppeldeutigkeit der „Vororte“ von Berlin sowie „vor Ort“ lokale Politik zu gestalten ist das Ergebnis eines Brainstormings. Der Kapitän der Crew ist André Organiska aus Gosen. Er ist in Gosen bereits als Ortsbeirat und Gemeindevertreter aktiv. Außerdem ist er Herausgeber der Gemeindezeitung Kappstrom, die dafür bekannt ist, Fehlentwicklungen der Gemeinde kontinuierlich aufzudecken und öffentlich zu machen. Dafür werden auch satirische Hilfsmittel, wie zum Beispiel monatliche Glossen, verwendet. Nachdem der Name und die Orte feststehen, wird jetzt am Logo und an einer eigenen Webseite gearbeitet. Jeden Monat wird sich die Crew treffen. Die genannten Orte werden sich dabei abwechseln. Das Ziel ist, Piraten für die Kommunalwahlen in zwei Jahren zu gewinnen, um vor Ort die Ziele der Partei zu verfolgen, die hauptsächlich auf der Basisdemokratie und Transparenz beruhen. Dafür werden noch zahlreiche Mitstreiter gesucht.

Das nächste Treffen der Vorortpiraten findet am 8. August 2012 um 19 Uhr im Restaurant Korfu, Dorfstr. 24, 15566 Schöneiche, statt. Gäste sind herzlich willkommen.

Name, Klasse, Datum (Glosse up for grabs)

In Ortsbeiräten oder Gemeindevertretersitzungen spielen die Gäste die Hauptrolle. Es könnte sein, dass solche Sitzungen überhaupt nicht stattfinden, wenn keine Gäste erscheinen. Die Gemeindevertreter finden sich im Raum ein und wenn nach der akademischen Viertelstunde kein Gast erschienen ist, geht man wieder.

Als es vor Jahren um ein Gerücht ging, dass die Gosener Kita geschlossen wird, erschienen erfreulicherweise die meisten Gäste, die man hier je bei einer Sitzung gesehen hat. Eltern der Kita ließen ihre Kinder entweder allein zu Hause, besonders solche, die den Namen Kevin aufweisen oder suchten sich einen Babysitter oder und dies ist viel naheliegender: holten ihre Kinder gar nicht erst aus der Kita ab sondern ließen sie dort, um dann abends in Ruhe um 19 Uhr bei der Gemeindevertretersitzung zu erscheinen.

Man vermutet zumindest, dass es sich um Gemeindevertretersitzungen handelt, weil die Gemeinde dies gerne als GV-Sitzung abkürzt und dass GV auch Geschlechtsverkehr heißen kann, wissen vielleicht die Ein oder Anderen. Geschlechtsverkehr konnte ich nicht beobachten, stattdessen Gemeindevertreter, die erste Vermutung war richtig und kann von mir bezeugt werden.

Aber nun zurück zu den Gästen: Aufgebrachte Eltern kamen zu Tausenden hereingestürmt und es mussten Stühle herangeholt werden. Flexibilität der Gemeinde war angesagt, wo bekommt man schnell Tausende Stühle her? Alle hielten zusammen und 100 Prozent der Gosener liehen kurzerhand den Eltern Stühle aus, die sie vorher noch mit Namen und Adresse markierten damit der darauf Sitzende den Stuhl nach der Sitzung eigenhändig wieder zu seinem Besitzer einige Straßen weiter zurücktragen konnte. Die Überwältigung war riesig, die vielen Eltern passten überhaupt nicht in den kleinen Brandenburg-Raum rein, der zwar nach dem großen Land benannt wurde, aber in Wirklichkeit ein eher kleiner Raum ist.

Die Tagesordnung wurde demonstrativ zerrissen und die Bürger wurden gefragt warum sie hier sind und was sie hier wollen. Schnell kam die Antwort als Chorgesang: Der Kindergarten in Gosen wird von ein oder zwei Kindern regelmäßig besucht und es soll ein Gerücht geben, dass er eventuell vielleicht irgendwann einmal geschlossen werden soll, damit der Kindergarten in Neu Zittau dann der Hauptkindergarten der Gemeinde wird. Eltern aus ganz Deutschland sind angereist um mithilfe eines Flashmobs die Gemeinde zur Vernunft zu bringen: Kevin und Chayenne möchten gerne in Gosen bleiben und auf keinen Fall auswandern nach Neu Zittau. Der Flashmob war erfolgreich, indem die Gemeinde versprach solche Gerüchte nie wieder in die Welt setzen zu lassen, sondern stattdessen solche Pläne in Zukunft heimlich zu besprechen, damit bis zum Schließen der Kita in Gosen keine Eltern mehr zu den Höhepunkten solcher GV-Sitzungen kommen müssen.

Beim letzten Ortsbeirat wurde mein Name vollständig unter der Gästeliste im Protokoll aufgeführt. Der Protokollant kennt mich und im Dorf kennt man sich sowieso. Eine Handvoll Gäste wurden also vom Protokollführer mit vollem Namen aufgeführt, so viel Zeit muss sein. Bei einem Gast konnte der Name nicht sofort identifiziert werden, das Namensgedächtnis hat hier versagt, aber dies ist nicht schlimm, weil kurzerhand eine Phantomskizze vom unbekannten Gast dem Protokoll angefügt wurde und jetzt im Aushang an der Bushaltestelle hängt. Wer diese Person kennt, möchte sich bitte bei der Gemeinde melden.

Beim letzten Protokoll von der vergangenen GV-Sitzung wurde allerdings aufgeschrieben, dass 10 Gäste anwesend waren, die Anzahl 10 wurde ergänzt durch drei Namen. Jetzt wird vermutet, dass die Namen der Gäste nur dann erwähnt werden, wenn nur unter 10 Gäste anwesend sind. Bei 10 Gästen und darüber wird lediglich die Anzahl aufgeschrieben und drei Namen werden daneben geschrieben. Ob es sich dann um 10 Gäste gehandelt hat oder um 13 Gäste weiß man nicht mehr. Wichtig ist nur die Auswahl der Namen der drei Gäste. Warum wurden sie aufgeführt und nicht die Namen aller Anwesenden? Es gibt hier mehrere Theorien: Entweder handelt es sich um Personen, die ein besonderes geheimes V.I.P. Geld bezahlt haben, um namentlich genannt zu werden oder um Gäste von denen der Protokollant vermutet, dass sie eventuell V.I.P.'s sein könnten oder um drei Gesichter in der ersten Reihe der Gäste die man 1. schnell erkannt hat und 2. ganz genau weiß wie die Namen geschrieben werden. Während ich beim vorletzten Protokoll mich noch darüber pekierte, dass es doch bitte Datenschutz ist und ich überhaupt nicht namentlich genannt werden möchte, bin ich jetzt ein bisschen beleidigt, weil drei andere Personen aus den Gästereihen benannt wurden und ich nur in der Zahl „10„ auftauche.

Wie man es macht ist es verkehrt.

Unisex für Alle: Der Postgenderismus. Oder die Frage: „Wann ist das denn passiert?“

Die Piratenpartei hat Postgenderismus bekannt gemacht und die Geschlechterdebatte damit vermutlich ungewollt weiter angefacht. Während die Grünen sich für eine Frauenquote stark machen, lässt die Piratenpartei alle Geschlechterfragen hinter sich und bezeichnet sich als Postgender. Das englische Wort steht für „Danach“ (Post) und „Geschlecht“ (Gender). Somit sind für die Piraten die Geschlechterfragen bereits überwunden. Klassifizierungen in Frau und Mann sollen demnach ganz einfach abgeschafft werden. Auf Dokumenten, wie zum Beispiel Ausweispapieren, soll das Geschlecht nicht genannt werden und Kinder sollen einen Namen erhalten dürfen, der nicht ihr Geschlecht preisgibt. Somit wären alle Namen unisex. Gleichgeschlechtliche Ehen sowie die freie Wahl einer sexuellen Identität, unabhängig vom Geschlecht sollen Standard werden. So könnte zum Beispiel ein Mädchen den Namen Heinz erhalten und auf ihrem Ausweis würde man dann lediglich an ihrem Passfoto das Geschlecht erkennen können. Bei beruflichen Qualifikationen soll das Geschlecht ebenfalls keine Rolle spielen. Dies alles mutet ziemlich futuristisch an, dachten wir nicht noch daran, dass wir aktuelle Probleme mit der Gleichberechtigung haben? Gibt es nicht immer noch zu wenig Frauen in den Aufsichtsräten? Und bekommen Männer nicht immer noch teilweise höhere Löhne für die gleiche Arbeit? Postgenderisten wollen sämtliche Fragen von Diskriminierungen durch Ignoranz überwinden. Sie wünschen sich eine androgyne Gesellschaft, in der das Beste aus Mann und Frau zum Vorschein kommt, unabhängig vom Geschlecht. Erste Unisextoiletten bei Piratenstammtischen existieren bereits, statt dem Frauen- oder Männersymbol auf der Toilettentür steht dort nun der Hinweis in welchem Raum sich zusätzlich zu den Toiletten Pissoirs befinden. Weitere Fragen tun sich hier auf: Nennen sich dort die Frauen Piratin oder Pirat? Besuchen Sie die Toiletten aus Prinzip mit Pissoir oder ohne? Würden sie ihrem männlichen Baby einen weiblichen Namen geben? Wo Postgender anfängt hört es auch gleich wieder auf, denn obwohl sich eine Gesellschaft ohne Geschlechterfragen als wünschenswert anhört, bleiben die Fragen bestehen, wie aktuelle Diskriminierungen durch Ignoranz bekämpft werden sollen und welche Projekte hier Erfolge aufweisen können.

Die Piratenpartei selbst ist hier kein gutes Beispiel, denn obwohl sie keine Geschlechterstatistiken führt und sich selbst als Postgender bezeichnet, weist sie vermutlich den geringsten Frauenanteil unter den existierenden Parteien auf. Für eine basisdemokratische Partei, die politische Fragen von der Gesamtbevölkerung (inklusive Kindern, durch Wahlrecht ab Geburt) beantwortet bekommen will, die Pi mal Daumen nunmal aus zu gleichen Teilen von Männern und Frauen besteht, ein Ergebnis, das man als „PreGender“ (Pre=Davor) bezeichnen könnte.
Wenn die Piraten auf die Zielgruppe „Frau“ verzichten, dann werden sie auch weiterhin auf Frauen in der Partei verzichten müssen, die ihre Wahlergebnisse erheblich steigern könnten. Eine erste Anerkennung der Debatte zeigt die Partei durch die Gründung des „Kegelclubs“, einem Forum, dass sich mit der Geschlechterpolitik in der Piratenpartei auseinandersetzt.

Wenn die Gesetze sich zugunsten der Postgenderisten anpassen würden, dann käme dies einer sexuellen Revolution gleich. Einer Emanzipation beider Geschlechter, bei der man allerdings nicht weiß ob und welches Geschlecht hier als Sieger rausgeht oder ob sich ein gewollter Doppelsieg ergibt.

Weltfremd mutet die Aussage auf der englischen Wikipedia-Seite an, die schreibt: „Postgenderisten glauben daran, dass Sex aus Fortpflanzungsgründen entweder überholt sein wird oder dass alle Postgender-Menschen die Möglichkeit haben, wenn sie es denn wollen, eine Schwangerschaft zu durchlaufen und der Vater eines Kindes zu sein." In anderen Worten schreibt die feministische Zeitschrift Emma: „Postgender ist übermorgen."

 Dieser Artikel erschien redigiert auf ZEIT ONLINE: HIER

Piratenpartei benötigt mehr Frauen

GRÜNHEIDE - Am 25. Juni 2012 planten Piraten die Gründung einer Crew im Raum Erkner. In den Orten Gosen - Neu Zittau, Erkner, Grünheide, Woltersdorf und Schöneiche werden zukünftig abwechselnd monatliche Offline-Treffen stattfinden. Der Name der Crew wird beim nächsten Stammtisch bekanntgegeben. Kapitän der Crew wird voraussichtlich André Organiska aus Gosen werden. Er ist seit diesem Jahr Gemeindevertreter und Ortsbeirat in Gosen - Neu Zittau. Er ist Elektromeister sowie Herausgeber der Gemeindezeitung „Kappstrom“. Es wurde vom letzten Landesparteitag berichtet, bei dem es sich um die Vorbereitung des Wahlprogrammes zur Kommunalwahl 2014 handelte. Die Brandenburger Piraten setzen sich unter anderem für Solarenergie auf ehemaligen Braunkohletagebauflächen ein. Sie lehnen außerdem die CCS Speicherung ab und sind für ein Wahlrecht ab Geburt. Jegliche Form von Rechtsextremismus lehnen sie entschieden ab. Der Frauenanteil lag bei dem Treffen bei nur 20 Prozent. Ein Problem, dass bei der Partei, die größtenteils aus den Ursprüngen von Computer-Nerds besteht, bekannt ist, allerdings nicht behandelt wird. Es werden absichtlich keine Geschlechterstatistiken geführt, um zu demonstrieren, dass dies für die Partei keine Rolle spielt. Es fällt auf, dass bei Piratenstammtischen mangels Frauen, die Männer lauter, schneller und aggressiver sprechen als bei vergleichbaren Treffen von Interessengruppierungen. Ein zu raues Klima für Frauen? Erst wenn die Partei zur Hälfte aus Frauen besteht, wird die Geschlechterdebatte beendet werden. Selbst wenn sie bis dahin nur von Außenstehenden geführt wird. Das nächste Treffen der Piratencrew findet am 13. Juli 2012 um 19 Uhr im Ristorante Roma, Rüdersdorfer Str. 66, 15569 Woltersdorf, statt. Gäste und insbesondere Frauen sind herzlich willkommen :)

Die Top 5 Restaurants in unserer Umgebung

von der Kappstrom Redaktion

1. Löcknitz Idyll -14 Rankingpunkte- Fangschleusenstr. 1, 15537 Erkner

2. Kellings Schifferstube -10 Rankingpunkte- Uferstr. 20, 15537 Erkner

3. Karma am See -8 Rankingpunkte- Karl-Marx-Str. 5, 15537 Grünheide (Mark)

4. Die Gemütlichkeit -7 Rankingpunkte- Berliner Str. 95, 15537 Gosen - Neu Zittau

5. Arckenow -6 Rankingpunkte- Bildungszentrum Erkner e.V., Seminar- und Tagungshotel Seestr. 39, 15537 Erkner

Helfen Sie mit bei unserer Suche nach dem „Besten Restaurant im PLZ-Bereich 15537 im Jahr 2012„. Bewerten Sie hierzu Restaurants aus dem PLZ-Bereich 15537 (Gosen-Neu Zittau, Erkner, Grünheide) auf www.restaurant-kritik.de; insbesondere solche Restaurants, die noch keine Bewertung erhalten haben. Das Restaurant mit den meisten Rankingpunkten erhält von uns im Januar 2013 eine Auszeichnung.

Stand: Juni 2012

Online Abstimmung: Waldgebiet des Jahres 2013


Waldgebiet des Jahres 2012: Der Meulenwald
Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) ruft die Bürger an eine Wahlurne besonderer Art. Seit dem 13. Juni 2012, steht zum ersten Mal eine „Natur des Jahres“ zur öffentlichen Abstimmung. Gesucht wird das Waldgebiet des Jahres 2013.

Sechs Bewerber aus dem ganzen Bundesgebiet stellen sich der Wahl. Bis zum 15. August können sich Waldliebhaber an der Internetabstimmung unter www.waldgebiet-des-jahres.de beteiligen.

Es stehen nun folgende Kandidaten zu Wahl:

• Sauener Wald (Brandenburg, Stiftung August Bier)

• Solling (Niedersachsen, Niedersächsische Landesforsten)

• Steigerwald (Bayern, Bayerische Forstverwaltung)

• Tharandter Wald (Sachsen, Staatsbetrieb Sachsenforst)

• Usedomer Küstenwald (Mecklenburg-Vorpommern, Forstamt Neu Pudagla)

• WartburgerWaldWelt (Thüringen, ThüringenForst)

Unter www.waldgebiet-des-jahres.de finden die Wähler detaillierte Informationen zu allen Kandidaten und können direkt abstimmen. Die Gewinner werden im November 2012 bekannt gegeben.

Ameisen raus (Glosse up for grabs)

Der Ameisenhaufen in Gosen könnte zum Dauergast werden. Also nicht der Haufen an sich, sondern die darin lebenden Ameisen, die den Haufen lediglich als Wohnhaus benutzen. Es handelt sich um ein Ameisennest an der Trauerhalle auf dem Gosener Friedhof. Dort leben und vermehren sich circa vier Millionen Augenpaare fleißig an der Südwand des Gebäudes. Südwand deshalb, weil es dort schön warm ist und Urlaub ja auch immer teurer wird. Urlaub auf Balkonien ist auch schön und zuhause ist es eh am schönsten. Sie fühlen sich dort wohl und möchten auch gerne bleiben, aber leider geht das nicht, da sie sich einen Eingang in die Trauerhalle verschafft haben. Vermutlich haben Sie hier besondere Spezialagenten, die sich um solche Einbrüche kümmern und dann so lange am Mauerwerk rumpopeln bis ein Loch in der Außenwand entsteht, durch das eine Ameise gerade so durchpasst. Und weil es im Ameisenhaufen so stressig ist und man soviel arbeiten muss, gehen die Ameisen die mal ausnahmsweise eine Pause einlegen wollen durch das, für das menschliche Auge unsichtbare, Loch in die Trauerhalle hinein. Dort ist es schattig und kühl und in den meisten Fällen befindet sich dort niemand. Außerdem ist es dort auch viel ruhiger als draußen auf dem Friedhof, wo sich die Grabbesucher über mehrere Gräber hinweg gerne über das Wetter unterhalten.

Soweit so gut, aber leider finden das die Menschen jetzt schonwieder irgendwie blöd. Wenn die Trauernden nämlich ihren Liebsten die letzte Ehre erweisen, dann machen sich Ameisen am Hosenbein nicht so gut. Daher werden die lästigen „Viecher“ (O-Ton Amtsdirektor) nun ständig von den Gemeindehelfern aus der Halle gefegt. Das finden die Ameisen aber eher spaßig und kommen daher täglich immer wieder hinein. Sie freuen sich sogar auf den Besenweg nach draußen, das hat was von Abenteuer, Achterbahn, Disneyland. Ach was sage ich: Disneyworld! Um dieses Fiasko (aus Menschensicht) beziehungsweise Disneyworld (aus Ameisensicht) endlich zu beenden, haben sich Dutzende von Menschen vor Ort getroffen, um die Problematik zu erörtern. Gemeindevertreter, Naturschützer und ein Ameisenschützer der Deutschen Ameisenschutzwarte e.V. schauten sich die Wuselei an, unterhielten sich darüber und stampften die ganze Zeit dabei lustig herum, um Ameisenakrobaten von den Hosenbeinen abzuschütteln. Der Bürgermeister sowie Gemeindehelfer waren ebenfalls in Gedanken dabei. Die Gemeindehelfer haben schon einen Schlachtplan entwickelt, was passiert wenn die Ameisen endlich weg sind: Man wird das Mauerwerk neu vermörteln, und hoffen, dass neu auftretende Ameisenagenten dort nicht mehr eindringen können.

Klappe zu, Affe tot, beziehungsweise Wand zu, Ameisen raus.

Der Ameisenmann erstellte ein Angebot über circa 99 Cent. Er ist in der Lage das Nest umzusetzen an einen Ort, der entweder menschenleer ist oder an dem Menschen leben, die der Ameisenmann nicht leiden kann. Oder die dritte Variante: Ein Ort an dem die Ameisen andere Menschen stören und er zufällig des Weges kommt, um ein Angebot für eine Umsetzung zu unterbreiten. So kann der Millionenstaat der Ameisen auch rumkommen. Wie bei einer Kreuzfahrt wird angelegt, ein bisschen Aufenthalt gemacht und dann heißt es wieder einsteigen und weiterziehen.

Um die Geschichte jetzt abzukürzen: Nachdem 100 % der Bürger aus Gosen inklusive 100 % der Gemeindevertreter sowie Ortsbeiräte und Bürgermeister, Gemeindehelfer, Naturschützer und der Ameisenfachmann dafür waren, das Nest umzusetzen, bei einem Preis von 99 Cent den die Gemeinde (die mit mehreren Milliarden Euro im Plus ist und auf der Forbes-Liste auf Platz eins steht) dafür ausgeben muss, kann man auch nicht meckern. Die MOZ, als größte Tageszeitung in der Umgebung zeigte auch schon großes Interesse und wollte Fotos, Interviews und eine Sonderausgabe darüber bringen. Es fehlte lediglich nur noch die Unterschrift von der Naturschutzbehörde, die die Zusage für die Umsetzung geben muss.

Die Gemeinde wartete und wartete und wartete, alle Augen waren auf die Behörde gerichtet und als man schließlich dort nachfragte, wo die Ausnahmegenehmigung bleibt, kam die Antwort:

Der Amtsdirektor hat sich die Ameisen vor Ort angeguckt und der Naturschutzbehörde mitgeteilt, dass eine Umsetzung nicht notwendig ist.

Glosse up for what?

Helfen Sie mit, werden Sie Restaurantkritiker für den Kappstrom!

von der Kappstrom Redaktion

Das Redaktionsteam vom Kappstrom hält sich oft und regelmäßig in den Restaurants in Gosen - Neu Zittau sowie Umgebung auf, manchmal sogar zweimal täglich. Dabei fällt uns immer wieder auf, wie schlecht entweder die Bedienung, das Essen oder im schlimmsten Fall beides zusammen ist. Von Lustlosigkeit der Kellner zu Fertigessen aus der Packung haben wir schon alles erlebt. Als wir einmal eine Kellnerin darauf hingewiesen haben, dass die Pflanzen im Restaurant alle am vertrocknen sind, hatte sie uns eine Gießkanne in die Hand gedrückt! Mangels genügend Alternativen versuchen wir zwar häufig die Restaurants zu wechseln, merken dann aber, dass es woanders auch nicht viel besser ist. Der einzige Unterschied, der uns auffällt, ist, dass es in Berlin, also bereits in Müggelheim, professioneller zugeht, während die Brandenburger den Eindruck machen, als ob sie „keinen Bock“ haben. Was ist nur los hier? Sind wir zu kritisch oder haben die Restaurants wirklich keine Qualität? Wie empfinden Sie das? Helfen Sie mit und bewerten Sie die Restaurants in unserer Gemeinde und Umgebung.

Das Restaurant mit den meisten Rankingpunkten im PLZ-Bereich 15537 (Gosen-Neu Zittau, Erkner und Grünheide) erhält von uns im Januar 2013 die Auszeichnung:

„Bestes Restaurant im PLZ-Bereich 15537.„

Und so geht es: Registrieren Sie sich kostenlos online auf www.restaurant-kritik.de und stellen Sie ihre Bewertung möglichst nach jedem Restaurantbesuch im PLZ-Bereich 15537 in diesem Jahr dort ein.

(Fehlende Restaurants im Portal können online neu hinzugefügt werden.)

Wir hoffen auf eine rege Teilnahme und wünschen Ihnen viel Spaß beim Bewerten!

Piratenpartei plant Gründungen von Crews im Bereich Dahme - Oder - Spree

FÜRSTENWALDE - Bei einem Piratenstammtisch in Fürstenwalde diskutierten am 23. Mai 2012 zwölf Teilnehmer über die Möglichkeit Crews (Ortsgruppen) zu schaffen. Nachdem letztes Jahr im August der Regionalverband Dahme - Oder - Spree gegründet wurde, stimmt dessen Vorsitzender Frank Behr, mit der Meinung der Teilnehmer überein, dass es jetzt Zeit wird Crews zu schaffen: „Fast Jeder kann hier eigentlich machen was er will.“ Die Basisdemokratie, ein Vorteil, den die Piratenpartei gegenüber den anderen Parteien hat, greift hier. Es wird von unten aus gearbeitet und wenn Piraten Crews gründen möchten, dann steht dem nichts im Wege. Bei einer Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass fast alle Teilnehmer schon politische Erfahrungen in anderen Parteien gemacht haben. Genannt wurde hier mehrmals die FDP, aber auch Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Ein politischer Neuanfang in der Piratenpartei wird von den Teilnehmern angestrebt und es fällt auf, dass alle die gleiche Motivation haben: Den Wunsch basisdemokratisch zu arbeiten und die Überzeugung, dass es keine Demokratie von Vorsitzenden geben kann. Bei der Piratenpartei soll es keine Gesichter, also keine Publikumslieblinge geben. Man setzt auf die „Schwarmintelligenz“: Entgegen den Entscheidungen die von Einzelpersonen, wie zum Beispiel bestimmten Spezialisten gemacht werden, setzt man auf das Wissen von vielen Bürgern in gebündelter Form.

Crews werden die Arbeit der aktiven Piratenmitglieder vereinfachen. Die ersten Crew-Gründungen finden demnächst vermutlich in Gosen, Fürstenwalde und Lübben statt. Man wird sich besser auf lokale Themen, wie zum Beispiel die Braunkohletagebaue konzentrieren können. In Arbeitsgruppen, wie „Umwelt und Energie“ oder „Gesundheit" kann man sich ganz gezielt für Einzelthemen engagieren.

Bei der Arbeit nimmt sich die Piratenpartei Computertools wie Liquid Feedback, Mumble, Wiki, Pad und Mailinglisten zuhilfe. Wer sich damit nicht auskennt, kann beim „Bootcamp“ alles über diese Tools lernen und vom Piratenneuling zum Vollmatrosen aufsteigen. Man muss also kein Hacker sein, um zu den Piraten an Bord zu kommen. Die Bundessatzung geht lediglich von einer gültigen E-mailadresse ihrer Mitglieder aus.

Der nächste Piratenstammtisch findet am 25. Juni 2012 um 19 Uhr im Restaurant „Karma am See“ in Grünheide statt. Gäste sind herzlich willkommen.

Als es in Gosen-Neu Zittau noch keine Ausschüsse gab (Glosse up for grabs)

Glosse aus dem Jahr 2012

Die Bürger in Gosen - Neu Zittau fordern seit Jahren Ausschüsse in der Gemeinde. „Die Diktatur muss ein Ende haben, her mit der Demokratie!“ Das Problem ist allerdings, dass die Gemeinde davon nichts weiß. Alle zwei Jahre traut sich ein Gemeindevertreter sich für Ausschüsse auszusprechen. Hier und da bekommt er von seinen Kollegen ein freundliches Nicken. „Früher gab es Ausschüsse. Da war alles besser.“ Früher war eh alles besser. Was tun?

Als Neuling auf dem Gebiet der Kommunalpolitik erfährt man in Nullkommanix von anderen interessierten Bürgern was denn nun eigentlich das größte Problem in unserer Gemeinde ist. Hundekacketüten, Laubfall und Streugut im Sommer sind beliebte Dauerrenner. Es geht schließlich ums Prinzip.

Dann kann es uns ja hier nicht so schlecht gehen, wenn wir keine anderen Sorgen haben, oder?
Doch! Alle rufen: Doch! Es gibt keine Ausschüsse!
Was sind denn eigentlich Ausschüsse?
Ausschüsse sind Gremien in denen sich die Gemeindevertreter mit fachlichen Themen auseinandersetzen: Umwelt, Verkehr, Gesundheit, Senioren, Kinder- und Jugendarbeit und immer wieder sehr gern von Ingenieuren besetzt: der Bauausschuss. Und was passiert, wenn es keine Ausschüsse gibt? Also in Gosen - Neu Zittau entscheidet dann alles der Amtsdirektor und der Bürgermeister übermittelt die Handlungsempfehlung. Die Gemeindevertreter stimmen dann dem Amt...äh, der Gemeinde zugunsten ab. Das Problem ist, dass die Gemeindevertreter sich kaum zu Wort melden, weil sie außer dem Hand-heben keine Aufgaben bekommen. Sie werden auch nicht gefragt, weil man ja gar nicht weiß worin sie sich auskennen. Vielleicht interessieren sie sich auch gar nicht für bestimmte Themen, sondern sind als Mädchen-für-alles bereit, jederzeit bei Abstimmungen dafür oder dagegen zu sein, bezüglich welchem Thema auch immer. Gib mir ein Thema und ich sage Dir „ja“ oder „nein“ oder gib mir ein Thema und ich sage „eene, meene, muh“.

Beim letzten Ortsbeirat meldete sich ein Gemeindevertreter wieder mal bezüglich Ausschüsse zu Wort. Er sprang auf und rief: „Her mit den Ausschüssen!“ Ein strenger Blick vom Protokollführer und Bürgermeister der soviel aussagte wie „Sechs, setzen!“ Und das Thema wurde wieder einmal abgebügelt.

Zusätzlich wurde im Protokoll das Thema noch einmal erörtert. Man hat sich inzwischen Statistiken besorgt, um die Absage zu untermauern. Es gibt nicht genügend Gäste bei den Sitzungen. Es erscheinen immer weniger als 1 Prozent der Bürger dort, um genau zu sein erscheinen im Durchschnitt 0,23 Prozent der Bürger. Weder beim Ortsbeirat, noch bei den Gemeindevertretersitzungen erscheinen genug Gäste. Was haben denn die Gäste mit Ausschüssen zu tun? Gar nichts, aber das musste auch mal gesagt werden.

„Die Natur ist unberechenbar.“

Ein Besuch beim ältesten Biobauernhof Deutschlands

BAD SAAROW - Am 16. Mai 2012 besuchte der Naturschutzbeirat vom Landkreis Oder-Spree den vermutlich ältesten Biobauernhof Deutschlands in Bad Saarow. Auf dem Demeterhof Marienhöhe erfolgt ein biologisch-dynamischer Anbau bereits seit 1928. Sandige Böden, viel Wind und kaum Regen - das alles zeichnet Brandenburg und seine Landwirtschaft aus.

Mutigerweise hat jedoch damals der promovierte Landwirt Erhard Bartsch auf dem ehemaligen Vorwerk des Rittergutes Bad Saarow das scheinbar undenkbare Pilotprojekt gestartet: An einem schwierigen landwirtschaftlichen Standort auszuprobieren, ob eine biologisch-dynamische Anbauweise möglich ist. Mit dem Ergebnis anfangs kräftig in den Minusbereich gewirtschaftet zu haben, gelang das Experiment bald darauf und wurde zu einer „Musterwirtschaft“ ernannt.

Fritjof Albert von der heutigen Hofgemeinschaft leitete die Hofführung für den Naturschutzbeirat philosophisch ein: „Die Natur ist unberechenbar und der Mensch ist in erster Linie ein begrenztes Wesen“. Die Begrenzung spiegelt sich auch in dem landwirtschaftlichen Betrieb wieder, indem zum Beispiel die Felder mit freiwachsenden Hecken eingegrenzt werden, die sich durch Schattenbildung, Tauwasser und Windschutz positiv auf die Feldwirtschaft auswirken. Auch optisch gibt es einen positiven Effekt indem die hügeligen Felder durch den naheliegenden Baum- und Heckenhintergrund mehr auf den Betrachter einwirken. Neben der hohen Artenvielfalt und den 50 Vogelarten, die laut Fritjof Albert, dort vorkommen, fiel dem Naturschutzbeirat auch die sehr hohe Ameisendichte auf den Feldwegen auf, ein Indiz für gesunden Boden, für den Kunstdünger und genmanipulierte Pflanzen ein Fremdwort sind. Selbst auf Bewässerungsanlagen für die Felder wird verzichtet, weil die Ausbeutung der Wasserresourcen als unakzeptabel betrachtet werden - ein Gedanke der sich weltweit bereits verbreitet - und worauf in Europa mit der Wasserrahmenrichtlinie von 2000 reagiert wurde, um die Wassernutzung nachhaltiger und umweltverträglicher zu gestalten.

Neben der Feldwirtschaft züchtet und vermarktet der Hof Marienhöhe auch zwei vom Aussterben bedrohte Haustierrassen: die Rinderrasse Deutsches Rotvieh sowie das Sattelschwein. Demeterprodukte sind nicht mit Biowaren und Produkten mit staatlichem Biosiegel zu vergleichen, da sie noch strengeren Richtlinien unterlegen sind und somit als nachhaltigste Form der Landwirtschaft gelten.

Weitere Informationen und Termine für Hofführungen findet Sie hier: Hof Marienhöhe

Gibt es einen „sanften Tourismus“?

von Anja Grabs und Mike Dittrich

Am 15. Dezember 2010 trug Mike Dittrich von Albatros Outdoor, Natur- und AktivReisen innerhalb des Naturschutzbeirates Oder-Spree zum Thema „Tourismus und Naturschutz“ vor. Diverse Umfragen in Brandenburg zeigten in den jüngsten Monaten, dass das Hauptinteresse der Gäste im wassertouristischen Bereich hauptsächlich der Natur und Landschaft in unserer Region gilt. Gleichzeitig wird kritisiert, dass die Erreichbarkeit zu vorhandenen Naturschauplätzen nicht sehr gut ist. An diesem Beispiel lässt sich auch schon ein erster Konflikt erkennen: Ist es möglich Tourismus mit Natur zu vereinbaren oder muss unberührte Natur auch wirklich unberührt bleiben? Wie so oft steht die Wirtschaft der Natur gegenüber. In Naturparks und anderen Schutzgebieten benötigt man kein Zertifikat, um als Naturführer wirtschaftlich arbeiten zu können. Hier können Massentourismus und eine unprofessionelle Herangehensweise bei tourismuswirtschaftlichen Ansiedlungen die vorhandene Natur zerstören.

Als Beispiel kann man die Loveparade benennen, die von 1996 bis 2000 mit bis zu 1,5 Millionen Besuchern den Tiergarten in Berlin stark beschädigte, insbesondere durch die große Ansammlung von Müll, der Überdüngung des Bodens durch Urin und die Zerstörung von zahlreichen Pflanzen.

Wie kann man also Geld mit Tourismus verdienen und trotzdem naturverträglich sein?

Da hilft nur die richtige Philosophie: Will der Naturführer die Natur oder sogar den Naturschutz vermitteln, muss er dies aus innerer Überzeugung tun und dabei aus wirtschaftlicher Sicht schwarze Zahlen anstreben.

Seit einiger Zeit haben sich die Tourismusverbände, andere Institutionen und einige Leistungsträger im Tourismusgewerbe dieses Themas angenommen und versuchen gemeinsam mit den Leistungsträgern schlüssige Konzepte zu entwickeln. Somit ist auch der Tourismusverband Seenland Oder-Spree (TSOS) mit der Arbeit im „Netzwerk aktiv in der Natur“ beschäftigt.

Albatros Outdoor spezialisiert sich bereits seit 1993 auf landschaftsverträglichen Tourismus in dem Gebiet zwischen Spreewald und Berlin, unter anderem mit Kanutouren. Es gilt den Störfaktor Mensch in der Natur auf ein Minimum zu reduzieren, so werden nie mehr als 12 Erwachsene in einer Gruppe z.B. bei Kanutouren geführt. „Einen sanften Tourismus gibt es nicht. Ziel ist es landschaftsverträglich in kleinen Gruppen und so nachhaltig wie möglich zu arbeiten.“, so Mike Dittrich.

Katholische Gemeinde in Erkner für Artenschutz ausgezeichnet


Heinz Müller, Pfarrer Josef Rudolf, Anja Grabs


Unscheinbar: Das Anflugbrett am Turmfalkenkasten
ERKNER - Am 13. März 2012 zeichneten die Naturschützer, Heinz Müller aus Schöneiche sowie Anja Grabs aus Gosen, die Sankt Bonifatius Kirche in Erkner mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ aus.

In Zusammenarbeit mit dem Pfarrer Josef Rudolf wurden im vergangenen Jahr zwei Nistkästen für die seltenen Vogelarten Turmfalke und Schleiereule hinter den Schallluken vom Glockenturm angebracht. Nun heißt es abwarten ob die Vogelarten die Nistkästen finden und dann dort brüten werden. Dieses Projekt wurde 2007 vom NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) sowie dem Deutschen Glockenwesen ins Leben gerufen und setzt sich seitdem für den Artenschutz an Kirchengebäuden ein. Auch andere Tierarten wie Weißstorch, Fledermaus, Dohle, Hausrotschwanz, Mauersegler, Mehlschwalbe und Haussperling nutzen Kirchtürme als Brutstätte. Sie sind als Kulturfolger dem Menschen in die Städte und Dörfer gefolgt und haben dort einen neuen Lebensraum für sich entdeckt. Mit dem Abriss und der Sanierung alter Gebäude verlieren sie häufig ihre letzten Brutstätten.

Ausgezeichnet werden Kirchen, die Tierarten Lebensraum schenken indem sie zum Beispiel Nistkästen an oder in den Kirchen anbringen. Zur Zeit gibt es in Deutschland 539 ausgezeichnete Kirchen. Im Land Brandenburg wird die Sankt Bonifatius die 13. Kirche mit Plakette sein.

Zukünftige Baumschutzverordnung auf einem guten Weg

BEESKOW - Am 24. August 2011 wurde dem Entwurf der Baumschutzverordnung für den Landkreis Oder-Spree einstimmig vom Umweltausschuss zugestimmt und kann demnach als nächstes im Kreistag behandelt werden.

Ziel des Naturschutzbeirates ist es, die Verordnung möglichst bis Ende dieses Jahres beschließen zu lassen. Eine wesentliche Veränderung zur bestehenden Verordnung ergibt sich durch einen zusätzlichen Paragrafen, der Schutz- und Pflegemaßnahmen beschreibt. Demnach sind Eigentümer oder Nutzungsberechtigte eines Grundstückes zukünftig verpflichtet, geschützte Bäume auf dem Grundstück zu erhalten und zu pflegen, indem zum Beispiel unter anderem Wunden am Stamm behandelt und Krankheitsherde am Baum beseitigt werden. Auf rechtmäßig genutzten Wohngrundstücken bis maximal zwei Wohneinheiten sind Eichen, Ulmen, Platanen, Linden, Esskastanien, Hainbuchen, Maulbeerbäume und Rotbuchen mit einem Stammumfang von mehr als 120cm geschützt. Um herauszufinden ob ein Baum geschützt wird, misst man den Stammumfang in 1,30 Meter Höhe.

Die Baumschutzverordnung gilt für den Außenbereich des Landkreises. Es liegt an den Gemeinden selbst eine eigene Baumschutzverordnung für den Innenbereich zu verfassen, wobei diese Verordnung als Muster dienen kann. Dies wird vom Naturschutzbeirat bemängelt, da hierdurch ein Baumschutz-Niemandsland in den Gemeinden entstehen kann, die sich weigern eine eigene Verordnung zu beschließen. Es gibt Gemeinden die keine derartige Verantwortung für ihre Bäume übernehmen wollen, um Kosten und Arbeitsaufwand zu sparen. Auch Fragen in der Gemeinde müssen geklärt werden, zum Beispiel ob es einen Fachmann vor Ort gibt, der den Zustand der Bäume beurteilen kann oder ob die Gemeinde Geld für eine derartige Weiterbildung ausgibt und eine geeignete Person findet, die diese Aufgabe, vielleicht sogar ehrenamtlich übernehmen kann.

In Deutschland ist die Anzahl der Kommunen mit Baumschutzsatzungen rückläufig. Viele Gemeinden berufen sich auf das gestiegene Umweltbewusstsein der Bürger. Beobachtet wird jedoch das Gegenteil im hiesigen Landkreis. Auf die Frage warum Bürger nicht den Baum gießen, der vor ihrem Grundstück steht und zu vertrocknen droht, kommt die Anwort „Was geht mich das an?“. Es kommt außerdem immer wieder vor, das Bäume gefällt werden, weil die Anwohner den Laubfall im Herbst und die dazu entstehende Arbeit, das Laub zu beseitigen, als störend empfinden.

Der Vorsitzende des Naturschutzbeirates im Landkreis Oder-Spree, Herr Dr. Schulz, überlegt wie man die Bürger zur Baumpflege vor Ort aktivieren kann. Denkbar wären zum Beispiel Pflegeverträge. In Zeiten des Klimawandels nehmen die Bäume eine immer größer werdende Rolle als Luftfilter und Speicher von Kohlendioxid ein. Für die Pflanzung und Pflege ist es wichtig heimatliebende Menschen direkt vor Ort zu gewinnen, die sich um die Bäume in ihrem Umfeld kümmern, da die Gemeinden diese Aufgabe meist nicht alleine bewältigen können. „Wir brauchen dazu die Menschen“, so Dr. Schulz.

24. Juli 2012

Offline chatten geht auch - Die Piratenpartei im Regionalverband Dahme-Oder-Spree

Frank Behr
ERKNER - Am 17. April 2012 fand zum wiederholten Mal ein Stammtisch der Piratenpartei in Erkner statt. Vierzehn Teilnehmer, darunter überwiegend Nichtmitglieder, ließen sich vom Ansprechpartner André Organiska das „Liquid Feedback“ per Beamer-Präsentation im Restaurant Bechsteins erklären.

Beim Liquid Feedback handelt es sich um eine freie Software zur politischen Meinungsbildung und Entscheidungsfindung. Mitglieder der Piratenpartei können durch das Liquid Feedback online Themen zur Diskussion und Abstimmung aufstellen. Ist keine Abstimmung vom Autor erwünscht, kann er auch als Nichtmitglied im Online-Forum Themen zur Diskussion aufstellen. Durch diese Basisdemokratie bekommt die Partei von allen Seiten Sympathie. Dennoch besteht die Frage weiterhin, wie die Partei einheitliche Überzeugungen übermitteln will.

Noch ist es schwierig sich eine Partei als reinen Dienstleister der Bevölkerung vorzustellen. Jedoch gibt der Erfolg ihr Recht. Mit 23.000 Mitgliedern in Deutschland ist die Piratenpartei die größte, der nicht im deutschen Bundestag vertretenden Parteien. Heruntergerechnet kam man bei dem Stammtisch in Erkner zu der Überlegung, ob es denn mehr Stimmen für die Piratenpartei bei den Kommunalwahlen in zwei Jahren geben wird, als sich überhaupt Piraten für die Wahlen aufstellen lassen werden. Eins wird schnell klar, wer bei den Kommunalwahlen gute Chancen haben möchte, ist bei den Piraten gut aufgehoben. Bis es zukünftig zu möglichen Koalitionen kommen könnte, wird vermutlich die Transparenz ein Hauptthema der Partei bleiben.

Der nächste Piratenstammtisch findet am 23. Mai 2012 um 19 Uhr im Hotel Kaiserhof in Fürstenwalde statt, Gäste sind herzlich willkommen.

17. Juli 2012

Wie wird man eigentlich Knochenmarkspender?

von Anja Grabs (registrierte Stammzellspenderin)

Eigentlich nennt man Knochenmarkspender heutzutage „Stammzellspender", da in 80 % der Fällen die Spende ähnlich einer Blutplasmaspende ausgeführt wird und man daher keine Angst vor einer direkten Knochenmarkentnahme haben muss.
In Deutschland erhält alle 45 Minuten ein Mensch die niederschmetternde Diagnose: Leukämie. Viele dieser Patienten sind Kinder und Jugendliche. Bei der Leukämie, die auch Blutkrebs genannt wird, erkrankt das blutbildende System indem sich Leukämiezellen im Knochenmark ausbreiten und dort die übliche Blutbildung verdrängen. Es kommt zur Blutarmut, die bei einer akuten Leukämie lebensbedrohlich und unbehandelt zum Tode führen kann. Eine Therapiemöglichkeit ist die Stammzelltransplantation.
Als registrierter Stammzellspender könnten Sie schon bald die Chance auf ein neues Leben geben, falls Ihre Gewebemerkmale zu denen eines Patienten passen und Sie beide „genetische Zwillinge“ sind.

Die Registration
1. Voraussetzung erfüllen:
Sie kommen als Stammzellspender in Frage, wenn Sie
-zwischen 18 und 55 Jahre alt sind
-körperlich gesund sind
-mindestens 50 Kilo wiegen und einen Body-Mass-Index von 40 nicht überschreiten
-in Deutschland oder nicht weiter als 50km von der deutschen Grenze entfernt leben
2. Registrieren:
Registrieren Sie sich bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) online unter www.dkms.de und Sie erhalten ein Registrierungsset mit Wattestäbchen für einen Abstrich von Ihrer Wangenschleimhaut nach Hause geschickt, das sie einfach nur per Post zurückschicken müssen.
3. Fertig:
Sie müssen nichts mehr machen. Sie bleiben bis zur Vollendung des 61. Lebensjahres automatisch registriert und müssen lediglich bei Namensänderung oder Umzug der DKMS ihre aktuellen Kontaktdaten mitteilen.

Genetischer Zwilling gefunden

1. Wenn Ihre Gewebemerkmale zu denen eines Patienten passen, wird dies durch eine Ihnen entnommene Blutprobe nochmals bestätigt und weitere Blutwerte werden ermittelt.
2. Nach einem gründlichen Gesundheitscheck und der Aufklärung durch einen Arzt steht der Stammzellspende nichts mehr im Wege - Ihr endgültiges Einverständnis vorausgesetzt.
3. Die Stammzellspende wird in 80 % der Fälle ähnlich einer Blutplasmaspende durchgeführt. Andernfalls wird Ihnen unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen.
4. Bei der Stammzelltransplantation werden wie bei einer Bluttransfusion die Stammzellen transplantiert. Sie nisten sich in den Knochenhohlräumen des Patienten ein und beginnen dort neue, gesunde Blutzellen zu bilden.

Und die Finanzierung?
Die Registrierung ist kostenlos, dennoch können Sie die Kosten, die großteils auf die Laborkosten entfallen und 50 € betragen, freiwillig mithilfe einer einmaligen Spende selbst übernehmen.
Als gemeinnützige Organisation ist die DKMS auf Spenden angewiesen. Geldspenden können auf folgendes Konto überwiesen werden:
Kreissparkasse Tübingen
BLZ 641 500 20
Konto 255 556
Oder Geld per Charity SMS spenden:
-SMS mit "DKMS" an 81190 schicken. Von den abgebuchten 2,99 € gehen 2,82 € an die DKMS.
-SMS mit „DKMS 5“ oder „DKMS5“ an 81190 schicken. Von den abgebuchten 5,00 € gehen 4,83 € an die DKMS.

Was gibt es sonst noch?
Da wäre zum Beispiel die Nabelschnurblutbank. Nach der Geburt wird Nabelschnurblut in die Nabelschnurblutbank eingelagert und kann ohne Risiko gespendet werden. Es ist reich an Stammzellen, die besonders anpassungsfähig sind. Werdende Eltern können sich hier informieren: www.dkms-nabelschnurblutbank.de


Bei der Stammzelltransplantation kommt es nicht auf die Übereinstimmung der Blutgruppen an, sondern auf die möglichst genaue Übereinstimmung der Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) zwischen Spender und Patient. Eine nahezu 100 %ige Übereinstimmung zu finden, ist sehr kompliziert und wird deshalb mit der sprichwörtlichen Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen verglichen. Kommt es zur Spende, dann übernimmt der Empfänger mit den Stammzellen auch die Blutgruppe seines Spenders.

Quelle: DKMS