Gosen-Neu Zittau

22. August 2013

Wie geht man mit Vegetariern um?


Weil wir Vegetarier in der Minderheit sind, müssen wir unser Leben lang die exakt gleichen Gespräche führen. Ähnlich einem geheimen Drehbuch werden uns von Fleischessern WORTWÖRTLICH immer die gleichen Fragen gestellt. Wenn ich neue Menschen kennenlerne versuche ich meine Ernährung so lange es geht geheim zu halten, damit mein Gegenüber nicht sofort in meinem Ansehen an Punkten einbüßt. Nicht weil die Meisten aus Unwissenheit die altbekannten Fragen stellen, was wir gewöhnt sind, sondern weil uns ständig Vegetarier-Witze erzählt werden, die wir ALLE schon tausendmal gehört haben.
Und so lautet der Dialog, den ich schon so oft geführt habe, dass er es wert ist aufgeschrieben zu werden:

Warum bist Du Vegetarier?
Aus ethischen Gründen. Das bedeutet, dass Tiere für mich den gleichen Stellenwert haben wie Menschen. Um es einmal ganz drastisch auszudrücken: Würde ich Schweinefleisch oder Rindfleisch essen, hätte das für mich einen ähnlichen Ekelfaktor, als wenn es sich um Menschenfleisch handeln würde.
Der Stellenwert innerhalb der Tierarten ist für mich ebenfalls gleich. Warum sollte man Rindfleisch essen, aber auf Hundefleisch verzichten? Für mich gibt es hier keinen Unterschied. Mein Gefühl bei Rindfleisch ist identisch, als wenn es sich um Katzenfleisch oder Hundefleisch handeln würde. Deswegen sind meine Emotionen zum Beispiel bei Hundefleisch in China, identisch mit dem Konsum zum Beispiel von Hühnerfleisch oder Heuschrecken.

Wie wurdest Du Vegetarier?
Ich bin die einzige Vegetarierin in meiner Familie. Ich wurde im Alter von 13 Jahren Vegetarierin, also in einem Alter in dem man anfängt eigene Entscheidungen zu treffen. Mittlerweile ist es meine feste Überzeugung, dass mein Vegetarismus angeboren ist. Mein Verständnis für Ethik ist viel größer als bei Fleischessern, ohne dass es anerzogen wurde. Es muss also in meinem Gehirn ausgeprägter sein. Deswegen bin ich auch der Überzeugung, dass man Niemanden zu dieser Ernährungsweise überreden kann. Entweder man ist es von Natur aus...oder eben nicht. Ich muss mich auch nicht überwinden oder es "aushalten" vegetarisch zu leben. Ich vermisse Fleisch nicht. Für mich persönlich ist es die einzig mögliche und logische Ernährungsform.

Isst Du auch Fisch?
Nein! Vegetarier essen grundsätzlich keinen Fisch!
Wenn bei einer fleischlosen Ernährung zusätzlich Fisch gegessen wird, nennt man diese Menschen Pescetarier.
Vegetarier möchten nicht mit Pescetariern verglichen werden.
Die meisten Vegetarier sind Ovo-Lacto-Vegetarier (Ovo=Ei, Lacto=Milch). Wir ernähren uns fleischlos mit zusätzlichen Eier- und Milchprodukten.

Bekommst Du genug Eiweiß?
Fakt ist, dass Fleischesser zu viel Eiweiß zu sich nehmen und sich vielleicht deswegen das Gefühl ergibt, dass eine fleischlose Ernährung nicht genug Eiweiß beinhaltet.

Vegetarier erhalten genug Eiweiß!

Die Frage müsste also korrekterweise an die Fleischesser gerichtet werden: Habt Ihr nicht Angst zu viel Eiweiß zu essen?
Eine vegetarische Ernährung ist gesünder als eine Ernährung mit Fleisch. Studien belegen, dass Vegetarier länger leben. Schwangere Vegetarierinnen müssen in der Schwangerschaft und später in der Stillzeit nicht anfangen Fleisch zu essen. Kinder können sich vegetarisch ernähren. Das lebenswichtige Vitamin B12 beziehen Vegetarier aus Milch- und Eierprodukten. 

Mittlerweile gibt es ja immer mehr Vegetarier...
Das stimmt nicht. Es gibt sehr viele Möchte-Gern-Vegetarier oder Fleischesser, die den Vegetarismus ausprobieren und irgendwann wieder Fleisch essen. Es scheint „trendy“ zu sein Vegetarier zu sein. Das ist erstmal eine gute Sache. Leider halten sich die Klischees seitdem ich Vegetarier bin (also seit 19 Jahren) hartnäckig. Es hat sich aus meiner Sicht seit 19 Jahren absolut gar nichts an der Aufgeklärtheit geändert. Fleischesser stellen mir immernoch die gleichen Fragen wie damals. In meinem Leben habe ich höchstens eine handvoll echte Vegetarier oder Veganer kennengelernt. Ich sehe hier keinen steigenden „Trend“.

Und wie geht man nun mit Vegetariern um?
Erzählen Sie einem Vegetarier nicht, dass sie eigentlich auch fast gar kein Fleisch essen (abgesehen von ihrem täglichen Konsum, den Sie vielleicht selbst noch nicht erkannt haben. Die Wurstscheibe auf dem Brot ist auch Fleisch! Und auch der Speck in Spaghetti Carbonara! Und Fisch sowieso (aber das hatten wir ja bereits erläutert)). Das ist zwar lieb gemeint, weil Sie ja im Grunde eine Gemeinsamkeit mit ihm haben möchten, aber vollkommen unnötig, weil 100 Prozent der Fleischesser das als erste Reaktion zu einem Vegetarier sagen, sobald sie von seiner Ernährungsweise erfahren. Auch deswegen ist dies sehr unglaubwürdig.
Erklären Sie einem Vegetarier nicht was Vegetarismus bedeutet und erzählen Sie ihm nicht, dass es Vegetarier gibt, die Fisch essen, weil Sie mindestens zehn Vegetarier kennen, die regelmäßig Fisch essen. Und erklären Sie einem Vegetarier nicht, dass Vegetarismus ungesund ist (während er Ihnen gesund und munter gegenüber sitzt). Das wäre so als würde ein Busfahrer einem Chirurg erklären, was man im Operationssaal beachten muss. Lassen Sie sich dieses Insider-Wissen lieber von ihm erklären und bestehen Sie nicht auf eigene Vorurteile.
Reißen Sie keine Vegetarier-Witze: Wir haben sie ALLE schon einmal gehört!
Sie haben die oben genannten Fragen bereits beantwortet bekommen. Falls Sie weitere Fragen haben, stellen Sie sie! Bitte lassen sie jeglichen Sarkasmus weg, Sie sind kein härterer Mensch wenn Sie Fleischesser sind. Vegetarier sind nicht sensibel! Wir haben uns selbst aufgeklärt und uns zahlreiche Filme angeschaut, wie Tiere gehalten und geschlachtet werden, wir sind keine Weicheier sondern wissen was läuft. Vermutlich haben wir weniger Probleme ein Schlachthaus zu betreten als Fleischesser, weil wir darüber ausreichend informiert sind und uns zusätzlich nicht als Konsument betroffen fühlen. Unser Gewissen ist rein.
Lesen Sie einem Vegetarier nicht die Speisekarte im Restaurant vor, nach dem Motto "Oh, schau mal, das ist vegetarisch, das kannst Du essen!". Zerbrechen Sie sich nicht seinen Kopf, ob er etwas Essbares im Restaurant bekommt. Wir haben darin Erfahrung, was wir wie bestellen und bekommen IMMER etwas vegetarisches zu essen, egal wo. Essen Sie in unserer Gegenwart Fleisch so wie immer. Wir möchten nicht aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Wir wollen keine Sonderbehandlung. Die Art der Ernährung ist die persönliche Freiheit eines jeden Menschen und wir akzeptieren Fleischesser genauso wie wir akzeptiert werden wollen.
Bieten Sie keinem Vegetarier Salami-Pizza mit dem Spruch an: Die Salami kannst Du doch runternehmen! Die meisten von uns wollen nichts essen, wo wir erst das Fleisch runternehmen, rauspulen oder beiseite legen müssen. Dann verzichten wir lieber.

Leider nur auf englisch, aber dieses Video spricht mir aus der Seele:

5. August 2013

Hommage an mein altes Dublin


Im Auto hörte ich heute zum ersten Mal den Song „Black Skinhead“ von Kanye West und sah mich sofort wieder in Dublin zurückversetzt, wo ich 2001 wohnte. Der Song ist aktuell, warum also? Dazu später mehr... (Wer Dublin kennt: damals gab es noch keine Straßenbahn und auch noch nicht das Wahrzeichen „The Spire“.) Unser Urvertrauen an das Gute war bis zum 11. September noch vorhanden...

Aber von Anfang an: Ich war 20 Jahre alt und wohnte und arbeitete für 15 Monate in Dublin. Das ist eine sehr lange Zeit für einen Festland-Europäer, weil der tägliche Regen einem derart aufs Gemüt schlägt, dass man dort kaum dauerhaft wohnen kann. Deshalb wandern die irischen Rentner auch zuhauf aus (deshalb und aus geschichtlichen Gründen ist Dublin ein Auswandererland). Damals lag das Durchschnittsalter in Dublin bei 29. Was also tun in einer jungen Stadt in der es jeden Tag kurze Regenschauer gibt und die Straßen und Gehwege davon IMMER nass sind? Man verbringt sein Leben in den gemütlichen Pubs und den Nachtclubs. Montags wird davon geredet wo man freitags hingeht. 

Damals gingen wir immer in das legendäre Temple Theatre, was es heute leider nicht mehr gibt. Es wurde 2004 wegen Baufälligkeit geschlossen. Seitdem ist Dublin nicht mehr was es damals war. Man ging in diese gefährliche Gegend also am Freitag hin. Die irischen Mädels trugen kurze Partykleider mit hohen Schuhen und ohne Strumpfhosen bei JEDEM Wetter, auch im Winter... Man stellte sich in eine lange Schlange (die Iren lieben das Anstehen genauso wie die Engländer) und wurde dann von mehreren Türstehern gefragt wie es einem geht. Sie sahen uns in die Augen (Pupillen) und fragten uns deshalb, um herauszufinden ob wir auf Drogen sind. Wenn man aus versehen an einem Samstag ins Temple Theatre ging, sah man auch warum. An Samstagen lief Techno und ALLE schienen dort auf Drogen zu sein. Am Freitag jedoch lief dort Hip Hop. Die lauten Bässe umfingen mich beim Eintreten, damals war Hip Hop meine Musik. Eine aggressive Musik, die an Coolness kaum zu überbieten ist. Eine Musik, die man mit Anfang 20 am liebsten hört. 
Einmal haben sich im Temple Theatre fast zwei Männer um mich geprügelt...eine einmalige Erfahrung, die nicht so verkehrt ist für eine Frau...
Wir tranken ausschließlich Smirnoff Ice und wir befanden uns ständig in himmelhochjauchzender Verliebtheit oder zutodebetrübten Liebeskummer. Denn das Wetter in Irland steigert die Sehnsucht nach Geborgenheit um ein Vielfaches. Es macht so nachdenklich und melancholisch, dass es kein Wunder ist, dass einige der besten Autoren aus Irland kommen. 

In Dublin hatte ich eine der schönsten Zeiten in meinem Leben verbracht. Ich empfehle allen jungen Leuten dort ihre Auslandserfahrung zu machen. 

Ich könnte noch so viel über Dublin schreiben, aber stattdessen zeige ich jetzt den Song, der mich an das Temple Theatre erinnert hat (obgleich der Song ganz aktuell ist). Für mich ist dieser Song "Hip Hop at its best". Lange habe ich nicht so guten Hip Hop gehört :)

17. Juli 2013

Statistikblödsinn (Glosse up for grabs)

1756 Bewegungen am gleichen Tag am Südeingang.
3056 Bewegungen wurden am Nordeingang gezählt.

Die Fahlenbergbrücke zwischen Gosen und Berlin soll abgerissen und neu aufgebaut werden. Ob es eine Behelfsbrücke in der jahrelangen Bauzeit geben wird ist weiterhin unklar. Während es für die Gosener unglaublich wichtig ist, Berliner in den Müggelpark zu importieren und sich selbst jederzeit den Zugang zu Berlin zu verschaffen, interessiert es das Köpenicker Rathaus herzlich wenig, ob die Berliner nach Gosen zum Einkaufen fahren. Im Gegenteil: Das Forum soll ja auch mal von ein paar Menschen benutzt werden.


Der Müggelpark wird also zur Zeit von allen Seiten bedroht. Die Angst vor einer nicht-existenten-Behelfsbrücke wächst. Die Infrastruktur zur größten ausgehenden Berliner Kaufkraft wäre zerstört. Gleichzeitig droht der Fertigbau des Kauflandes in Erkner im noch unbekannten Jahr „2013 plus X“ mit einem zukünftigen Abzug von Tausenden von Kunden. Praktiker musste sich selbst verkaufen und unterliegt einem derzeitigen Wandel. Außerdem gibt es Leerstände. Die gute Nachricht ist, dass der Waffenladen und das Casino im Müggelpark weiterhin gut laufen. Und ,-real lässt regelmäßig Haribo-Trucks vorfahren und Hubschrauberrundflüge starten damit die Kunden nicht vergessen ihre Treuemarken einzulösen.

In all diesen unsicheren Zeiten hat sich jetzt das Einkaufszentrum Müggelpark ein Argument ausgedacht, dass vielleicht, zukünftig, eventuell, möglicherweise, optimistisch gesehen, ziehen könnte. Es geht um die Besucherzahlen. Wenn der Müggelpark weiß, wieviele Besucher kommen, dann kann man nicht nur mit höheren Mietpreisen argumentieren, sondern auch der Stadt Berlin klarmachen, dass die Köpenicker ja vielleicht doch zu Tausenden anfangen zu weinen, wenn sie nicht mehr direkt ins Brandenburger Land ausreisen können. Schnell wurde der Müggelpark mit Zähleruhren ausgestattet. Sie sind in circa 1,50 Meter Höhe angebracht und drehen per Bewegungsmelder ihre Zahl um „plus 1“ weiter.

Blöd ist jetzt allerdings nur, dass der Müggelpark über mehrere Ein- und Ausgänge verfügt. Würde es nur einen einzigen Eingang geben, könnte man die Zahl der Uhr durch zwei teilen, da jeder Besucher einmal beim rein- und dann wieder beim rausgehen, gezählt wird. Es gibt aber einen Eingang an der Nordseite, welcher durch den größten Magneten ,-real am häufigsten benutzt wird und einen weiteren Eingang an der Südseite beim Pleite-Praktiker, wo absolut Niemand weiß, wer diesen Eingang benutzen könnte und vor allem warum? Wie unkontrollierbare Lemminge laufen die Kunden also mal an der Nord- und mal an der Südseite rein, um dann das Gebäude entweder durch den gleichen Eingang wieder zu verlassen... oder auch nicht. Ein zusätzlicher Seiteneingang wird an ganz heißen Sommertagen geöffnet. Er befindet sich an der Ostseite und bietet eine zusätzlich Fluchtmöglichkeit. An diesem Seiteneingang befindet sich keine Zähluhr, da es sich lediglich um eine Möglichkeit handelt den Müggelpark ganz individuell zu belüften, wenn draußen 30 Grad herrschen. Nur langjährige Insider kennen diesen Eingang, der die Besucher direkt an den Toiletten vorbeiführt. Will man lediglich zur Apotheke, die sich ungefähr mittig im Shopping Center befindet, benutzt man entweder den Nord- oder den Südeingang oder sogar beide oder vielleicht auch ausschließlich den Seiteneingang an heißen Tagen. Wo und ob man überhaupt gezählt wird ist dann vollkommen willkürlich.

Kinder, die circa ein Meter groß sind laufen unter dem Zähler durch ohne überhaupt gezählt zu werden. Dabei wissen wir doch bereits, dass von ihnen die größte Kaufkraft ausgeht: Sie schmeißen sich zwischen den Regalen mit den Süßigkeiten auf den Boden und simulieren einen Tobsuchtanfall, woraufhin 100 % der umstehenden Kunden inklusive der Eltern umgehend den kompletten Laden leerkaufen werden, damit das Kind ruhe gibt. Hängen die Zähler so niedrig, dass sehr große Hunde mitgezählt werden, macht das überhaupt nichts, da die Hunde herkommen, um als zusätzliche Konsumenten Hundefutter einzukaufen.

Das Fazit ist, dass die Zähleruhren folgende Aussagekraft haben: Ja es gibt hier Kunden! Wieviele es sind weiß man allerdings nicht. Zusätzlich kann ausgesagt werden, dass auf dem Parkplatz viele Autos mit LOS und B Kennzeichen stehen. Wer lediglich nochmal kurz zurück zum Auto muss, weil er sein Geld vergessen hat, kriecht bitte unter dem Zähler durch, um die ohnehin falsche Besucherstatistik nicht noch mehr zu verfälschen. 

19. Juni 2013

The Fox Tapeworm


by Anja Grabs and prof Dr. Peter Kern

Starting off with the worst fact: If humans are seized with the fox tapeworm (Echinococcus multilocularis), they usually die. In its life cycle the fox tapeworm infests rodents, in Germany these are most of the times voles. The infested rodent is an alternate host and is weak due to the infestation so that it will now easily be captured by final hosts such as foxes, dogs, or cats. If humans absorb fox tapeworms that are for example in the fur of a pet, they will become a paratenic host, as they are no prey animals such as mice. Then the fox tapeworm is most of the times unnoticeably spreading out inside the infected human until after ten to twenty years first symptoms (for example icteric) occur. Like metastases they can affect the liver, lung, and brain. However, a radical surgery is only possible during the early stage. Without a permanent, lifelong intaking of anti-worm-medication, which will lead to a stable situation, most patients die due to a progressed disease with many malignant signs.

The good news is, that even though the fox tapeworm seems to be spreading out in Germany, only few humans are infected by it. According to the Robert Koch Institute in the year 2012, there was only one patient reported in Berlin with the disease „alveolar echinococcosis“ and nobody reported in the state Brandenburg, whereat due to the long time of incubation the current place of residence may not be the place of infection. The transmittance to the human body is not yet clearly resolved.

The popular belief in contracting the disease by eating wild berries is wrong: „There is no connection between eating wild berries and getting infected by the fox tapeworm.“, says prof Dr. Peter Kern from the European Echinococcosis Register in Ulm, Germany. It is merely noticeable that over 70 % of the patients are owners of cats or dogs. It is assumed that the multiple intaking of fox tapeworm eggs, that can be found in the fur of dogs or cats, may lead to an infection in the human. Therefore people can protect themselves the best by deworming their dogs and cats on a regular basis (every six weeks in endemic areas).

Foxes have followed the humans into the settlement areas. Food wastage and numerous dens offer them a habitat. There are people who feed foxes in order to comfortably watch them in their own garden. This must be stopped urgently! Garbage cans and other places for food wastage must be made inaccessible for wild animals. Is a fox seen on a regular basis in the garden, one shall make sure that the compost is free of food wastage as well, so that the fox does not find a food source here either.

If there is a fox-hole in the garden scaring him off outside the breeding time (which is from April until July) shall be considered. Killing the fox is just as pointless as killing beavers or racoons, as the territory will be recolonized by new foxes within a short time. For scaring off foxes the office of hunting in the county Oder – Spree is suggesting to put a cloth soaked with diesel or a disinfectant containing formalin into the fox-hole. The infestation of examined foxes in the county Oder-Spree was only 1.5 % between the years 2008 and 2010 and can therefore be classified as low.

Foxes are interesting predators that can only be watched in nature with a lot of patience and a little bit of luck. Decoying them however by feeding them on purpose shall be desisted due to the danger for humans of receiving the infection of the fox tapeworm. 

11. Juni 2013

Der Fuchsbandwurm

 von Anja Grabs und Prof. Dr. Peter Kern


Fuchswelpen im Landkreis Oder-Spree, Mai 2013
Zunächst einmal das Schlimmste vorweg: Befällt der Fuchsbandwurm den Menschen, endet dies meistens tödlich. In seinem Lebenszyklus befällt der Fuchsbandwurm zunächst Nagetiere, in Deutschland sind das überwiegend Wühlmäuse. Der befallene Nager ist ein Zwischenwirt und wird durch den Befall so geschwächt, dass er nun leicht vom Fuchs, Hund oder Katze erbeutet werden kann, die nun die Endwirte darstellen. Wenn der Mensch Fuchsbandwurmeier aufnimmt, die sich zum Beispiel am Fell eines Haustieres befinden, wird er selbst zu einem Fehlzwischenwirt, da er für den Fuchs kein Beutetier in Form einer Maus ist. Und so breitet sich der Fuchsbandwurm im Menschen meist unbemerkt aus, bis nach über zehn bis zwanzig Jahren, erste Symptome (zum Beispiel Gelbsucht) auftreten. Wie Metastasen können Leber, Lunge und Gehirn befallen sein. Eine radikale Operation ist jedoch nur im Frühstadium möglich. Eine dauerhafte, lebenslange Einnahme von Anti-Wurm-Medikamenten führt zu einer stabilen Situation - jedoch ohne diese sterben die Patienten an einer fortschreitenden Erkrankung mit vielen bösartigen Zügen.

Die gute Nachricht ist, dass obwohl sich der Fuchsbandwurm in Deutschland auszubreiten scheint, nur sehr wenige Menschen davon befallen werden. Laut Robert Koch Institut gab es im Jahr 2012 in Berlin vier und in Brandenburg gar keine gemeldeten Fälle von der Infektionskrankheit Echinokokkose, wobei einerseits aufgrund der langen Inkubationszeit die Wohnorte der gemeldeten Fälle nicht mit den Orten der Infizierungen übereinstimmen müssen und andererseits auch die Infizierung mit einer weiteren Echinokokkenart, dem selten vorkommenden Dreigliedrigen Hundebandwurm, gemeint sein kann. Der Übertragungswert auf den Menschen ist noch nicht eindeutig geklärt.

Falsch ist die weit verbreitete Annahme, sich über den Verzehr von Beeren anzustecken: „Ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Waldfrüchten und einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm lässt sich nicht herleiten“, sagt Prof. Dr. Peter Kern vom Euröpäischen Echinokokkose Register in Ulm. Auffällig ist lediglich, dass über 70 % der Patienten, Hunde- oder Katzenbesitzer sind. Man geht davon aus, dass die mehrmalige Aufnahme von Fuchsbandwurmeiern, die sich im Fell von Hunden oder Katzen befinden können, zu einer Infektion beim Menschen führen kann. Daher kann sich der Mensch am besten vor einer Infektion schützen, indem er Hund und Katze regelmäßig entwurmt.

Füchse sind den Menschen bis in die Siedlungsgebiete gefolgt. Essensreste und zahlreiche Verstecke bieten ihm hier einen Lebensraum. Es gibt Menschen die Füchse füttern, um sie bequem im eigenen Garten beobachten zu können: Dies sollte man dringend unterlassen! Mülltonnen und andere Aufbewahrungsorte von Essensresten sollten in jedem Fall unzugänglich für Wildtiere gemacht werden. Sichtet man regelmäßig einen Fuchs im Garten, sollte man zusätzlich überprüfen, ob der Komposthaufen eventuell so gestaltet werden muss, dass der Fuchs auch hier keine Futterquelle vorfindet.

Befindet sich ein Fuchsbau im Garten, sollte ein Vergrämen des Fuchses außerhalb der Aufzuchtzeit der Jungen, die von April bis Juli erfolgt, in Betracht gezogen werden. Ein Töten des Fuchses ist ähnlich wie bei Bibern oder Waschbären sinnlos, da es sich dann um ein Reviervakuum handelt, dass schnellstmöglich von reviersuchenden Füchsen neu besiedelt wird. Für das Vergrämen von Füchsen empfiehlt die Untere Jagdbehörde des Landkreises Oder – Spree einen mit Diesel oder formelinhaltigen Desinfektionsmittel getränkten Lappen in den Bau zu schieben. Die Befallshäufigkeit im Landkreis Oder – Spree lag im Zeitraum von 2008 bis 2010 bei nur 1,5 % der untersuchten Füchse und ist demnach als gering einzustufen.

Füchse sind interessante Raubtiere, die man nur mit viel Geduld und etwas Glück in der freien Natur beobachten kann. Ein Anlocken durch gezieltes Füttern in Siedlungsgebieten sollte jedoch aufgrund der Gefährlichkeit des Fuchsbandwurmes für den Menschen dringend unterlassen bleiben.

Fotos: Anja Grabs

5. Juni 2013

Die Swatzke- und Skabyberge im Landkreis Oder – Spree

Heideflächen in den Swatzke- und Skabybergen

Flechten und Calluna-Zwergstrauch-Heiden

Die Swatzke- und Skabyberge sind Jagdgebiet. Problematisch ist der Nährstoffeintrag an den Kirrplätzen.

Am 25. Mai 2013 trafen sich Naturschutzhelfer des Landkreises Oder – Spree, um das europäische Schutzgebiet der Swatzke- und Skabyberge bei einer geführten Wanderung mit anschließenden Vorträgen kennenzulernen.

Das 467 Hektar große Gebiet liegt westlich von Spreenhagen und wurde bis 1994 als Truppenübungsplatz genutzt. Es ist heute geschütztes Flora-Fauna-Habitat (FFH-Gebiet), welches den Zweck hat, die vorhandenen Flächen in ihrem jetzigen Zustand zu erhalten oder durch Pflege und Entwicklung zu optimieren. Im Moment verfügt das Gebiet über fünf erhaltenswerte Lebensraumtypen. Ausgedehnte Sandheiden mit Besenheide und Ginster sowie mitteleuropäische Flechten-Kiefernwälder sind hier vorhanden und gelten als Extremstandorte. Durch ihre große Nährstoffarmut bieten sie einer darauf spezialisierten Tier- und Pflanzenwelt einen Lebensraum. Das Offenland wird bedroht durch das Ausbreiten des vorhandenen Birken- und Kiefernwaldes sowie den überalterten Beständen der Besenheide, welche sich nicht ohne Hilfe verjüngen können.

Um Heideflächen zu pflegen wird vielerorts die Schafhaltung als landschaftliche Pflegemaßnahme eingesetzt. Dies ist in dem Gebiet der Swatzke- und Skabyberge aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Das Gebiet ist immernoch munitionsbelastet. Außerdem steht in dem Gebiet kein Schäfer zur Verfügung. Schafhaltung in Brandenburg rentiert sich nur sehr wenig bis gar nicht. Während das Fleisch nur wenig Geld bringt, kann man bei der Wolle von einen Nullgeschäft ausgehen.

Um an diesem besonderen Standort eine Verjüngung der Heideflächen zu ermöglichen, werden Flächen in dem Gebiet zukünftig kontrolliert abgebrannt. Wenn das Abbrennen im Februar/März bei günstigen Wetterbedingungen (schneefrei, Trockenheit, leichter Wind) passiert, haben Untersuchungen gezeigt, dass die Tiere im Boden sowie die Wurzeln der Pflanzen davon nicht geschädigt werden. Das Feuer fackelt die veralterten Sträucher so schnell ab, dass selbst junge Bäume stehen bleiben und normal weiterwachsen oder wieder austreiben können. Aufgrund des langen Winters war ein Abbrennen der Flächen dieses Jahr noch nicht möglich, so dass man diesen Plan auf kommendes Jahr verschoben hat.

Im Gemeindehaus von Hartmannsdorf bei Spreenhagen gab es für die 27 Teilnehmer, unter der Leitung des Vorsitzenden des Naturschutzbeirates Dr. Siegfried Schulz sowie seinem Stellvertreter und Bürgermeister von Spreenhagen Bernhard Baumann, zusätzlich die Möglichkeit über die Erfahrungen in der praktischen Landschaftspflege im Allgemeinen zu diskutieren.
Es wurde über den anhaltenden Konflikt zwischen der aktuellen Landwirtschaft (zum Beispiel Rinderhaltung) und dem notwendigen Artenschutz gesprochen. Es fehlt nicht nur an einer vernünftigen Lösung seitens der Fördermittel, vorhandene Flächen so sinnvoll zu pflegen, dass auf bestimmte Ziele hingearbeitet werden kann, sondern auch an einer Bereitschaft seitens konventioneller Landwirte, Flächen so zu bewirtschaften, dass man einen Kompromiss zwischen Artenschutz und Landwirtschaft erkennen kann.
Selbst Fußgängerwege an der Spree werden für die Rinderhaltung auf das Maximum bis zum Wasserrand eingezäunt, so dass es für die Menschen heute kaum noch möglich ist an der Spree entlang zu spazieren.

Der in den vergangenen Jahren angestiegene Maisanbau für die Herstellung von Agrosprit im Landkreis, zeigt wie wichtig es den Landwirten ist, den maximalen Geldgewinn aus ihren Flächen zu holen und nicht ihre Betriebe auf eine ebenfalls gewinnorientierte Bio-Landwirtschaft umzustellen. Zu dem Thema, dass Landwirte immer mehr zu Energiewirten werden, bemerkte Dr. Siegfried Schulz: „Landwirte sollen sich um gesunde Böden und die Produktion von Nahrungsmitteln kümmern. Alles andere ist vollkommener Blödsinn.“ 

1. Juni 2013

Katholische Gemeinde in Erkner erfolgreich im Artenschutz

Kauw
Altvögel der Dohle haben weißblaue Augen.
Foto: Tim Strater/Flickr



Die katholische Gemeinde Sankt Bonifatius in Erkner ist erstmalig erfolgreich in dem Artenschutzprojekt "Lebensraum Kirchturm".

Im März 2012 brachten die Naturschützer Anja Grabs sowie der inzwischen verstorbene Heinz Müller zwei Nistkästen für die Vogelarten Turmfalke sowie Schleiereule im Kirchturm an.

Im Mai 2013 konnte ein erster Bruterfolg nachgewiesen werden. Drei Dohlenküken werden im Nistkasten, der eigentlich für Schleiereulen gedacht war, aufgezogen.

Die Dohle ist in Brandenburg vom Aussterben bedroht und steht in der Kategorie I der Roten Liste der Brutvögel, daher kann der Brutnachweis als großer Erfolg angesehen werden. Den Dohlenküken geht es gut, sie schieben die Schwingen aus dem Dunenkleid und scheinen wohlgenährt.

Seit Jahren ist die nächstgelegene Kirche in Erkner bereits erfolgreich in dem Projekt "Lebensraum Kirchturm". Die Genezareth Kirche im Ortskern unterhält mit Bruterfolgen mehrere Nistkästen für Dohlen, so dass eine Verbreitung der Dohle von diesem Kirchturm aus wahrscheinlich ist.

Dohlen leiden unter dem Abriss von alten Bauten, in denen sie Brutnischen fanden. Außerdem sind sie auch von den Maßnahmen zur Taubenabwehr betroffen. Fällungen von Altholzbeständen machen ihr zusätzlich zu schaffen, da Dohlen gerne in vorhandenen Spechthöhlen brüten. Aufgrund ihrer Gefährdung wurde die Dohle Vogel des Jahres 2012.

Kirchengemeinden können der Dohle helfen indem sie Nistkästen für die Dohle am Kirchturm anbringen. Das Projekt "Lebensraum Kirchturm" wird vom Naturschutzbund Deutschland unterstützt. 686 Kirchen deutschlandweit und darunter 20 Kirchen in Brandenburg erhielten vom NABU bereits die Auszeichnung "Lebensraum Kirchturm".