2. April 2013

„Die neue Rechtschreibung“ oder „Wie die Deutschen zu Analphabeten wurden“ (Glosse up for grabs)


Wie eine Krankheit zieht sich die "Neue Rechtschreibschwäche" durch alle Lebensbereiche.
Hier ein Schild am Eingang vom Gosener Friedhof.
Das Wort "draußen" müsste richtigerweise immer mit ß geschrieben werden.


1996 kam die neue deutsche Rechtschreibreform. Und nur weil ich zu der Zeit noch zur Schule ging, hatte ich das Glück in die Geheimnisse der neuen Rechtschreibung professionell eingewiesen zu werden. Mit der Motivation meines Deutschlehrers („Ich weiß selber nicht was ich davon halten soll, aber vermutlich macht das hier alles Sinn. Auf jeden Fall ist jetzt Vieles falsch, was wir früher einmal für richtig hielten“), saßen wir mit gezückten Stiften und großen Augen und ließen uns darauf ein.

Wer das Pech hatte zu dem Zeitpunkt kein Schüler mehr gewesen zu sein, der musste sich auf die Schlagzeilen der BILD Zeitung verlassen. Anders kann ich mir die heutige Unfähigkeit von Erwachsenen die neue Rechtschreibung anzuwenden nicht erklären. Es muss damals so gewesen sein, dass die Medien den Menschen vorgelogen haben, dass unser „ß“ abgeschafft worden ist und wir demnach stattdessen IMMER „ss“ benutzen. Von sehr vielen Erwachsenen habe ich den Satz gehört „Das ß gibt es nicht mehr.“
Wie bitte? Wie schrecklich wäre es, wenn wir unser wunderbares ß abschaffen würden? Ich kann Allen versichern, dass es das ß noch gibt und wir es auch anwenden MÜSSEN!

Das ß
Das ß ist weder ein großer noch ein kleiner Buchstabe. Es gibt ihn nur in der deutschen Sprache! Besteht das Wort aus Großbuchstaben müssen wir ihn mit SS ersetzen. Also Straße bzw. STRASSE.

Die Öffentlichkeitsarbeit hat damals dermaßen versagt, dass wir es heute mit einer ganzen Generation (Nennen wir sie „Minus1996“) zu tun haben, welche die neue Rechtschreibung gar nicht anwenden können, sie für überbewertet halten und demnach regelrecht boykottieren. Was ich noch viel erschreckender finde, ist dass selbst jüngere Menschen die Rechtschreibung nicht anwenden können. Der schlechte Einfluss kommt hier ausnahmsweise von den Älteren.

Während Regionalzeitungen den Dauerfehler anwenden und „diesen Jahres“, statt „dieses Jahres“ schreiben, worüber ich auch schon sehr lange nicht mehr lachen kann, werden sogar Leserbriefe im Originaltext und somit alter Rechtschreibung falsch abgedruckt.

Hier ein kleiner Crashkurs zu ss und ß:

Das ß wird nach langem Vokal angewendet: Straße, Spaß, Maß
Das ß wird auch nach Diphthong angewendet: schließen, reißen, draußen

Das ss wird nach kurzem Vokal angewendet: messen, Schloss, gerissen, muss, Kuss

Und noch ein kleiner Schlusssatz (mit drei s) von mir: Trenne nun ruhig auch st, denn es tut ihm nicht mehr weh!

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit für die 

Oder nehmen Sie sich noch mehr Zeit für den

Danke!

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