Gosen-Neu Zittau

5. Mai 2016

Alter!


Sie sehen gut aus, sind sympathisch und selbstbewusst. Man kann sich ganz gut mit ihnen unterhalten und dann, irgendwann regen sie sich über irgendetwas auf und sagen „Alter!“

Autsch.

Sofort sinken sie in meinem Ansehen, ich bin geschockt und stufe ihre Intelligenz auf mindestens 100 IQ-Punkte herab. Vielleicht sogar noch mehr. Potentielles Aufkeimen einer zukünftigen Freundschaft ist jetzt im Keim erstickt. Es geht nicht, ich komme einfach nicht klar mit dieser niveaulosen Gossensprache. Dabei benutze ich gerne selbst Wörter wie „geil“, „krass“, „Scheiße“ etc.

Aber das Wort „Alter!“ war für mich schon in den 90er Jahren dermaßen aus der Mode gekommen, dass die Benutzung des Wortes bei über 30jährigen heute für mich unverzeihlich ist.

Man kann Wert auf Sprache legen. Muss man aber nicht.

Unsere Großeltern fanden es damals sogar amüsant, wenn wir mal „cool“ gesagt haben. Es wird immer Jugendsprache geben, die die ältere Generation nicht teilt. Weil Jugendsprache nur den einzigen Sinn hat: sich von Erwachsenen abzugrenzen.

Weil so viele Erwachsene heute „geil“ sagen, ist das Wort ebenfalls erwachsen geworden und kann kaum noch jemanden schocken, obgleich viele Eltern ihren Kindern auch heute noch dieses Wort verbieten. Und weil „geil“ so harmlos geworden ist, sprechen es Jugendliche heute gerne oft als „gei-ell“ aus, um sich erneut abzugrenzen, weil die Abgrenzung mit bewusst fehlerhafter Sprache sehr gut gelingt.

Das Wort „Alter!“ allerdings ist so, als würde man als über 40jähriger sagen: „Ich schwöre. Ey, krass Alter, ey. Voll fett.“ So eine Sprache kann man ernst nehmen, muss man aber nicht.

Als „Alter!“ in den 90ern von ursprünglich „Alter Schwede!“ reduziert wurde, gehörte es zu einem bestimmten Milieu. Es war nicht nur Jugendsprache sondern eindeutige Gossensprache, so dass nicht alle Jugendlichen es benutzten.

In der sinnfreien Enzyklopädie Stupidedia steht: „Das Wort Alter wird häufig von beruflich, gesellschaftlich oder kulturell abgegrenzten Menschengruppen, einem bestimmten sozialen Milieu oder einer Subkultur („Szene“) verwendet. Manche Rhetorikexperten bezeichnen Alter auch als das Ursprungswort der Sklavensprache.“

Ich habe heute erfahren, dass es einen Sportlehrer in Berlin gibt, der die Schüler fünf Liegestütze machen lässt, wenn sie „Alter!“ sagen. Ich bin sicher, dass er ihnen damit einen riesigen Gefallen tut, weil Erwachsene die heute IMMERNOCH „Alter!“ sagen, absolut keinen Schimmer davon haben wie unglaublich uncool, dämlich und niveaulos sie auf viele Menschen dabei wirken.

Noch was:
Um in den USA die Jugendsprache gesellschaftsfähig zu machen, legen die Amerikaner so großen Wert darauf sie zu verbieten, dass sie einfach von den Jugendlichen in der Aussprache verharmlost wird damit sie sie weiter benutzen können, ohne dafür gerügt zu werden. In dem christlichen Land wird bereits „Oh my God!“ als inakzeptable Blasphemie empfunden und so wird daraus dann „Oh my Gosh!“ oder aus „Shut the fuck up!“ wird „Shut the front door!". 

7. April 2016

Schulbusverkehr rund um Fürstenwalde: Grüner Druck zeigt Wirkung - Landrat kündigt Verbesserung an

Foto: ideengruen.de



Die massive Kritik von betroffenen Eltern am unzureichenden Schulbus-Verkehr rund um Fürstenwalde ist beim Landkreis Oder-Spree angekommen. Auf der Sitzung des Kreistages Oder-Spree am Mittwochabend in Beeskow zitierte Landrat Manfred Zalenga ein Schreiben von Michael Buhrke, Dezernent für Finanzen, Ordnung und Innenverwaltung im Landratsamt auf Anfrage von Anja Grabs, dass die Beförderungsleistungen der Linie 431 und 403 in diesem Gebiet angepasst werden und dementsprechend auch die Buskapazitäten. Zukünftige Fahrplanungen würden ab September umgesetzt. Die auf Druck der Elterninitiative aus Langewahl bei Fürstenwalde eingerichtete Busbegleitung für die Schüler werde allerdings seitens der TSZ GmbH aus Fürstenwalde nicht länger finanziert werden können, so Buhrke in seinem Schreiben.
Auch Landrat Manfred Zalenga bestätigte, dass im Moment keine Aussagen  vorliegen, dass es bestehende Probleme gibt.

„Wir hoffen, dass die nun vorgetragen Änderungen auch von Dauer sind und kein Strohfeuer“, sagte Anja Grabs, Mitglied der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen & Piraten Oder-Spree: „Der Kreis hat erkannt, dass es nichts bringt, wenn Probleme ausgeblendet werden“. Die grün-orangene Kreistagsfraktion setzte sich seit längerem für eine Verbesserung des Schulbusverkehrs in der Region ein.

Die Beförderung von Schülern rund um Fürstenwalde wird aus Kostengründen nicht mit eigenen Schulbussen betrieben, sondern auf den regulären Busverkehr verlagert. Insbesondere im Winter und bei schlechtem Wetter sind die Busse teilweise so überfüllt, dass Schulkinder nicht mehr einsteigen können. Wenn die Eltern keinen Transport organisieren können, bliebe den Schülern nichts weiter übrig als den über zwei Kilometer langen Weg mit ihren Schulranzen zu laufen, teilweise entlang der Hauptverkehrsstraße ohne befestigten Gehweg und über die Autobahnbrücke - kritisierte in der Vergangenheit die Elterninitiative aus Langewahl und überreichte im Herbst 2015 eine Petition an den Landkreis.

2. April 2016

Grüne besuchen Naturlandbetrieb


Am 2. April 2016 besuchte der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen in Oder-Spree das Schlossgut Alt Madlitz, um sich bei einer Führung durch die Betriebsleiterin Johanna von Münchhausen den ökologischen Landbau erläutern zu lassen. Der circa 1000 Hektar große Betrieb produziert nach den Naturland-Richtlinien ökologische Futter- und Lebensmittel, deren Produkte mit dem Naturland-Bio-Siegel versehen werden. 

Bei der Übernahme des landwirtschaftlichen Betriebes nach der Wiedervereinigung hat sich die Familie Finck von Finckenstein ganz bewusst gegen die vorhandene Rinderhaltung entschieden, die sich zu diesem Zeitpunkt nicht nur in einem katastrophalen Zustand befand sondern auch ökonomisch nicht vertretbar war. Bis heute würde es sich hierbei um ein Minusgeschäft handeln, so dass hier auf eine betriebliche Tierhaltung verzichtet wird.

Die bündnisgrüne Sprecherin Anja Grabs stellte fest: „Wenn man einen landwirtschaftlichen Betrieb nicht von seinen Eltern übernimmt, entsteht der Vorteil, dass man mit viel Pragmatismus den Betrieb so umgestalten kann, dass er sich rentiert ohne dabei betriebsblind an Traditionen festzuhalten, die nicht mehr ökonomisch sind. So stellte dieser Betrieb nach einer anfänglichen konventionellen Landwirtschaft seine Ackerflächen im Jahr 2004 auf ökologischen Landbau um und erntete dabei zuerst viel Skepsis seitens der benachbarten Betriebe. Weil die Nachfrage von Milch in China sinkt und der Absatzmarkt in Russland wegfällt, wird in Deutschland zuviel Milch produziert und die Preise durch den Konkurrenzdruck gesenkt. Ich kann nur jedem Bauern in Deutschland, der einen Betrieb mit Rinderhaltung übernimmt dringend raten, sich an dem Schlossgut Alt Madlitz ein Beispiel zu nehmen und sich genau zu überlegen, ob sich eine Milchviehhaltung rechnet oder ob es sinnvoller ist auf eine ökologische Landwirtschaft ohne Rinder umzustellen. Zumal es für Bioprodukte eine kontinuierlich wachsende Nachfrage gibt.“

28. März 2016

Spreetreiben (Neu Zittau bis Erkner)

Jedes Jahr am Ostersamstag begeben sich, nach einem Startschuss vom Bürgermeister, dutzende „Treiber“ in Neu Zittau in die Müggelspree, um sich von dort aus bis zum Strandbad Erkner im Wasser treiben zu lassen. Mithilfe von Neoprenanzügen schützen sie sich vor dem meist noch ziemlich kalten Wasser. Zusätzlich aufgesetzte lustige Hüte, Perücken oder sonstige witzige Kostüme geben dem Spreetreiben einen Humor, der durch reichlich Alkoholkonsum bei den Treibenden noch angeheizt wird. Und so ist die Stimmung immer ziemlich ausgelassen, wenn sich die Treiber in das kalte Wasser stürzen. Auch witzige Boote sind zu sehen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange man sich nur Treiben lässt und sich nicht mithilfe von motorisierten Booten fortbewegt. Tausende Schaulustige stehen dabei am Ufer und bewundern die Mutigen dafür, dass sie in das kalte Wasser gehen und amüsieren sich über die Kostüme und den Humor der Treiber, die den ein oder anderen witzigen Spruch ablassen. Veranstaltet wird das Spreetreiben vom Schwimm- und Tauchverein „Biber Erkner e.V.“, dessen zwei Biber-Maskottchen selbstverständlich ebenfalls in einem Boot mitfahren. Zwischendurch rufen die Treiber gerne „Biber, Biber, Biber...“. Extra aufgestellte Imbissbuden am Ufer sorgen für Getränke und Snacks. Am Abend gibt es am Strandbad Erkner meist ein Festzelt mit Musik und Osterfeuer. 

Info:
Startschuss fällt an der Brücke in Neu Zittau. Von da aus geht es bis zum Strandbad Erkner.
Tel. 03362/888404 (Marcel Matheis, Biber Erkner e.V.)
Reisezeit:
Jedes Jahr am Ostersamstag.



2013: Treiber

Gruppenfoto der Treiber. Schnee und Eis hält sie nicht vom Spreetreiben ab. 2013 war es so kalt, dass man lediglich kurz in Erkner ins Wasser gehen konnte.
2016: Bibermaskottchen und Treiber auf dem Weg von Neu Zittau nach Erkner.

19. März 2016

Sommerlinden auf dem Gosener Friedhof


Im November 2012. Bäume auf Friedhöfen dürfen meist ihr Höchstalter erreichen, da sie keiner Bebauung weichen müssen. Linden können 1.000 Jahre alt werden.

Aufgrund meiner Initiative und Organisation, ließ die Gemeinde am 16. November 2012 auf dem Gosener Friedhof vier Sommerlinden pflanzen. Die vorhandene alte und gut erhaltene Baumallee wurde so vervollständigt, so dass sie nun komplett vom Friedhofseingang zur Trauerhalle geht. Das Geld für die Pflanzung stand der Gemeinde zur Verfügung nachdem eine illegale Baumfällung in Gosen zu Bußgeldern führte, die dem Gemeindehaushalt zugeführt wurden.

Update im März 2016
Die Bäume sind alle angewachsen. Im März 2016 wurden die Stützpfähle entfernt. Vielen Dank an die Gemeindearbeiter, die die Bäume in der heißen Jahreszeit immer mal wieder gegossen haben.

14. März 2016

Fürst-Pückler-Park, Bad Muskau (Landkreis Görlitz, Sachsen)


"Wer mich ganz kennenlernen will muss meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz." 
- Fürst von Pückler-Muskau

Hermann von Pückler-Muskau war im Jahre 1785 der erstgeborene Sohn seiner 15jährigen Mutter, die sich bereits in einer ihr unerträglichen Ehe befand. In diesem Alter völlig überfordert mit dieser Situation behandelte sie ihn wie ein Spielzeug „ohne selbst zu wissen, warum sie mich bald schlug, bald liebkoste.“ Er wuchs mit seinen drei Schwestern und seinem Großvater im Hause, in der Standesherrschaft Muskau auf.

1817 heiratete er die reiche, geschiedene und neun Jahre ältere Lucie von Hardenberg, die ihm seine Berufung als Gartenkünstler finanzierte. 1826 ließen sie pro forma auf Lucies Idee hin scheiden damit er erneut reich heiraten sollte, um die Gartenkunst weiterhin finanzieren zu können. Die beiden blieben lebenslang freundschaftlich zusammen. 

Verschuldet reiste er von 1825 bis 1829 nach England, um sich eine reiche Braut zu suchen. Er fand keine Ehefrau, dennoch wurden seine Reiseberichte ein internationaler finanzieller Erfolg. Sodann wurde er zu einem Weltreisenden. 1837 kaufte er sich auf einem Sklavenmarkt in Kairo die 14jährige Machbuba als schöne Maitresse, die er mit nach Europa nahm. Sie starb innerhalb von einem Jahr und liegt heute noch in Bad Muskau begraben.

1845 verkaufte er die Standesherrschaft Muskau, weil er sich mit der Anlage seines ersten Parks finanziell übernommen hatte, und zog in sein Erbschloss Branitz bei Cottbus. Den Erlös verwendete er für den Umbau des Schlosses Branitz und für die Anlage des heutigen Fürst-Pückler-Parks.

Bis zu seinem Tod 1871 widmete er sich der Schriftstellerei. Er schrieb zehn Bücher und weil er kinderlos blieb, erbten sein Neffe und seine Nichte alles, wobei sein literarischer Nachlass an die Schriftstellerin Ludmilla Assing ging, mit der Auflage seine Biografie zu schreiben und ungedruckte Tagebücher und Briefe zu veröffentlichen, an denen sich bis heute zahlreiche Historiker erfreuen. 

Kavaliershaus: Die Fassade ist fertig. Innen herrscht Rohbau. Es wird ein Investor gesucht.

Blick vom Schloss in den englischen Landschaftspark, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Sichtachse mit schöner Wasserspiegelung der Brücke. Blau war seine Lieblingsfarbe.

Die Blutbuche entdeckte er ausgewachsen, kaufte sie ein und transportierte sie sehr teuer und aufwendig, um sie in den Park zu pflanzen. In den alten Rest Stumpf pflanzte man vor einigen Jahren einen genetisch identischen Nachfolger.

Hinter der Neiße-Brücke liegt Polen. Zwei Drittel der Parkanlage befindet sich im heutigen Polen. Die Ausmaße der Parkanlage sind immens.

Orangerie

Schloss Muskau, das Neue Schloss.

Sichtachse

Sichtachse


Kein Café in Bad Muskau, wo man es nicht bekommt. Das Fürst-Pückler-Eis stammt von einem Königlich-Preußischen Hofkoch, der es dem Fürsten 1839 in einem Kochbuch widmete.

Im Hintergrund das Schloss. Zahlreiche Kieswege führen durch den Park. Ein geführter Spaziergang dauert 2 Stunden. Würde man den gesamten Park erkunden, wäre man 8 bis 9 Stunden unterwegs.
Fotos (c): Anja Grabs

27. Februar 2016

Der Berliner Dom

Erst 1905 fertiggestellt handelt es sich beim Berliner Dom um die größte Kirche Berlins. Er gehört zu den bedeutendsten und größten evangelischen Kirchen Deutschlands. 

Berliner Dom

Kuppel

Blick auf den Altar. Ungewohnt ist das fehlende Kirchenschiff: Die Kirche ist rund.


Altar


Kanzel

Trauernde am Prunksarg von König Friedrich I. (1657-1713)

Bienenvölker auf dem Dach des Berliner Doms

Blick vom Kuppeldach des Berliner Doms

Museumsinsel

Berliner Lustgarten, bestehend aus unspektakulären Rasenflächen.

Blick vom Kuppeldach auf die Baustelle des Berliner Stadtschlosses.
Fotos (c): Anja Grabs