Gosen-Neu Zittau

10. Oktober 2014

East Side Gallery, Berlin

25 years of the Fall of the Wall on November 9th. Everybody is commemorating it in their own way.
So I went to the East Side Gallery in Berlin today... for some reason doing this the very first time taking time and my camera to visit this place transforming into a tourist and realising that this topic is more international than ever as probably every tourist is visiting the East Side Gallery as an obligatory part of their visit to Berlin. Nothing in Berlin is symbolising the dividing of the city and the country as much as the remainings of the wall and the Brandenburg Gate. The peaceful revolution without violence is the masterpiece of the German history. It is an inspiration to the rest of the world. The most wonderful political turn, right in the center of Europe that has caused so many tears of happiness and is producing such over and over again every time we watch the old documentaries. Freedom as a subject-matter is and will always be as prevailing than ever. We are looking at the world and are realising that peace is never a natural consequence. Peace is hard work. It is the absolutely most important challenge of a country. 












English tour 






The area behind the wall was called neverlands.




Right now someone is dreaming of living your life.





Place of one of the first open border crossings: Oberbaum bridge.

East Side Gallery Berlin


25 Jahre Mauerfall am 9. November. Jeder begeht ihn auf seine Weise. Ich so heute an der East Side Gallery in Berlin... seltsamerweise das erste mal ganz bewusst mit Zeit und Kamera im Gepäck, transformiere ich mich selbst in die Lage einer Touristin und erlebe, dass das Thema internationaler ist als je zuvor, denn vermutlich besucht jeder Tourist die East Side Gallery als obligatorischen Punkt seiner Reise nach Berlin. Nichts in Berlin symbolisiert die Teilung der Stadt und des Landes so sehr wie die Reste der Mauer und das Brandenburger Tor. Die friedliche Revolution ohne Gewalt ist das Meisterwerk der deutschen Geschichte. Sie ist eine Inspiration für den Rest der Welt. Die wunderbarste politische Wende mitten in Europa, die so viele Freudentränen hervorgebracht hat und immer wieder aufs neue verursacht, wenn wir die Bilder von damals sehen. Das Thema Freiheit ist aktueller denn je und wird es für alle Zeiten bleiben. Wir schauen auf die Welt und begreifen, dass Frieden niemals selbstverständlich ist. Frieden ist harte Arbeit. Es ist die absolut wichtigste Aufgabe eines Landes. 












englischsprachige Führung 






So nannte man den direkten Bereich hinter der Mauer.




Right now someone is dreaming of living your life.





Einer der ersten geöffneten Grenzübergänge damals: Oberbaumbrücke

3. Oktober 2014

Weder Ossi noch Wessi: Die Generation nach der Wiedervereinigung


"Grenzen entstehen nur im Kopf. Ich sehe mich zuerst als Europäerin und kann weder mit Ost- noch mit Westklischees aufwarten." - Anja Grabs
(Foto: Blick vom Teufelsberg auf den Fernseh- und Funkturm von Berlin)

Bei der Frage, ob ich aus dem Osten oder Westen komme, rolle ich immer mit den Augen, weil ich weder Ossi noch Wessi bin. 1989, also im Alter von acht Jahren, verfügte ich über kein politisches Denken und bin somit raus aus der Generation Ost/West.

Wenn man 1990 noch Kind war sollte man sich schnellstens von seinen Eltern emanzipieren und einen Ost- oder Westpatriotismus ablegen. Die eigenen Eltern zu kopieren und ihre Sätze nachzuplappern bedeutet, dass mit der Vergangenheit nicht abgeschlossen werden kann und man in der Zeit stehen bleibt.

Ostpatriotismus:
„Früher war auch nicht alles schlecht.“
Der Boykott von allen Sektsorten außer „Rotkäppchensekt“

Westpatriotismus:
„In Osten fahr ich nicht!“*
„Ich komme ursprünglich aus dem Westen!“
Bananenwitze

*wird seltsamerweise immer ohne das Wort „den“ ausgesprochen

Wussten Sie,
dass in ausländischen Touristenführern für Berlin empfohlen wird, Berliner nicht nach ihrer Ost/Westherkunft zu fragen? Berlin ist bereits so weit zusammengewachsen, dass es die jüngere Generation als unangenehm empfindet danach befragt zu werden, weil es für ihr Leben im HIER und JETZT vollkommen irrelevant ist.

2. Oktober 2014

Das Stasi-Gefängnis: Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen


Wachturm an der Gefängnismauer.


91.000 hauptamtliche und 189.000 inoffizielle Mitarbeiter sorgten am Ende für eine flächendeckende Überwachung der Bevölkerung zur Aufrecherhaltung der kommunistischen DDR-Diktatur.
In der Legislatur 1968 bis 1972 gab es unter den Abgeordneten aller Parteien im deutschen Bundestag 62 inoffizielle Mitarbeiter.

Es gab jahrelange Inhaftierungen im Untersuchungsgefängnis ohne Gerichtsverfahren, weil man davon ausging, dass die Inhaftierung an sich den Häftling zum Schuldigen macht. Fast alle, die nach dem Ende der SED-Diktatur einen Antrag auf Rehabilitierung stellten, wurden von den russischen Behörden für unschuldig erklärt.

Ein Drittel der Stasi-Akten wurde vernichtet als klar wurde, dass die Revolution mitten im Mitteleuropa eine mögliche zukünftige Realität werden könnte. Mitte der 1980er wurde dies bereits vermutet und so blieb genug Zeit die wichtigsten Kernakten zu vernichten.

In der Regel führen ehemalige Häftlinge durch das Gelände. Ein großflächiges Wohngebiet umgibt das Gefängnis und war früher Sperrgebiet. Dort leben heute noch ehemalige DDR-Funktionäre, die eigene Organisationen gegen die Gedenkstätte gegründet haben.

Mehr als 385.000 Menschen besuchen das einstige Stasi-Gefängnis jedes Jahr. Es dient dazu die Geschichte der Haftanstalt Hohenschönhausen in den Jahren 1945 bis 1989 zu erforschen. Sie soll zur Auseinandersetzung mit den Formen und Folgen politischer Verfolgung in der kommunistischen Diktatur anregen.

Info:
www.stiftung-hsh.de

Filmtipp: Das Leben der Anderen

Fensterlose Zelle mit Toiletteneimer vorne.

Zellentür 
Einzige künstliche Lichtquelle in fensterloser Zelle. Suizide wurden vertuscht indem man sie schriftlich zum Beispiel als Herzinfarkt darstellte. Die Toten wurden in der Umgebung verscharrt. Die Angehörigen wurden teilweise nicht benachrichtigt.

Folter stand an der Tagesordnung: Schlafentzug, stundenlanges Stehen, tagelanger Arrest oder Aufenthalt in Wasserzellen um Inhaftierte zu Geständnissen zu zwingen.

Transportfahrzeug für Festgenommene. Sie trugen inkognito Aufschriften wie "Fischkombinat Rostock" oder "Obst und Gemüse" o.ä.

Der Aufenthalt in einer Gummizelle führt nach einiger Zeit zu bleibenden nicht therapierbaren psychologischen Schäden.

Spätere Art der Unterbringung. 
Inhaftierte wurden mit Nummern angesprochen. Durch das Sichtfenster wurde ständig kontrolliert, ob sie auf dem Rücken mit beiden Armen über der Bettdecke schlafen. Wer dies nicht tat bekam unverzüglich Prügel mit dem Gummiknüppel.

Sichtkontrolle nannte man dies.

Freiluftzelle: Die einzige Zeit draußen bestand darin 20 bis 25 Minuten herumzulaufen, ohne Hände in den Taschen, ohne die Erlaubnis nach oben zu sehen, ohne die Erlaubnis stehen zu bleiben und ohne zu wissen, wann man das nächste mal wieder nach draußen darf.

Inhaftierte mussten stundenlang alleine in einem Zimmer auf einem Stuhl vor einem Vorhang sitzen. Hinter dem Vorhang befand sich ein Röntgengerät. Sie wurden also stundenlang geröntgt und fühlten sich danach hundeelend. Viele starben später an den Folgen von Blutkrebs. Auch radioaktive Strahlung wurde vermutlich gegen die Häftlinge eingesetzt.