28. März 2016

Spreetreiben (Neu Zittau bis Erkner)

Jedes Jahr am Ostersamstag begeben sich, nach einem Startschuss vom Bürgermeister, dutzende „Treiber“ in Neu Zittau in die Müggelspree, um sich von dort aus bis zum Strandbad Erkner im Wasser treiben zu lassen. Mithilfe von Neoprenanzügen schützen sie sich vor dem meist noch ziemlich kalten Wasser. Zusätzlich aufgesetzte lustige Hüte, Perücken oder sonstige witzige Kostüme geben dem Spreetreiben einen Humor, der durch reichlich Alkoholkonsum bei den Treibenden noch angeheizt wird. Und so ist die Stimmung immer ziemlich ausgelassen, wenn sich die Treiber in das kalte Wasser stürzen. Auch witzige Boote sind zu sehen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange man sich nur Treiben lässt und sich nicht mithilfe von motorisierten Booten fortbewegt. Tausende Schaulustige stehen dabei am Ufer und bewundern die Mutigen dafür, dass sie in das kalte Wasser gehen und amüsieren sich über die Kostüme und den Humor der Treiber, die den ein oder anderen witzigen Spruch ablassen. Veranstaltet wird das Spreetreiben vom Schwimm- und Tauchverein „Biber Erkner e.V.“, dessen zwei Biber-Maskottchen selbstverständlich ebenfalls in einem Boot mitfahren. Zwischendurch rufen die Treiber gerne „Biber, Biber, Biber...“. Extra aufgestellte Imbissbuden am Ufer sorgen für Getränke und Snacks. Am Abend gibt es am Strandbad Erkner meist ein Festzelt mit Musik und Osterfeuer. 

Info:
Startschuss fällt an der Brücke in Neu Zittau. Von da aus geht es bis zum Strandbad Erkner.
Tel. 03362/888404 (Marcel Matheis, Biber Erkner e.V.)
Reisezeit:
Jedes Jahr am Ostersamstag.



2013: Treiber

Gruppenfoto der Treiber. Schnee und Eis hält sie nicht vom Spreetreiben ab. 2013 war es so kalt, dass man lediglich kurz in Erkner ins Wasser gehen konnte.
2016: Bibermaskottchen und Treiber auf dem Weg von Neu Zittau nach Erkner.

19. März 2016

Sommerlinden auf dem Gosener Friedhof


Im November 2012. Bäume auf Friedhöfen dürfen meist ihr Höchstalter erreichen, da sie keiner Bebauung weichen müssen. Linden können 1.000 Jahre alt werden.

Aufgrund meiner Initiative und Organisation, ließ die Gemeinde am 16. November 2012 auf dem Gosener Friedhof vier Sommerlinden pflanzen. Die vorhandene alte und gut erhaltene Baumallee wurde so vervollständigt, so dass sie nun komplett vom Friedhofseingang zur Trauerhalle geht. Das Geld für die Pflanzung stand der Gemeinde zur Verfügung nachdem eine illegale Baumfällung in Gosen zu Bußgeldern führte, die dem Gemeindehaushalt zugeführt wurden.

Update im März 2016
Die Bäume sind alle angewachsen. Im März 2016 wurden die Stützpfähle entfernt. Vielen Dank an die Gemeindearbeiter, die die Bäume in der heißen Jahreszeit immer mal wieder gegossen haben.

14. März 2016

Fürst-Pückler-Park, Bad Muskau (Landkreis Görlitz, Sachsen)


"Wer mich ganz kennenlernen will muss meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz." 
- Fürst von Pückler-Muskau

Hermann von Pückler-Muskau war im Jahre 1785 der erstgeborene Sohn seiner 15jährigen Mutter, die sich bereits in einer ihr unerträglichen Ehe befand. In diesem Alter völlig überfordert mit dieser Situation behandelte sie ihn wie ein Spielzeug „ohne selbst zu wissen, warum sie mich bald schlug, bald liebkoste.“ Er wuchs mit seinen drei Schwestern und seinem Großvater im Hause, in der Standesherrschaft Muskau auf.

1817 heiratete er die reiche, geschiedene und neun Jahre ältere Lucie von Hardenberg, die ihm seine Berufung als Gartenkünstler finanzierte. 1826 ließen sie pro forma auf Lucies Idee hin scheiden damit er erneut reich heiraten sollte, um die Gartenkunst weiterhin finanzieren zu können. Die beiden blieben lebenslang freundschaftlich zusammen. 

Verschuldet reiste er von 1825 bis 1829 nach England, um sich eine reiche Braut zu suchen. Er fand keine Ehefrau, dennoch wurden seine Reiseberichte ein internationaler finanzieller Erfolg. Sodann wurde er zu einem Weltreisenden. 1837 kaufte er sich auf einem Sklavenmarkt in Kairo die 14jährige Machbuba als schöne Maitresse, die er mit nach Europa nahm. Sie starb innerhalb von einem Jahr und liegt heute noch in Bad Muskau begraben.

1845 verkaufte er die Standesherrschaft Muskau, weil er sich mit der Anlage seines ersten Parks finanziell übernommen hatte, und zog in sein Erbschloss Branitz bei Cottbus. Den Erlös verwendete er für den Umbau des Schlosses Branitz und für die Anlage des heutigen Fürst-Pückler-Parks.

Bis zu seinem Tod 1871 widmete er sich der Schriftstellerei. Er schrieb zehn Bücher und weil er kinderlos blieb, erbten sein Neffe und seine Nichte alles, wobei sein literarischer Nachlass an die Schriftstellerin Ludmilla Assing ging, mit der Auflage seine Biografie zu schreiben und ungedruckte Tagebücher und Briefe zu veröffentlichen, an denen sich bis heute zahlreiche Historiker erfreuen. 

Kavaliershaus: Die Fassade ist fertig. Innen herrscht Rohbau. Es wird ein Investor gesucht.

Blick vom Schloss in den englischen Landschaftspark, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Sichtachse mit schöner Wasserspiegelung der Brücke. Blau war seine Lieblingsfarbe.

Die Blutbuche entdeckte er ausgewachsen, kaufte sie ein und transportierte sie sehr teuer und aufwendig, um sie in den Park zu pflanzen. In den alten Rest Stumpf pflanzte man vor einigen Jahren einen genetisch identischen Nachfolger.

Hinter der Neiße-Brücke liegt Polen. Zwei Drittel der Parkanlage befindet sich im heutigen Polen. Die Ausmaße der Parkanlage sind immens.

Orangerie

Schloss Muskau, das Neue Schloss.

Sichtachse

Sichtachse


Kein Café in Bad Muskau, wo man es nicht bekommt. Das Fürst-Pückler-Eis stammt von einem Königlich-Preußischen Hofkoch, der es dem Fürsten 1839 in einem Kochbuch widmete.

Im Hintergrund das Schloss. Zahlreiche Kieswege führen durch den Park. Ein geführter Spaziergang dauert 2 Stunden. Würde man den gesamten Park erkunden, wäre man 8 bis 9 Stunden unterwegs.
Fotos (c): Anja Grabs

9. März 2016

Landkreis Oder-Spree startet echte Energiewende

Vorbild Chicago: Gründach auf dessen Rathaus.                                                       (Foto: TonyTheTiger)


Der Landkreis Oder-Spree muss jedes seiner kreiseigenen neu zu bauenden Gebäude mit Photovoltaik und bei Bedarf Solarthermie ausstatten, wenn die Wirtschaftlichkeitsberechnung dafür positiv ausfällt. Ist dies nicht der Fall, kommt ein Gründach zum Einsatz, so dass alle neuen Dachflächen im Sinne der Energiewende sinnvoll und ökonomisch genutzt werden.

Dies wurde im Kreistag im Dezember 2015 aufgrund eines Antrages von Anja Grabs (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen & Piraten) beschlossen und das erste davon betroffene Gebäude befindet sich derzeit in der Beratungsfolge des Kreistages: Der Neubau eines Verwaltungsgebäudes für das KWU Entsorgung in Fürstenwalde kommt am 6. April als Baubeschlussvorlage in den Kreistag und wurde bereits in der Planung einer Wirtschaftlichkeitsberechnung für Photovoltaik unterzogen, die positiv ausfiel. Die Kosten dafür von 15.000 Euro werden sich nach 13 Jahren amortisieren, so dass ab diesem Zeitpunkt Stromkosten in erheblicher Höhe eingespart werden können.

Etwas Kritik kam dennoch von der bündisgrünen Abgeordneten Anja Grabs im Bauausschuss, die den Energiewendeantrag im Dezember initiiert hatte. „Das KWU Gebäude hat zwei Dachflächen, wovon die voll besonnte die Photovoltaikanlage erhält. Die zweite Dachfläche liegt im Schatten, so dass sie mit einem Gründach hätte ausgestattet werden können. Diese Möglichkeit hatte die Verwaltung zwar besprochen, sich dennoch dagegen entschieden, weil sie sich bei diesem Neubau auf die Photovoltaik konzentrieren möchte. Da es sich um ein Gebäude handelt und nicht um zwei, widerspricht das Amt dem damaligen Beschluss zwar nicht, hätte sich dennoch freiwillig für ein Gründach auf dem zweiten Dach entscheiden können. Bis Gründächer zur Normalität werden und die Stadtbilder und das Klima für jeden verbessern, dauert es eben noch seine Zeit.“, so Grabs.