5. Mai 2020

Wildbienenschutz - Mein Leserbrief an die Märkische Oderzeitung

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), Weibchen beim Pollensammeln an Kuhblume (Taraxacum)
Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) muss nicht künstlich angesiedelt werden. Sie ist eine häufige Art und kann problemlos mit Hilfe von Nisthilfen gefördert werden - sofern keine Pestizide eingesetzt werden. Die künstliche Ansiedlung von Wildtieren sollte dringend, bei ungefährdeten Arten, unterlassen werden. 
(Foto: Fritz Geller-Grimm)
Eine der vielen Obstplantagen in Frankfurt/Oder. Dort wo gespritzt wurde, ist alles tot.
(Foto: Ranger Nico)
Laut Mathias Hausding von der Märkischen Oderzeitung, leisten Landwirte einen Beitrag zur Artenvielfalt, wenn sie Pestizide einsetzen, um sich dann Wildbienen einzukaufen (weil ihnen die Bestäuber fehlen).

Der Kauf von Wildbienen und dessen gewollte Wildbienenzucht leistet jedoch definitiv KEINEN Beitrag zur Artenvielfalt. 

Zum Kommentar von Mathias Hausding: Kommentar

Sehr geehrter Herr Hausding,

wenn beim Obstbau Pestizide eingesetzt werden, dezimiert man damit mehrere hundert Arten an natürlich vorkommenden Insekten. Die meisten Arten davon sind keine sogenannten Schädlinge. Dazu gehören zum Beispiel viele Schmetterlingsarten, Käferarten und selbstverständlich auch alle natürlich vorkommenden Wildbienenarten, wovon über die Hälfte von ihnen in ihrer Art bedroht sind. Wenn man also diese vielen hundert Arten an Ort und Stelle mit Pflanzenschutzmitteln vernichtet und dann eine Wildbienenart einkauft, weil man Bestäuber benötigt, dann kann nicht davon die Rede sein, dass "Landwirte einmal mehr einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.", wie Sie schreiben. Vielmehr handelt es sich um eine Vernichtung hundert lokal vorkommender Arten. Der Insektenbestand von Null auf eine einzige eingekaufte Wildart trägt nicht zur Artenvielfalt bei, sondern spiegelt eine reine Symptombehandlung wieder: Ich vernichte alle Arten und weil mir die Bestäuber fehlen, kaufe ich eine Art ein. Das ist dann eher ein Beitrag für die große aktuelle Artenarmut. Die Monokultur muss hier grundsätzlich hinterfragt werden. Wenn keine Pestizide eingesetzt werden, kann man die lokal vorkommenden Arten wunderbar selbst unterstützen. So wie man das bei Streuobstwiesen bereits tut, die eine sehr hohe Artenvielfalt aufweisen und komplett ohne Pestizide auskommen.

Der Leserbrief wurde nicht in der Märkischen Oderzeitung abgedruckt. Laut Hausding handelt es sich bei meinen Aussagen um unbewiesene Behauptungen in einer aufgeheizten Debatte. Darauf habe ich ihm u. a. mit folgendem Satz geantwortet: "Dass das Bienensterben unmittelbar auch mit dem weltweiten Einsatz von Pestiziden in Zusammenhang steht, ist allgemeiner Konsens und kann in zahlreichen Fachartikeln nachgelesen werden." 

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